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Abenteuer Bangkok geht in Runde 2!

Da wir nur zwei Tage in Bangkok geplant haben und unglaublich viel sehen wollten, haben wir extra eine Tour vorab gebucht, die uns zu den schwimmenden Märkten bringen sollte.
Aus Neuseeland haben wir schon gelernt, dass die Fahrer gerne mal unpünktlich sind, also haben wir geduldig 30min gewartet, ob jemand kommt und letztenendes bei dem Tourveranstalter angerufen. Dabei stellte sich heraus, dass wir bei unserer privaten 2-Personen-Tour vergessen wurden. Wie auch immer sowas passieren kann. Erst mal haben wir uns tierisch darüber aufgeregt, wieso man schlechte Organisation noch unterbieten muss, fünf Telefonate später wurde dann aber doch noch ein Fahrer organisiert. Nur 90min nach der eigentlichen Abfahrt ging es tatsächlich los. Nur wir zwei mit unserem eigenen Fahrer für den Tag. Und da unser Reiseführer somit weggefallen ist, gabs grad noch einen Teil des Geldes zurück.

Der schwimmende Markt, zu dem wir gefahren wurden, liegt etwa 90min Fahrt entfernt.
Die Fahrt ging in rasantem Tempo über die Autobahn. Mir war das Ganze ja schon wieder zu abenteuerlich.
Überall wird zick zack gefahren, die Spur wechselt man ohne Blinker und gefühlte 1000x habe ich uns schon im vorderen Fahrzeug stecken sehen. Sicherheitsabstand – versteht sich von selbst- existiert nicht. Stattdessen fährt man so nah an die anderen Autos ran, wie ich es höchstens beim Einparken machen würde.
Wenn die Autobahn zu langsam geht, kann man ja auch spontan mal abfahren und die Parallelstraße nehmen. Vielleicht hat der Fahrer auch so die Hälfte der Zeit mal nach vorne geguckt, den Rest hat er mit links & rechts ausmachen, ob er eine bessere Lücke findet, verbracht. Da ihm das immer noch nicht spannend genug war, hat er auch ab und zu an seinem Handy getippt. Hierzu hat er allerdings seine Brille abgenommen, die wohl nur für die Ferne tauglich ist. Mir hat die Fahrt jedenfalls gereicht und ich bin froh, dass uns nur noch ein Weg über die Autobahn bevorsteht (morgen zum Flughafen).
Cool fand ich hingegen die bunten LKWs. Sogar die Ladeflächen sind mit Mustern verziert und so manches Amaturenbrett steht voller Ramsch.
Ein weiterer Unterschied zu deutschen Autobahnen besteht in den “U-Turns” – hier ist in der Autobahn ein Stück breit die Mittelleitplanke unterbrochen, damit man auf die Gegenrichtung wechseln kann. Praktischerweise auf der “schnellsten” Spur, aber da man auch links überholen kann, stimmt das System ja eh nicht. Ich finde es äußerst faszinierend, dass die Leute hier mit dem Chaos zurechtkommen und es selbst beim Aufeinandertreffen von mehreren Auffahrten nicht stockt. Falls die Spuren nicht ausreichen, quetscht man sich einfach irgendwie dazwischen und eröffnet eine Neue.

coole bunte Busse

Mittags haben wir dann den Floating Market “Dumnoen Saduak” erreicht. Hier haben wir ein Boot zu zweit bekommen und ein Thailänder paddelte uns herum. Auf dem Markt herrscht reges Treiben und engagierte Verkäufer angeln sich unser Boot, um uns ihre Waren zu präsentieren. Hier kann man allerlei Ramsch kaufen, aber auch ein paar lustige, typische Sachen oder auch Essen. Dieses wird auf den langen Booten frisch zubereitet. Hier habe ich meine erste Kokosnuss aus der Hülle direkt getrunken. Eine sehr angenehme Erfrischung in der prallen Mittagshitze.
Langsam ging es von Boot zu Boot und die Verkäufer haben mit aller Kraft versucht uns zum Kaufen zu bewegen. Da wir noch einigermaßen viel Geld übrig hatten, haben wir auch hier wieder zugeschlagen. Lustig fand ich , dass die Verkäufer die Preise mit Taschenrechner zeigen. Dann sagt man es ist zu teuer, schwupps reduzieren sie den Preis und tippen den Neuen ein. Letztenendes darf man selbst tippen, was man zahlen möchte. Hier ist Handeln also auch Gang und Gebe, aber mittlerweile haben wir uns ein bisschen daran gewöhnt. Selbst wenn es mal nicht klappt, ist es eigentlich nicht schlimm, denn selbst wenn man den vollen Preis zahlt, ist es immer noch sehr günstig im Vergleich zu deutschen Preisen.
Im Endeffekt ging unser Geld dann doch recht schnell weg und die Souvenirs haben stark zugenommen – wollen wir mal hoffen, dass alles noch in den Koffer passt. Gut, dass wir bald heimfliegen und nicht noch mehr dazukommen kann… Der Markt an sich war echt eine coole Erfahrung, aber die knallige Mittagshitze war für mich ziemlich unerträglich. Anschließend wurden wir wieder nach Bangkok zurück gebracht.

