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Neue Domain

Jahrelang habe ich mir über den richtigen Namen Gedanken gemacht und war schließlich so stolz, als mir “World Wide Weg – mit Kamera on Tour” eingefallen ist.

Kürzlich wurde ich dann jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass der Name “World Wide Weg” bereits von Thomas Cook patentiert wurde, sowohl im Reise-, als auch im Fotobereich. Das heißt für alle anderen, dass wir den Namen nicht mehr verwenden dürfen. Schade. Ich hatte so lange nach einem knackigen Namen gesucht, den man sich gut merken kann und sogar ein Logo und Visitenkarten dazu erstellt. Selbst wenn es Thomas Cook finanziell gerade sehr schlecht geht, möchte ich das Risiko nicht weiter eingehen und habe mich dazu durchgerungen auf meinen eigenen Namen zu wechseln. Jetzt findet ihr die Inhalte unter annahopfinger.de

Ich habe jedoch nicht alle Inhalte 1:1 kopiert, sondern den Schwerpunkt auch mehr auf Fotos gelegt. Der Reiseanteil rückt weiter in den Hintergrund, da mir einfach die Zeit fehlt, um hier viel guten Content zu produzieren.

New Year’s Eve trip to the United Arab Emirates

Directly in January it was clear to us, next time we want to celebrate New Year’s Eve in the warm and so that we also get the desired accommodation, we booked directly 11 months in advance. Already at this time a lot of things were already not available and the prices partly shot up into the immeasurable. Pretty happy with our choice we have waited for the year and now it is time. The last travel preparations are on the agenda. This time we have booked our holiday flats via AirBnB and slowly want to get our check-in information. But the host for our New Year’s Eve apartment does not answer. I try several times, call the support of AirBnB and finally reach him by phone. He has nothing to do with it. After days of back and forth, the apartment is cancelled. At least for us this means we get our money back. Unfortunately, we now also lost our great roof terrace and don’t know where to find a good and affordable accommodation anymore. With a budget of 30.000€ for two nights the world is still open for us, but that is not possible for us. At short notice between the Christmas parties in Germany, a hotel will be organized, without a view, but we have a place to stay again. There is one good thing about it: we know 6 days in advance and can adjust to the new situation and above all: make the best of it!

Es kann los gehen! In aller Frühe machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Es ist unser erster Flug mit Oman Air (und mit einem Zwischenstop in Muskat), denn die Direktflüge nach Dubai sind zu dieser Jahreszeit etwa doppelt so teuer, wie ein Umsteigeflug. Die Maschinen sind ein bisschen kleiner und haben eine 2-4-2 Bestuhlung, die gut zu unserer Gruppengröße passt. Meine Lieblingsairline wird es wohl trotzdem nicht werden. Der Check-in war sehr umständlich und die Crew wirkt sehr desinteressiert, manche Speisen kommen unvollständig und den Getränken muss man auch mehrfach hinterherrufen, um in der trockenen Kabinenluft nicht zu verdursten.

Spät abends landen wir in Dubai. Bis wir unser Auto haben und noch ein paar Getränke, sowie einen kleinen Snack zu Essen besorgt haben, ist es mitten in der Nacht. Vermutlich war dies das Beste was uns passieren konnte, denn auch die sonst sehr stark befahrenen Straßen sind mittlerweile Recht leer und es ist nicht ganz so schwer sich mit dem Auto einzufinden. Anfangs hapert es mit der Navigation ein bisschen, das GPS scheint immer nur bei einem unserer Handys gleichzeitig guten Empfang zu haben und so kommt es, dass wir das ein oder andere Mal eine Abfahrt verpassen. In Deutschland kein Problem, hier kann es jedoch schnell Mal eine Viertelstunde extra bedeuten. Um halb zwei erreichen wir unsere Wohnung in Dubai Marina. Wenigstens hier läuft alles reibungslos. Der Schlüssel befindet sich unter der Fußmatte und wir haben das Tagesziel erreicht! Am beeindruckendsten ist die Aussicht von unseren Balkonen: direkt auf das Hafenbecken und den Cayan Tower.

