Genua

Heute morgen wollten wir mit dem Zug weiter nach Genua fahren. Wer über die deutsche Bahn lästert, soll erst mal nach Italien fahren. Unser Zug sollte um 9.10Uhr abfahren. Stattdessen stand er eine Ewigkeit am Gleis rum. Kein Schaffner in Sicht – niemand den man fragen kann. An Durchsagen braucht man gar nicht erst zu denken. So wie ich das interpretiert habe, muss man im IC wohl einen Platz reservieren – also hatten wir immerhin einen festen Sitzplatz in einem kuscheligen Abteil. Mit 20Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Irgendwann hielt der Zug an – ohne Vorwarnung. Spannend! Woher soll man denn dann vorher wissen, wann man am Zielbahnhof ankommt. Auf gut Glück haben wir uns dann 10Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit in den Gang gestellt, um mit unserem Gepäck schnell genug rauszukommen. Geklappt hat es jedenfalls, denn wir sind in Genua angekommen. Nächstes Problem: unsere Kartenapp “Citymaps to go” hat mal wieder keine genaue Ahnung, wo unser Hotel ist, also sind wir auch wieder erst einmal dran vorbeigelaufen. Ich finde es zwar toll, dass man sich dort freie Karten runterladen kann und auch offline nach Orten suchen kann, allerdings hat uns die App jetzt schon in zwei Städten nicht viel geholfen. Eine bessere Alternative wären wahrscheinlich statische Karten (nächstes Mal dann).
Wie auch immer – gegen 11Uhr haben wir unser Hotel erreicht und uns dort dann einen richtigen Stadtplan geben lassen. Die Rezeptionistin war auch gleich so nett und hat uns einen Rundgang eingezeichnet, den wir ablaufen können, um alle Sehenswürdigkeiten der Altstadt zu verbinden. Die Entfernungen sind so gering, dass  man hier (im Gegensatz zu Mailand) alles prima zu Fuß erreichen kann. Meiner Meinung nach reicht auch ein Tag vollkommen aus, um die Stadt zu besichtigen.
Die Straßen in Genua sind recht klein und hübsch, es gibt viele bunte Häuser und man muss wie überall in Italien aufpassen nicht überfahren zu werden. Am Hafen gibt es das größte Aquarium Europas und passenderweise haben das die Nervensägen, die einem irgendwelche gefälschten Markensachen verkaufen wollen, auch mitbekommen und sich dort platziert. Neue Mode dieses Jahr scheint es zu sein, dünne Wollbändchen (wie die Freundschaftsbändchen, die man als Kind gemacht hat) zu verteilen. Wenn man diese nicht haben will, werden sie richtig ungemütlich und packen einem und laufen hinterher. Ich persönlich habe da ja lieber meine Ruhe…

Mittags haben wir “Penne Portofino” probiert. Ich vermute, dass es eine Soße aus der Region ist, da ich vorher noch nicht davon gehört habe. Geschmeckt hat es jedenfalls sehr gut, ob man das wohl zu Hause auch nachkochen kann… 😉
Am Nachmittag sind wir schließlich in die andere Richtung gelaufen: auf den Berg hinauf. Wer zu faul ist zum Laufen, kann einen von den vielen Aufzügen nehmen oder mit dem Bus hochfahren. Es ist wirklich unglaublich, wie dicht dort der ganze Boden zugebaut wurde. Siebenstöckige Häuser sind keine Seltenheit, eine einzige Steinwand hat man da vor sich. Ist man erst mal oben, hat man eine “schöne” Aussicht auf Genua. Man sieht zumindest den neuen sowie den alten Hafen und die Altstadt.Was mir dort besonders gut gefallen hat: fast keine Touristen.

Am Abend habe ich einen lustigen Kebab gesehen: mit Schokolade statt Fleisch. Das musste ich natürlich mal probieren. Der Pfannkuchen außen hat etwas geschmeckt wie ein labberiger Glückskeks. Gefüllt war er mit Sahne, Schokolade (die extra von einem Drehspieß abgeschnitten wurde, wie das bei normalen Dönern auch gemacht wird) und Karamellsoße. Ich fand es ganz  lecker, aber ein zweites Mal würde ich es mir dann doch nicht kaufen.