Ein Tag in und um Alesund

Gleich heute morgen sind wir nach Alesund aufgebrochen. Als erstes Ziel stand der Berg Aksla auf dem Programm, denn von dort aus sollte man eine gute Sicht auf die Stadt haben.

Die Aussicht war auch wirklich schön, bis wir dann entdeckt haben, dass unten am Hafen zwei große Kreuzfahrtschiffe standen: ein Schiff von der “Holland America Line” und “Mein Schiff” von TUI. Über das zweite habe ich mich gefreut, da ich dieses schon aus Reisewerbungen kannte und es dann doch immer ganz nett ist, wenn man nicht nur ein Bild sieht, sondern das Schiff an sich. Die Freude hielt dann auch sogar ein paar Minuten, bis schließlich ein Reisebus nach dem anderen angekommen ist und den gesamten Platz dort oben eingenommen hat. Zu dem absoluten Tiefpunkt waren 11 Busse, 1 Fahrradgruppe vom Schiff und 1 Wandergruppe dort oben: brechend voll. Katastrophal zum fotografieren. Zum Glück hatten die Touristen jedoch so ein straffes Programm, dass sie dann irgendwann wieder in die Busse gefercht wurden und dort wieder Ruhe eingekehrt ist. Nachdem dann die Fotos gemacht waren, sind wir auch wieder runtergefahren ins Zentrum, um dort unser Glück zu versuchen. Natürlich war es auch dort total voll, schließlich ist die Stadt nicht besonders groß und irgendwo müssen die Leute ja hin…

Etwas weiter weg von den typischen Postkartenmotiven und Souvenirshops wurde es dann glücklicherweise ruhiger.
Anstelle der Menschen haben hier die Möwen den Krach verursacht. Bei genauerem Hinsehen haben wir dann auch Nachwuchs entdeckt, kein Wunder also, dass die so laut waren.

Nun hatten wir aber das meiste gesehen und wollten rüber auf die benachbarten Inseln fahren (auf dem Berg gab es einen Infozettel, dass die Inseln alle über kostenfreie Tunnel verbunden sind. Der Weg war einfach zu finden, aber ich bin kein großer Freund von diesen Tunneln. Sie sind erstens recht lang (4km), dunkel, es gibt dort drinnen nur schlechte Luft und keinen Radioempfang und zu allem Überfluss geht es die erste Hälfte des Weges mit 8% Gefälle in die Tiefe und die zweite Hälfte wieder raud (meine Ohren haben sich auch kräftig beschwert). Insgesamt vier von den Übeltätern mussten wir passieren und der letzte war noch am schlimmsten: nur eine Spur für beide Richtungen. Wenn Gegenverkehr kommt, muss man sehen, wie man sich mit den paar Haltebuchten arrangiert. Glücklicherweise kamen uns nur wenige Fahrzeuge entgegen.

Auf den Inseln war es dann allerdings sehr schön. Kaum Menschen, dafür hübsche kleine Orte und ein rot-weißer Leuchtturm, die als Motiv herhalten mussten. Als dann meine 64GB-Speicherkarte mit den Fotos von heute gefüllt war, sind wir wieder zurück nach Alesund ins Zentrum gefahren, gerade rechtzeitig um die Ankunft des kleinsten Schiffes der Hurtigruten Flotte zu sehen. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich lieber mit dem Schiff von gestern fahren. So klein und schaukelig muss es dann doch nicht sein 😉