Fazit zu den USA

Einen Monat ist die USA-Reise nun schon wieder her. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich finde es wird Zeit für einen Abschlussbeitrag, in dem ich meine Eindrücke mal zusammenfasse.
Für mich war es der erste Amerikaaufenthalt und somit gab es natürlich viel Neues.
Amerika kennt man schon seit Jahren aus den großen Filmen. Und es sieht tatsächlich auch in Wirklichkeit so aus, wie man es aus dem Fernseher kennt. Natürlich sind die Kulissen nicht neu… im Gegensatz zu den gerade erst entstehenden asiatischen Großstädten, wie zum Beispiel Dubai, hat Amerika auf mich eher alt gewirkt. Es wurde noch sehr viel mit Beton gebaut. Funktional, aber nicht hübsch.
Auch die Hotels sehen innen nicht wirklich modern aus. Dafür hat man aber dann auch mega große Zimmer mit riesigen Betten (leider immer ohne Klobürsten und mit komischen, vorne geöffneten Klobrillen). Bekannterweise ist in Amerika ja alles größer. Das stimmt. Leider auch die Entfernungen. Als Europäerin denke ich irgendwie immer, dass man in einer Stadt zu Fuß (und mit öffentlichen Verkehrsmitteln) zurecht kommt. Aber das stimmt nicht. Amerikanische Städte sind für das Auto ausgelegt. Es gibt gar nicht immer überall einen Bürgersteig und abgesehen davon ist es einfach nur weit.

Die Amerikaner machen sowieso den Eindruck, dass sie Fahrzeuge unheimlich lieben. Die meisten Autos sind sehr groß und wenn sie dann in den Campingurlaub fahren, ist das Wohnmobil so groß wie ein ausgewachsener Reisebus. Die Seiten lassen sich zu allem Überfluss noch ausfahren – damit es drinnen nicht so eng wird. Selbstverständlich muss das Auto (oder Quad oder Motorräder…) auch noch mit und wird kurzerhand ebenfalls an das Wohnmobil angehängt. In Deutschland is man das eher andersherum gewöhnt: Auto vorne und Wohnwagen als Anhänger.

Auch das Essen ist so klischeehaft, wie man es sich vorstellt: viel Fastfood, aber auch Burritos und Tacos werden gerne und oft gegessen. Während meiner Reise gab es quasi immer die gleichen drei Gerichte: Pizza, Burger und Tacos.
Das Brot ist leider total weich und schlabberig. Das war am schlimmsten für mich, weil ich gerne was zum Kauen habe. Es geht doch nichts über eine Scheibe frisches Bauernbrot…
Zu allen Arten von Limo (mit Kohlensäure) sagen die Amerikaner übrigens “Soda”. Ich dachte erst damit wäre Wasser gemeint, stimmt aber nicht.

Ansonsten war ich noch von dem schlechten Eurokurs überrascht. Die $-Preise waren zwar minimal niedriger, als die Euro-Preise, da aber hier nie Steuern (und Trinkgeld) eingerechnet sind, kam es wirklich fast auf 1:1 hinaus. Hat ja auch Vorteile: man braucht nicht zu umzurechnen.
Das Trinkgeld fällt in Amerika auch größer aus als daheim. Wenn man zufrieden war, werden 15-20% Trinkgeld erwartet. Haut ganz schön rein finde ich.

Zuletzt aber auch was total tolles, das ich in den USA entdeckt habe: “Hot Tubs”. Das sind heiße Pools. Und zwar wirklich heiße, das Wasser ist wärmer als der Körper und deshalb kann man sich da am Zeltplatz abends auch wunderbar drin aufwärmen, selbst wenn es schon dunkel und kühl ist. Nach einer Weile in der heißen Blubberbrühe, wird es einem definitiv warm!

Zur GAdventures Gruppe:

Las Vegas Sign

Las Vegas Sign


Die Reise in der Gruppe hat mir gut gefallen – “it was so pretty”. Da ich vorher noch nie wirklich zelten war, bin ich froh nun auch diese Art des Reisens ausprobiert zu haben. Blöd ist dabei, dass man seine Elektrogeräte nicht bequem aufladen kann – so musste ich darauf vertrauen, dass keiner meinen Kameraakku im Gemeinschafts-Klohäuschen klaut. Aber es gab wenigstens auf jedem Campingplatz genügend Steckdosen, so dass jeder seine Sachen aufladen konnte. Ja und allgemein auch die Wertsachen sind ein Problem (und davon habe ich ja immer jede Menge dabei, allein schon wegen der Kamera). Wir konnten die Wertsachen über Nacht im Bus aufbewahren und einer der Guides hat dort geschlafen und aufgepasst.
Ich würde sagen beim Camping muss man ein bisschen offener sein und viel Vertrauen in seine Gruppe haben. Aber immerhin das Vertrauen war da und wir konnten uns aufeinander verlassen: wenn es hieß um 8 Uhr wollen wir aufbrechen, hat das eigentlich immer gut geklappt. Jeder hat die Zeiten ernst genommen und zugesehen, dass alles zusammengepackt, die Zelte abgebaut und der Anhänger beladen war.
Auch die Lagerfeuerabende waren sehr schön – auch wenn wir dann irgendwann alle nach Rauch gestunken haben und alle Kleidung dreckig war 😉

Allerdings hat eine organisierte Gruppenreise natürlich auch Nachteile. Alles ist vorgegeben. Auch die Pausen. Und wenn nur 2 Stunden Aufenthalt vorgesehen sind, kann man diesen leider nicht beliebig verlängern. Klar, bei nur 12 Teilnehmern hat man noch ein bisschen Einfluss – allemal mehr als in einem großen 50-Mann Reisebus. An manchen Stellen war ich etwas traurig, dass wir nicht mehr Zeit vor Ort hatten – wobei von Anfang an klar war, dass wir sehr weite Strecken zurücklegen mussten (etwa 3500km). Hier ein Lob an die Reiseleiter, die sich wirklich große Mühe gegeben haben, dass die Busfahrten lustig wurden: jeder konnte seine eigene Musik abspielen, es wurde Karaoke angeboten, Malstunden auf Papiertüten oder auch Fotos von schlafenden Teilnehmern aufgenommen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich die weiten Distanzen nicht selbst fahren und alle Routen, Mautstraßen, Grenzkontrollen und das Nationalpark-System nicht selbst finden und verstehen musste.
Preislich gesehen war die Reise zwar teuer, aber hätte ich alles selbst organisiert, wäre es auch nicht wesentlich günstiger geworden. Ich denke nach der Gruppenreise bin ich in der Lage das Land besser einzuschätzen und sollte ich eines Tages noch Mal über den Atlantik fliegen, kann ich die Distanzen sicher besser einschätzen, dann eventuell eine Mietwagenrundreise ausprobieren und mir mehr Zeit gönnen 😉