Tasman Valley

Gestern wurde uns eine Wanderung durch das Hooker Valley empfohlen.
Eigentlich hatten wir ja keine Lust mehr auf viel Bewegung, aber spätestens als das Stichwort “Hängebrücke” gefallen ist, war klar, dass wir in das Tal gehen.
Die einzige wirkliche Hängebrücke in unserer Reiseplanung war nämlich im Kaitoke Regionalpark, den wir leider nicht besuchen konnnten.
So war das heute dann ein passender Ersatz dafür.
In Neuseeland heißt aber jede Wanderung, auch wenn sie durch ein Tal führt, dass man sich gut anstrengen muss.
Bei uns war das heute der Fall, weil der Boden aus rutschigem Schotter bestand.
Zum Glück war es nicht so weit und nach einer Stunde haben wir die erste Hängeseilbrücke erreicht.
Wir sind sogar noch bis zur zweiten marschiert, dann waren wir definitiv zu erschöpft, zumal man sich nicht mal gescheit irgendwo hinsetzen und ausruhen kann, ohne dass die bescheuerten Sandfliegen ankommen.
Die kleinen Biester zwingen einen förmlich zum weiterlaufen, egal wie fertig man ist.
Wie schon oft zuvor sind wir heilfroh im Herbst hier zu sein, weil es immer noch warm genug ist.

Am Nachmittag hatten wir unsere nächste gebuchte Tour: zum Gletschersee.
Wir wurden hier im Mount Cook Village abgeholt und sind dann bis zum Carpark vor dem See gefahren worden.
Unser Fahrer war ein Asiate, der offenbar Probleme mit der Aussprache des “r” hat.
Viel verstanden haben wir nicht, aber ein Wort hat mich dann doch noch für die ganze Fahrt amüsiert: “supplies” anstelle von “surprise”.
Von dem Carpark aus mussten wir noch 20 Minuten bis zum Gletschersee laufen.
Dieses Mal waren wir aber mit Abstand die jüngsten Teilnehmer, alle anderen schon (fast) im Rentenalter, also hatten wir trotz Erschöpfung keine Probleme mitzuhalten… 😉
Am See gab es dann Schwimmwesten für jeden und wir sind mit zwei Booten über den See gefahren.
Das Wasser ist ganz kalt (ca. 2°C) und grau.
Am Ende des Sees ist der Gletscher und täglich brechen ein paar Stücke Eis ab.
Wie lange sie schon abgebrochen sind, kann man daran erkennen, welche Farbe sie haben und wie dicht sie sind.
Je länger sie schon in der Sonne lagen, desto weicher ist das Eis.
Von oben sahen die meisten Brocken sehr klein aus, aber unterhalb der Oberfläche befinden sich ja auch 90% des Eisberges. Das heißt man sieht quasi nichts davon.
Manchmal drehen sich die Eisberge auch aus heiterem Himmel und die Bereiche, die vorher unter Wasser waren, sind fast blau.
Nach der rasanten Fahrt um den See ging es dann wieder zurück und wir müssen uns dann auch schon fast wieder von den neuseeländischen Alpen (& ganz bald von Neuseeland überhaupt) verabschieden.

Als Einstimmung auf den anstehenden Rückflug (ok genau genommen sind es ja sogar 4 Flüge – wir sind nur ein bisschen verrückt das auf uns zu nehmen…) habe ich heute beschlossen die Flugzeughose zu bügeln nachdem sie total verkrumpelt aus der Waschmaschine kam. Das ist aber gar nicht einfach.
Bei der Unterkunft wo wir gewaschen hatten, gab es nix zum bügeln. Dann kam sie so mit bis nach tekapo, hier fehlte nur das Bügeleisen – immerhin ein Bügelbrett war schon mal vorhanden. Also kam sie wieder so mit bis nach mt Cook. Hier gabs danm endlich beides, aber so einfach gehts dann auch nicht.  Das Räumchen hatte nämlich kein Licht. Zum Glück hat Jenni eine Taschenlampe dabei und so wurde aus einfachen Dingen mal wieder ein kleines Abenteuer…