Am nächsten Morgen quäle ich mich um 6:30Uhr wieder aus dem Bett (normalerweise kein Problem, hier ist es jedoch mit Jetlag gefühlt noch 3:30Uhr) und fotografiere den ersten Sonnenaufgang vom Balkon aus. Ich habe Glück und es sind ein paar Wölkchen da, die sich kurz bunt einfärben.

Sonnenaufgang vom Balkon aus

Sonnenaufgang vom Balkon aus

Ein paar Stunden später wird der Rest der Truppe auch wach und wir besorgen uns im nächsten Supermarkt Essen für den Tag. Nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir los in die Wüste. Dort gibt es eine verlassene Stadt, die wir besichtigen wollen. Der Sand war den Menschen scheinbar zu lästig, denn es weht permanent ein Wind und bläst immer mehr Sand in die Häuser. Man hat das Dorf also aufgeben und etwas weiter weg von den Sanddünen eine neue Siedlung gebaut. Heute fahren Schaulustige und Touristen dort hin und können auf den Sanddünen in den Hausern rumklettern. Wir sind fast alleine dort und können uns ungestört bewegen und fotografieren.

Lost Place in der Wüste

Lost Place in der Wüste

Anschließend geht es zurück in die Stadt. Wir wollen den Sonnenuntergang von der Palme aus beobachten.

Dubai Marina

Burj Al Arab

Auch der zweite Urlaubstag beginnt nach einer kurzen Nacht. Jürgen und ich fahren im Dunklen zur Tolerance Bridge, um dort den Sonnenaufgang zu fotografieren. Was wir nicht bedacht haben: die Sonne ging hinter einem Hochhaus auf und wir haben davon nichts sehen können. Trotzdem war ich wieder ein schönes Fotomotiv, vor allem kurz vorher in der Dämmerung, als die Gebäude beleuchtet waren.

Tolerance bridge

Zum Frühstück gehen wir diesmal in ein Restaurant. Mit Sicht auf Dubai Marina schmeckt es gleich doppelt so gut.

Nach einem Stop in der Ibn Battuta Mall fahren wir weiter nach Abu Dhabi. Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang bei der Moschee fotografieren, doch vor zwei Wochen wurde dort der Eingangsbereich umgebaut. Es scheint als müssten alle Besucher auf der halben Parkfläche parken und über einen (von später vier) Eingang kontrolliert werden. Dieser Vorgang ist so zeitaufwändig, dass wir erst in der schwarzen Nacht in die Moschee gehen dürfen. Wäre der Weg dorthin nicht so weit gewesen, hätten wir uns die langen Schlangen wahrscheinlich nicht angetan. Vor zwei Jahren war ich sehr begeistert von der Architektur, doch heute würde ich einen Besuch nicht mehr empfehlen. Oder zumindest nicht zu dieser belebten Uhrzeit, es sei denn ihr wollt über eineinhalb Stunden in Warteschlangen verbringen.

Moschee Abu Dhabi

Hungrig fahren wir zurück nach Dubai. An der Emiratsgrenze gibt es einen Rastplatz namens “Last Exit”. Dort sind lauter Foodtrucks aufgestellt, an denen man zu Fuß oder direkt aus dem Auto heraus sein Essen bestellen kann. Da es nachts so angenehm mild ist und das Auto nicht nach Essen riechen soll, bestellen wir unser Abendessen zu Fuß. Wie üblich habe ich auch noch eine kleine Runde mit der Kamera gedreht, schließlich brauche ich Aufnahmen für den VLOG. Und dann ist es wieder passiert: meine Kamera ist aufgefallen. Sie sieht einfach zu professionell aus, dabei waren die Aufnahmen ja nur für nicht-kommerzielle Zwecke. Das habe ich dem Wachmann auch erklärt, doch er wollte trotzdem, dass ich einen Zettel ausfülle, in dem ich bestätige die Aufnahmen nur für diesen Zweck zu verwenden. So schnell kann der Spaß vergehen.