unser Chauffeur auf den schwimmenden Märkten

unsere riesen Glückskekse für 50 Cent 😉

Auch am Nachmittag haben wir uns wieder was anstrengendes vorgenommen: einen Tempel-Marathon. Eigentlich wollten wir ja nur noch zum Königstempel, für den Touristen 400Baht Eintritt zahlen müssen. Dafür hat unser Geld nach dem Floating Market gerade nicht mehr gereicht, also haben wir noch mal 10Euro extra dafür umgetauscht (einen kleineren Schein hatten wir nicht dabei – im übrigen ist das Geldtauschen hier vor Ort quasi verlustfrei möglich, falls also jemand mal vor hat nach Thailand zu fliegen, holt euch das Geld besser erst hier).
Da der Tempel etwa 1km weit weg war und die Hitze nicht nachgelassen hat, ja sogar schlimmer wurde in den langen Klamotten (im Tempel muss man sich ja angemessen kleiden und darf nicht zu viel Haut zeigen), wollten wir mit dem Tuk Tuk fahren.
Der Fahrer hat uns gesagt, dass die Fahrt nur 30 Baht kosten soll, also etwa 75Cent, was uns ja ein bisschen billig vorkam, aber der Weg ist ja auch nicht so weit… kurz vorm Ziel fällt ihm dann ein, dass der Tempel ja schon längst zu ist. Also hat er uns ein Alternativprogramm angeboten, welches drei andere Tempel umfasst. Ebenfalls für 30 Baht. Also haben wir beschlossen besser die anderen Tempel anzusehen, als gar keinen.
Doch anstelle von einem Tempel stehen wir auf einmal vor einem Laden, in den wir reingehen sollen. Wir müssen auch nichts kaufen, nur reingehen, damit er einen Stempel bekommt. Im Laden konnte man Schmuck kaufen, wollten wir aber nicht, deshalb sind wir nach einer kleinen Runde wieder raus und haben damit den Tuk Tuk Fahrer glücklich gemacht. Dann hat er sich bedankt und wir sind weitergefahren. Auf einmal hält der Blödmann schon wieder vor einem dubiosen Laden, wo wir noch mal reingehen sollen. Eigentlich hatte ich spätestens jetzt keine Lust mehr auf das Spielchen, aber die Straße sah nicht verlockend aus zum Aussteigen und ein neues Tuk Tuk zu suchen. Also sind wir auch hier kurz reingegangen. Hier hätte man häßlichen Schmuck, Magnete oder Anzüge kaufen können. Tatsächlich war der dritte Stop dann auch wirklich bei dem großen Buddha. Hier wollte er auf uns warten, während wir schnell reingehen und ein paar Fotos machen.
Doch als wir wieder kamen, war der Herr einfach weg. Nun gut, für die Spritztour haben wir immerhin gar nichts bezahlt. Offenbar waren die zwei Stempel mehr wert, als unser Fahrtpreis und so hat es sich wohl nicht gelohnt auf uns zu warten. Aber an bekannten Stellen ist es immerhin nicht schwer ein neues Tuk Tuk aufzutreiben und so haben wir einen neuen Fahrer genommen.
Auch er wollte, dass wir in einen Laden für ihn gehen. Im Gegensatz zum ersten Fahrer hat er dies aber im Voraus kommuniziert und uns auch wirklich an die restlichen Tempel gefahren. Das alles für 20Baht (50Cent). Also haben wir uns in dem dritten Laden Kataloge für maßgeschneiderte Kleider und Anzüge angesehen. Im Prinzip ist das echt ne tolle Sache und mit umgerechnet 90 Euro für ein Abendkleid auch nicht zu teuer. Aber wir wollten ja ganz was anderes unternehmen, von daher sind wir hier auch wieder so schnell abgehauen, wie es ging. Ansonsten war der zweite Fahrer wirklich nett und hat seine Arbeit gut erledigt.
An den Tempelstops hat er brav auf uns gewartet und sogar ein Foto von uns auf dem Fahrersitz gemacht. Abends hat er uns wieder in unserer Straße, der Khaosan Road abgesetzt. Nun haben wir also 10Baht pro Person ausgegeben, statt den kalkulierten 450. Entsprechend war zu viel Geld übrig, um es aufzuheben und wir haben uns spontan dazu entschieden noch ein bisschen bummeln zu gehen…

