Bangkok

Nach zwei Flügen haben wir Bangkok mitten in der Nacht erreicht. Im Flugzeug haben wir von unserer Sitznachbarin (ebenfalls eine Deutsche – wer hätte das gedacht) den Tipp bekommen, dass noch ein Backpacker im Flugzeug sitzt, der ebenfalls in Bangkok übernachten will und dass wir uns doch die Taxikosten teilen könnten. Also haben wir den entsprechenden Herren bei der Gepäckausgabe ausfindig gemacht und beschlossen uns ein Taxi zu teilen. Allerdings passen drei große Gepäckstücke nicht mehr in den Kofferraum der regulären pinken Taxis (zu schade, damit wäre ich ja sehr gerne auch mal gefahren – vielleicht beim Rückweg dann). Schließlich haben wir dann ein Angebot für ein größeres Taxi bekommen. Im Endeffekt war der vorher vereinbarte Preis so bemessen, wie man im Internet für normal bezeichnet hat. Als Europäer bzw. Tourist wird man hier nämlich gerne mal übers Ohr gehauen und zahlt bei vielen Sachen wohl mehr als Einheimische. Prinzipiell ist das ja auch okay, weil wir deutlich mehr Geld haben – aber nachts um 2Uhr und nach der Reise steht einem der Sinn nicht mehr nach solchen Spielchen. Dann ging es eine kleine Ewigkeit über die Autobahn, denn der Flughafen ist ein gutes Stück außerhalb der Stadt. Gegen 2.30Uhr haben wir schließlich die Khaosan Road erreicht. Hier ist nachts wortwörtlich die Hölle los. Zumindest wenn man mit dem Koffer versucht sich durch die Partymenge zu quetschen. Um kurz vor 3 Uhr haben wir es schlussendlich in unser Zimmer geschafft, in dem es ebenso heiß war wie draußen. Es ist zwar eine Klimaanlage vorhanden, doch entweder funktioniert diese nicht oder wir sind einfach nur zu doof dazu sie anzustellen. Fenster öffnen bringt leider nichts, wenn es draußen genauso schwül heiß ist wie drinnen. So habe ich meine erste Nacht in Bangkok dann wohl schwitzend und schlaflos im Bett verbracht.

Am Morgen wollten wir eigentlich unser straffes Sightseeingprogramm beginnen, doch das hatten wir wohl zu optimistisch ausgelegt. Erstens sind wir erschöpft von den 7 vorherigen Wochen des Reisens, zweitens macht uns die Hitze zu schaffen und drittens lassen sich manche Sachen auch einfach nicht so umsetzen, wie man das gehofft hatte. Zum Beispiel wollten wir erst in den größten Tempelkomplex gehen. Schon vor der Hoteltür wurden wir von etlichen Fahrern beleiert wir sollen doch mit ihnen Tuk Tuk fahren. Dabei soll der Tempel nur 1km entfernt liegen, wäre durchaus in Laufnähe. Jeder will einem was andrehen und in seinen Laden locken. Alle paar Meter stinkt es nach etwas anderem. Eine Minute in der Sonne, beginnt der Schweiß in Bächlein am Körper runterzulaufen. Und so wurden wir dann an der ersten Kreuzung doch von einem Tuk Tuk Fahrer angehalten. Er hatte einen großen Stadtplan und hat uns erst mal erklärt, wo wir sind und wo die Tempel etc. liegen. Irgendwie hat er mitbekommen, was wir uns angucken wollten und konnte dann auch vom Lumpini Park abraten, da hier wohl aktuell politische Unruhen stattfinden. Dort wo wir sind, merkt man allerdings gar nichts davon. In der Khaosan Road kommt es einem einfach nur vor wie auf einem thailändischen Ballermann… Als nächstes Problem tauchte dann meine Bekleidung in den Vordergrund. Für den Tempel waren die T-Shirt Ärmel zu kurz. Eine lange Hose hatte ich ja extra vorsorglich schon eingepackt. So würde man mich jedenfalls nicht reinlassen. Wir hatten aber keine Lust schon wieder zum Hotel zurückzugehen (nachdem wir bereits zwei Mal wieder ins Zimmer mussten, um vergessene Gegenstände zu holen – ja, das ist vielleicht wegen der Hitze passiert) und uns noch mal passend anzuziehen und haben den Tempelbesuch eben auf morgen verschoben. Schlussendlich wollten wir dann eben zuerst einkaufen gehen. Also haben wir ein Tuk Tuk genommen und haben uns zum Einkaufszentrum MBK fahren lassen. Ich wollte ja schon lange mal mit dem lustigen Fahrzeug fahren und bei der Hitze ist der Fahrtwind auch durchaus angenehm. Nur der Fahrstil könnte beruhigender sein. Wäre ich Autofahrer, würde ich vermutlich an jeder Kreuzung kläglich beim Abbiegen scheitern oder irgendwelche Drehmanöver von Rollern viel zu spät realisieren. Nein – der Verkehr ist nicht so mein Ding hier..

während der Fahrt im Tuk Tuk ist unser Fahrer mal eben rausgesprungen und hat am Vorderrad herum hantiert

Im MBK findet man etliche Verkaufsbuden auf 7 Stockwerken. Es sieht aus wie ein riesiger, klimatisierter Flohmarkt. Die Temperaturen im Einkaufszentrum waren so angenehm, dass wir den ganzen Tag dort verbracht haben. Hier muss man auch sehr genau gucken, wo die Preise am besten sind, denn alle Waren gibt es mehrfach zu unterschiedlichen Preisen. Oft haben wir sie billiger bekommen, da wir erst beim zweiten Durchgang wirklich angefangen haben zu kaufen. Technik ist hier ziemlich preiswert und da konnte ich nicht widerstehen mir einen Gorillapod zu kaufen, der in Deutschland aktuell 10x so viel kostet, wie hier 😉
Da wir nach Bangkok nach Hause fliegen, müssen wir uns ja endlich keine Sorgen mehr darüber machen, wie alles gut in den Koffer passt und dass dieser nicht zu schwer wird…

Insgesamt ist Bangkok ziemlich anders, als alle Orte, an denen ich bisher war. Es ist sehr voll und lebendig, anstrengend, laut und heiß. Viele Leute laufen mit Mundschutz herum, was  für eine enorme Luftverschmutzung spricht. Am Straßenrand stehen Stände, wo man Essen kaufen kann (wir lassen das mal lieber sein, dem europäischen Magen wollen wir auf der letzten Etappe keinen Schaden zufügen). Gestern wurden Spieße gegrillter Skorpione angeboten. Soll ja angeblich wie Chips schmecken, aber ich werde dieses kulinarische Highlight nicht selbst probieren!

Für morgen ist ein Ausflug zu den schwimmenden Märkten, sowie dem Zugmarkt geplant. Diese sind etwas außerhalb von Bangkok, ich bin also sehr gespannt, wie lebendig es dort zugeht…