Last Exit Dubai

Last Exit Dubai

Nach zwei vollgepackten und aktiven Tage wollen wir heute ein paar Stunden an den Strand gehen. Der Zugang ist gut versteckt und die letzten Male habe ich ihn nicht gefunden. Mitten durch eine Baustelle führt ein schmaler Strandzugang und dann stehen wir im Sand, vor uns lacht uns das 26° warme Meer an. Wasser und Luft haben also etwa die gleiche Temperatur und wir gehen baden. Ende Dezember. Es hat schon etwas Komisches. Am Anfang kam uns das Meer sehr klar und sauber vor, doch dann wurde eine DIN A4 große Shrimps Tüte aus Indien angespült. Sofort sind die Bilder aus dem Fernsehen im Kopf: Plastik landet im Meer, wird dort zu Mikroplastik, dann von Fischen gegessen und somit auch von uns. Eine ganz schlechte Entwicklung! Also fische ich die Tüte raus. Eigentlich wollte ich sie direkt zum Strandmülleimer bringen, doch dann kommt das nächste Stück angeschwemmt. Und noch eins. Der Blick ist geschärft und in wenigen Minuten habe ich drei Hände voller Plastikmüll entsorgt. Es ist wirklich erschreckend wie viel Müll in einem sauber aussehenden Meer herumschwimmt!!

Dann müssen wir zurück in die Wohnung, schnell duschen und den Sand abspülen, denn wir haben einen Zeitslot im Shangri-la Hotel gebucht. Auf Etage 42 gibt es einen Balkon ohne Glasverkleidung mit Blick auf den Burj Khalifa und die wohl meistbefahrene Straßenkreuzung Dubais. Das Fotomotiv steht schon lange auf meiner Wunschliste und deshalb bin ich auch bereit die Eintrittsgebühr von 250AED zu bezahlen. Die Uhrzeit ist perfekt: wir sehen sowohl den Sonnenuntergang, als auch die blaue Stunde von hier aus.

Shangri-La Balkon

Auch der Silvestermorgen startet nicht langweilig. Diesmal müssen wir richtig früh aufstehen, denn wir haben eine Ballonfahrt in der Wüste gebucht. Übermüdet fahren wir um 4Uhr morgens zum Treffpunkt. Nach einer Sicherheitsunterweisung steigen wir um in ein anderes Fahrzeug und es geht durch den weichen Sand zu unserem Ballon. Während die Helfer damit kämpfen die Luft aufzuladen, werden die Fahrgäste mit einem Falken abgelenkt. Man kann ihn auf den Arm nehmen oder auf den Kopf.
Heute ist es recht windig, deshalb ist der Start recht schwierig. Zudem stehen wir zu fünft in einem kleinen Unterabschnitt des Korbs, welcher eng und unbequem ist. Zum ersten Mal gibt es in einem Korb sogar Anschnallgurte. Nach einem Geschaukel heben wir schließlich ab, genau zum Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang in der Wüste

Eigentlich hätte ich es mir spannender vorgestellt, aber wenn man über die Wüste fliegt, sieht man eben nur Sand unter sich. Je höher wir aufsteigen, desto weniger Strukturen kann man erkennen. Der Boden wirkt platt.
Gerade als wir auf fast 4000 Fuß aufgestiegen sind, erkennen wir unten einen weißen Punkt: ein Oryx. Mit meinem Teleobjektiv kriege ich es gerade so aufs Bild. Ich hatte gehofft, dass wir welche sehen, weil sie hier heller sind, als in Namibia.

Oryx im Sand

Eine Stunde später wird es Zeit für den schlimmsten Teil der Fahrt: die Landung. Hier sollen wir uns in eine Landeposition hocken, denn da es in der Wüste oft windig ist, kommt es nicht selten vor, dass der Korb umkippt und auf der Seite landet. Das ist bei uns zum Glück nicht passieren, aber der Muskelkater vom Hinhocken wird uns wenigstens noch den Rest der Reise begleiten.