goldener Riesenbuddha

wir fahren Tuk Tuk

Wenigstens 1x wollten wir die Straße komplett entlang laufen. Um unser Geld auszugeben, haben wir ein paar Sachen von den Straßenständen gegessen (in der Hoffnung, dass der Magen das mitmacht). Zunächst haben wir Kokosnusseis probiert. Danach gab es Pad Thai als Abendessen. Später noch einen eisgekühlten Fruit Mix zur Abkühlung. Außerdem haben wir eine Karikatur von uns malen lassen und gegrillte Insekten fotografiert (hierfür verlangen die Verkäufer 10 Baht als Fotogebühr, aber das ist vermutlich billiger, als die Dinger zu kaufen, denn essen wollten wir sie definitiv nicht!).
Am Abend waren wir dann fix und fertig mit der Welt.
Nun heißt es zum letzten Mal Koffer packen, aber hey – immerhin geht die Klimaanlage in unserem Zimmer seitdem die Putzfrau heute da war endlich und im Zimmer ist es angenehm kühl geworden =)

die Backpackermeile… und abends ist hier die Hölle los

hier gibts das leckere Kokosnusseis

Bangkok

Nach zwei Flügen haben wir Bangkok mitten in der Nacht erreicht. Im Flugzeug haben wir von unserer Sitznachbarin (ebenfalls eine Deutsche – wer hätte das gedacht) den Tipp bekommen, dass noch ein Backpacker im Flugzeug sitzt, der ebenfalls in Bangkok übernachten will und dass wir uns doch die Taxikosten teilen könnten. Also haben wir den entsprechenden Herren bei der Gepäckausgabe ausfindig gemacht und beschlossen uns ein Taxi zu teilen. Allerdings passen drei große Gepäckstücke nicht mehr in den Kofferraum der regulären pinken Taxis (zu schade, damit wäre ich ja sehr gerne auch mal gefahren – vielleicht beim Rückweg dann). Schließlich haben wir dann ein Angebot für ein größeres Taxi bekommen. Im Endeffekt war der vorher vereinbarte Preis so bemessen, wie man im Internet für normal bezeichnet hat. Als Europäer bzw. Tourist wird man hier nämlich gerne mal übers Ohr gehauen und zahlt bei vielen Sachen wohl mehr als Einheimische. Prinzipiell ist das ja auch okay, weil wir deutlich mehr Geld haben – aber nachts um 2Uhr und nach der Reise steht einem der Sinn nicht mehr nach solchen Spielchen. Dann ging es eine kleine Ewigkeit über die Autobahn, denn der Flughafen ist ein gutes Stück außerhalb der Stadt. Gegen 2.30Uhr haben wir schließlich die Khaosan Road erreicht. Hier ist nachts wortwörtlich die Hölle los. Zumindest wenn man mit dem Koffer versucht sich durch die Partymenge zu quetschen. Um kurz vor 3 Uhr haben wir es schlussendlich in unser Zimmer geschafft, in dem es ebenso heiß war wie draußen. Es ist zwar eine Klimaanlage vorhanden, doch entweder funktioniert diese nicht oder wir sind einfach nur zu doof dazu sie anzustellen. Fenster öffnen bringt leider nichts, wenn es draußen genauso schwül heiß ist wie drinnen. So habe ich meine erste Nacht in Bangkok dann wohl schwitzend und schlaflos im Bett verbracht.

