Waitomo

Wer sparen will, hat auch weniger Komfort.
Dies ist irgendwie zum roten Faden in unserem Urlaub geworden.
Insbesondere bei den Ausflügen haben wir versucht kostengünstig davon zu kommen.
Entsprechend haben wir kein Komplattpaket gebucht, sondern jede Busfahrt und den Eintritt zur Glühwürmchenhöhle in Waitomo einzeln.
Also ging es schon um 7.30Uhr los bis nach Hamilton, von dort mit dem nächsten Bus nach Waitomo.
Hier waren wir dann jedoch sehr früh, da es ja kein aufeinander abgestimmtes Paket war und mussten eine Weile auf die gebuchte 13Uhr Führung warten.
Da wir auch nach der Führung noch Zeit übrig hatten, haben wir überlegt, was man sonst noch so in der Nähe machen kann und sind auf ein Kiwi Haus gestoßen.
In der Touristinfo wurde uns dann erklärt, dass man mit einem Shuttle um 14Uhr hinfahren kann.
Dies hat sich mit der Führung in der Höhle überschnitten, daher haben wir gefragt, ob wir schon eine Stunde eher zu den Glühwürmchen gehen könnten.
Etwas widerwillig hat man uns schließlich umgebucht.
Um 12Uhr war dann auch klar wieso. Wir waren die einzigen Personen für die Führung und hatten quasi unseren privaten Guide.
Mit dem Auto ging es über einen staubigen Feldweg ins “Nichts”.
Völlig unspektakulär sah dann auch der Eingang aus: einfach eine Treppe im Gebüsch – und das sollen nun die bekannten Glühwürmchenhöhlen sein.
Naja, in der Höhle haben wir dann schon vorne im Gang blaue Lichter gesehen, die Glühwürmchen.
Je länger wir im Dunklen waren, desto besser haben sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt und nun sahen die Tierchen nicht mehr blau, sondern weiß aus.
Wir haben gelernt, dass die Glühwürmchen bis zu 30 Seile produzieren können.
So ähnlich wie bei Spinnen, nur dass sie hier einfach senkrecht runterbaumeln.
Auch Glühwürmchen fangen so ihre Beute. Je hungriger sie sind, desto heller leuchten sie, um mehr Insekten anzuziehen.
Deshalb findet man sie auch nur an dunklen Stellen, wo es auch Wasser gibt, über das die Mücken zu ihnen kommen können.

Glühwürmchen

Da die Führung nun früher begonnen hatte, war es auch überhaupt kein Problem um 14Uhr den Shuttle zum Kiwi Haus zu bekommen.
Auf dem Weg dorthin sind wir an einem extravaganten Hotel vorbeigekommen.
Hier kann man in einem Schiff oder einem Flugzeug schlafen. Sowas würde ich ja auch gerne mal machen.
Das Kiwi Haus an sich war dann jedoch nicht so spannend.
Immerhin haben wir eine Fütterung mitbekommen, aber da die Tiere offenbar nachtaktiv sind, war es rund um deren Käfige dunkel. Noch dazu Fotoverbot. Gar nichts für mich 😉
Ansonsten waren auch noch viele weitere einheimische Vögel zu sehen. Da diese tagaktiv sind, hatten wir auch die meisten schon so in der Natur getroffen und es war nichts wirklich besonderes mehr.

Abends ging es dann mit unserem Nakedbus wieder zurück nach Hamilton.
Hier mussten wir erneut umsteigen, doch unser Anschluss hatte natürlich Verspätung.
Grund dafür war ein Feuer in der Hobson St in Auckland. Hier war scheinbar eine Restaurantküche explodiert und in Flammen aufgegangen.
Das krasse dabei ist, in genau dieser Straße haben wir vor wenigen Nächten selbst noch gewohnt!
Irgendwann kam dann der Bus auch und nach etwa 14 Stunden Ausflug sind wir wieder im stinkenden Rotorua angekommen.
Ich glaube, ich habe es vorher noch nicht erwähnt: manchmal kommt nachts so ein Schub Schwefeldampf durch die Ritzen unter der Tür.
Nicht mal drinnen ist man sicher vor dem Gestank. Aus diesem Grund ist es wirklich nicht schlimm, dass wir Rotorua am nächsten Tag wieder verlassen mussten.

Am Samstag sind wir in unseren letzten Stunden vor der Weiterfahrt nach Taupo erneut zu einer exklusiven Tour gekommen.
Wie ich ja bereits erwähnt hatte, wurden wir vom Maoridorf nicht mehr abgeholt.
Offenbar war der Bus des Reiseunternehmers kaputt gegangen und der Chef konnte uns daher nicht abholen.
Ihnen war das wohl so unangenehm, dass sie die Sache wieder gut machen wollten und haben uns daher eine kostenlose Stadtrundfahrt in Rotorua angeboten.
Sonst war wohl kein Tourist angemeldet, daher hatten wir den Spaß ganz für uns alleine.
Vielleicht lag das an dem nicht so prickelnden Wetter. Es war ein Sturm angekündigt und egal von wem wir es gehört hatten, alle haben so getan als wäre ein Orkan im Anmarsch.
Was wir jedoch mitbekommen haben, war dann nur Nieselregen und maximal eine leichte Prise Wind.
Unser Fahrer George hatte leider einen richtig üblen Akzent und es war uns kaum möglich etwas zu verstehen. Der denkt bestimmt auch wir können kein Englisch.
Ein bisschen was ist jedenfalls trotzdem angekommen: die Deutschen bilden die größte Gruppe an Touristen in Neuseeland. Auf Platz zwei kommt Groß Britannien.
Schon bemerkenswert finde ich, denn beide Länder sind so weit weg.