Es geht wieder nach Hause

Freitagmorgen. Der erste Tag, an dem wir uns gegönnt haben ein bisschen länger liegen zu bleiben und als erstes zu frühstücken, bevor wir Fotos gemacht haben.
Zunächst ging es erneut zum Place de la Concorde. Die Dreharbeiten schienen zwar nicht abgeschlossen zu sein, aber immerhin war nicht mehr der ganze Platz abgesperrt. Dummerweise stand ein Polizeiauto herum und da vermutlich auch dort das Fotografieren mit Stativ verboten ist oder einer Genehmigung bedarf, habe ich mich hinter der Säule versteckt und schnell das Panorama aufgenommen, bevor ich erwischt wurde.

Als nächstes ging es zum Place de la Bastille, da wir uns erhofft haben, dass hier nicht so viel Betrieb ist, wie bei den anderen Sehenswürdigkeiten. Diesmal lagen wir auch richtig. Durch Zufall haben wir auch einen netten Kanal entdeckt, an dem man auch schöne Fotos machen kann. Leider standen dort nur Boote und nicht jeder Besitzer wollte gerne auf dem Foto sein (obwohl ich mir noch immer nicht sicher bin, wie die Rechtslage in diesem Fall ist…) – jedenfalls kann einem das ganz schön auf die Nerven gehen, wenn man ständig von seinen Motiven abgehalten wird!
Also habe ich dann beschlossen, dass ich mich nun genug mit den Franzosen geärgert habe und so haben wir den Nachmittag dann zur freien Verfügung gehabt.
Jennis Wunsch einmal über die Champs Elysées zu laufen ging endlich in Erfüllung. Dort war es brechend voll, aber irgendwie haben wir unseren Weg nach unten gefunden.

Am Samstag morgen ging es dann mit der Bahn wieder zurück nach Hause. Auch das hatte ich mir mal wieder einfacher vorgestellt. Zuerst wollten die Türen des ICEs nicht aufgehen und so standen wir eine Ewigkeit (etwa 30min) vor dem Zug und es wurde immer voller auf dem Bahnsteig. Schließlich kam wohl jemand auf die Idee dieses Stromding oben auf dem Zug mit den Stromleitungen zu verbinden und siehe da: die Türen gingen dann doch tatsächlich auf!
Kaum im Zug, verstauen wir alle unser Gepäck. Es herrscht eine große Unruhe. Plötzlich wirft einer unser Gepäck auf dem Tisch um, ich schaue auf und sehe einen Schwarzen mit einem Kamerarucksack und denke mir nur, dass er ja auch mal besser aufpassen könnte. Einen Augenblick später stellt sich heraus, dass unsere Nachbarn ihren Kamerarucksack vermissen. Da hat der Typ doch tatsächlich das Gedrängel ausgenutzt, um im Beisein der Besitzer deren Rucksack mitsamt Papieren, Kreditkarten und etlichen Wertgegenständen zu klauen! Besonders vorteilhaft: auch die Fahrkarte war in dem Rucksack. Nun ja, die Schaffner waren gnädig, sie durften so mitfahren und ein netter Mitfahrer hat ihnen ein Handy geliehen, um die Kreditkarten sofort zu sperren. Was wir alles erlebt haben! Das krasse bei der Sache: normalerweise habe ich einen Rucksack von exakt der gleichen Marke dabei. Nur heute war er ausnahmsweise IM Koffer. Da wird einem dann doch bewusst, wie viel Glück man selbst eigentlich hatte, dass es einen nicht selbst getroffen hat. Denn so unwahrscheinlich wäre es gar nicht gewesen, dass er auch an meinem Rucksack Interesse gehabt haben könnte… 
Seit heute morgen am Ostbahnhof Paris lies sich mein Koffer sehr schlecht rollen. In Frankfurt habe ich dann auch entdeckt, weshalb: die eine Rolle ist einfach aufgeplatzt. So ein Mist. Bis nach Hause haben wir es dann schon noch geschafft, aber nun müssen sich unsere Wege wohl nach 7 gemeinsamen Jahren mit vielen Reisen schon wieder trennen..