Am Morgen wollten wir eigentlich unser straffes Sightseeingprogramm beginnen, doch das hatten wir wohl zu optimistisch ausgelegt. Erstens sind wir erschöpft von den 7 vorherigen Wochen des Reisens, zweitens macht uns die Hitze zu schaffen und drittens lassen sich manche Sachen auch einfach nicht so umsetzen, wie man das gehofft hatte. Zum Beispiel wollten wir erst in den größten Tempelkomplex gehen. Schon vor der Hoteltür wurden wir von etlichen Fahrern beleiert wir sollen doch mit ihnen Tuk Tuk fahren. Dabei soll der Tempel nur 1km entfernt liegen, wäre durchaus in Laufnähe. Jeder will einem was andrehen und in seinen Laden locken. Alle paar Meter stinkt es nach etwas anderem. Eine Minute in der Sonne, beginnt der Schweiß in Bächlein am Körper runterzulaufen. Und so wurden wir dann an der ersten Kreuzung doch von einem Tuk Tuk Fahrer angehalten. Er hatte einen großen Stadtplan und hat uns erst mal erklärt, wo wir sind und wo die Tempel etc. liegen. Irgendwie hat er mitbekommen, was wir uns angucken wollten und konnte dann auch vom Lumpini Park abraten, da hier wohl aktuell politische Unruhen stattfinden. Dort wo wir sind, merkt man allerdings gar nichts davon. In der Khaosan Road kommt es einem einfach nur vor wie auf einem thailändischen Ballermann… Als nächstes Problem tauchte dann meine Bekleidung in den Vordergrund. Für den Tempel waren die T-Shirt Ärmel zu kurz. Eine lange Hose hatte ich ja extra vorsorglich schon eingepackt. So würde man mich jedenfalls nicht reinlassen. Wir hatten aber keine Lust schon wieder zum Hotel zurückzugehen (nachdem wir bereits zwei Mal wieder ins Zimmer mussten, um vergessene Gegenstände zu holen – ja, das ist vielleicht wegen der Hitze passiert) und uns noch mal passend anzuziehen und haben den Tempelbesuch eben auf morgen verschoben. Schlussendlich wollten wir dann eben zuerst einkaufen gehen. Also haben wir ein Tuk Tuk genommen und haben uns zum Einkaufszentrum MBK fahren lassen. Ich wollte ja schon lange mal mit dem lustigen Fahrzeug fahren und bei der Hitze ist der Fahrtwind auch durchaus angenehm. Nur der Fahrstil könnte beruhigender sein. Wäre ich Autofahrer, würde ich vermutlich an jeder Kreuzung kläglich beim Abbiegen scheitern oder irgendwelche Drehmanöver von Rollern viel zu spät realisieren. Nein – der Verkehr ist nicht so mein Ding hier..

während der Fahrt im Tuk Tuk ist unser Fahrer mal eben rausgesprungen und hat am Vorderrad herum hantiert

Im MBK findet man etliche Verkaufsbuden auf 7 Stockwerken. Es sieht aus wie ein riesiger, klimatisierter Flohmarkt. Die Temperaturen im Einkaufszentrum waren so angenehm, dass wir den ganzen Tag dort verbracht haben. Hier muss man auch sehr genau gucken, wo die Preise am besten sind, denn alle Waren gibt es mehrfach zu unterschiedlichen Preisen. Oft haben wir sie billiger bekommen, da wir erst beim zweiten Durchgang wirklich angefangen haben zu kaufen. Technik ist hier ziemlich preiswert und da konnte ich nicht widerstehen mir einen Gorillapod zu kaufen, der in Deutschland aktuell 10x so viel kostet, wie hier 😉
Da wir nach Bangkok nach Hause fliegen, müssen wir uns ja endlich keine Sorgen mehr darüber machen, wie alles gut in den Koffer passt und dass dieser nicht zu schwer wird…

Insgesamt ist Bangkok ziemlich anders, als alle Orte, an denen ich bisher war. Es ist sehr voll und lebendig, anstrengend, laut und heiß. Viele Leute laufen mit Mundschutz herum, was  für eine enorme Luftverschmutzung spricht. Am Straßenrand stehen Stände, wo man Essen kaufen kann (wir lassen das mal lieber sein, dem europäischen Magen wollen wir auf der letzten Etappe keinen Schaden zufügen). Gestern wurden Spieße gegrillter Skorpione angeboten. Soll ja angeblich wie Chips schmecken, aber ich werde dieses kulinarische Highlight nicht selbst probieren!

Für morgen ist ein Ausflug zu den schwimmenden Märkten, sowie dem Zugmarkt geplant. Diese sind etwas außerhalb von Bangkok, ich bin also sehr gespannt, wie lebendig es dort zugeht…