“Mach doch das Stativ ein bisschen tiefer, du siehst ja gar nichts…”

Gestern morgen ging es wieder mit der ersten Metro los in Richtung La Défense. Pünktlich kurz vorm Sonnenaufgang sind wir dann auch dort angekommen. La Défense ist das wahrscheinlich modernste Stadtviertel in Paris mit vielen unterschiedlichen Hochhäusern. Es steht in einem krassen Gegensatz zu der ganzen alten Bausubstanz, die es im Rest der Stadt zu finden ist. Bei der Arbeit wurde ich von einem Passanten angesprochen, dass ich meine Kamera doch ein bisschen tiefer montieren soll, dann könnte ich besser sehen. Naja, die können ja nicht wissen, dass die Kamera so hoch hängen muss.
Da es so viele interessante Motive gab, hat nicht mal die Zeit bis zum Frühstück gereicht. Schließlich mussten wir danach erneut dort hin fahren. Und wie erwartet, war es danach deutlich voller…

La Défense

Am Nachmittag haben wir uns dann noch das Panthéon angesehen (hier gilt auch wieder: freier Eintritt für alle unter 26 Jahren). Da ich keine große Lust hatte mir Gräber anzusehen, habe ich in der Umgebung ein paar Fotos gemacht und mich dann auf die Stufen vorm Eingang gesetzt, um zu warten, bis die beiden wieder rauskommen. Das Ausruhen auf dem kühlen Bode hat auch sehr gut getan bis eine Frau auf mich zukam und meinte, dass ich hier Stative verboten sind. Toll, ich hatte es ja nur neben mir stehen (schließlich hat es ja 3 Beine) und habe ihr dann auch gesagt, dass ich es doch gar nicht benutze. Sie blieb stur und ich musste mein Stativ dann flach auf den Boden legen, so war es dann okay. Mich wundert es sehr, als ob das jetzt einen Unterschied machen würde. Paris ist wirklich keine fotografen-freundliche Stadt. Mit Stativ darf man quasi nix besichtigen (aber gegen einen sperrigen Kinderwagen wird nichts gesagt), außerdem dürfen die meisten Sehenswürdigkeiten nur aus der Hand fotografiert werden (weil es ja sooo einen Unterschied macht, ob man jetzt noch ein Stativ unter der Kamera stehen hat) und zu allem Überfluss rennen einem ja sowieso permanent Menschen durchs Bild. Hierbei ist es sogar noch der positivste Fall, wenn sie tatsächlich DURCH das Bild rennen und sich nicht ober dreist 1m vor die Kamera stellen, um dort selbst Bilder zu machen, auch wenn es mehr als offensichtlich ist, dass ich dort gerade auch Fotos mache.
Gegen Abend kam dann mein persönliches Highlight: Eiffelturm zum Sonnenuntergang. Zeitlich hat es gerade so noch hingehauen, denn vor dem Aufzug war eine lange Schlange. Mittlerweile kommt man sich auch dort vor wie am Flughafen: etliche Gegenstände dürfen nicht mitgenommen werden, Taschen werden durchgecheckt, Menschen müssen sich dem Security Check unterziehen. Hat man all das erfolgreich absolviert, darf man auch hinauf. Leider wird dort die erste Etage gerade umgebaut,so dass es keine Post mehr gibt (wo man einen Eiffelturm Poststempel bekommen würde). Also sind wir direkt zur 2. Etage hinauf gefahren und haben den Sonnenuntergang von dort aus im Gedränge der Menschenmassen beobachtet. Man könnte sich schon vorkommen wie in einem Bienenschwarm- sehr anstrengend, vor allem wenn man versucht die Kamera am Geländer zu stabilisieren, damit die Bilder nicht verwackeln und man dabei permanent von allen Seiten angeschubst wird.

Trotz allem hat es mir dort oben wieder sehr gut gefallen und zum ersten Mal habe ich das beleuchtete Paris von oben gesehen: es lohnt sich wirklich!!!

Notre Dame

Triumphbogen
Invalidendom

Parc du Champ de Mars + Tour Montparnasse

Sacré Coeur

zu jeder vollen Stunde blinkt der Turm für ein paar Minuten (von unten siehts schön aus, von oben blendet es gewaltig)