Anschließend geht es zurück in die Stadt. Wir müssen unsere Sachen packen und vor 11Uhr die Wohnung abgeben.
Die nächsten Stunden bis zum Check in verbringen wir im Miracle Garden. Hier waren wir zwar schon Mal, doch die Arrangements wurden zum neu gemacht. Wir sind etwas enttäuscht, dass die Figuren viel größer und dafür weniger geworden sind, aber der gepflanzte Emirates A380 beeindruckt mich trotzdem.

Blumenairbus

Am Nachmittag können wir endlich im unser Hotel. Die Reisegruppe braucht Schlaf. Ich nutze die Zeit für eine Runde am Pool. Eine Taube leistet mir Gesellschaft. Sie scheint unbedingt auf mich fliegen zu wollen und versucht es so lange wieder, bis ich ihr schließlich die Liege überlasse und auf eine andere umziehe.

Für den Abend wir ein Verkehrskollaps erwartet, deshalb fahren wir extra früh an den Strand. Mit Picknickdecke, Cola, Knabberkram und Spielen ausgestattet, sichern wir uns um 21:30Uhr einen Platz kurz vor der Wasserkante. Wir sind alle etwas k.o. aber schaffen es irgendwie wach zu bleiben. Um uns herum wird es immer voller. Ganze Familien kommen an, bauen Zelte auf, grillen und machen es sich gemütlich. Zusammen mit tausenden anderen schauen wir gespannt das Feuerwerk an. In Dubai wird dieses von der Stadt organisiert. Eigentlich wollten wir ja den Burj Khalifa sehen, doch aufgrund der Wohnungsproblematik haben wir uns nun für den Burj Al Arab entschieden. Mit kurzer Hose stehe ich also im Wasser. Wenigstens machen das kaum andere und ich habe freie Sicht auf das Feuerwerk. Es ist wirklich komisch Silvester so zu verbringen, nicht schlecht, aber eben ungewohnt.
Zehn Minuten später ist das Spektakel vorbei und die Massen strömen zu ihren Autos. Der Parkplatz ist ein einziges Chaos. Zum Glück haben wir kurz vorm Ausgang geparkt und können mit unserem Allrad auch eine kleine Abkürzung durch den Sand nehmen. Um 1 Uhr sind wir zu Hause. Das ging besser, als befürchtet. So können wir die Nacht wenigstens noch ein bisschen schlafen.

Silvester am Strand

Hier ist Neujahr ein Tag wie jeder andere. Die Geschäfte haben auf, das Leben geht weiter wie immer. Da wir erneut die Unterkunft wechseln müssen, packen wir unsere Sachen ins Auto und verbringen den Tag in der Dubai Mall.
Trotz des Shopping Festivals finde ich in den über 1000 Geschäften nichts, was mich interessiert.

Lichtshow am Burj Khalifa

Wir warten noch auf die Fontänen Show um 18 Uhr, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Hotel im Stadtteil Jumeirah Lake Towers machen. Hier war ich bisher noch nicht.
Beim Check-in erhalten wir direkt ein Upgrade auf zwei Apartment. Gebucht war nur eins. Bekanntlich kommt das Beste zum Schluss…

So schnell ist unser letzter Tag hier gekommen und wir müssen erneut unsere Sachen packen. Mit vollbeladenem Auto geht es zum zweiten Mal nach Ras Al Khor, einem Naturschutz Gebiet für Vögel unweit der Stadt. Den ersten Versuch hatten wir an einem Freitag gestartet, doch das ist der arabische Sonntag und somit war alles gesperrt. Heute waren wir mehr erfolgreich und haben verschiedene Vogelarten gesichtet. Am meisten haben mich die vielen Flamingos interessiert.

Den Nachmittag haben wir in Deira, Dubais Altstadt, verbracht. Hier haben wir die verschiedenen Souks besichtigt und Jürgen konnte einen Einblick in das arabische Verhandeln erhaschen. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Verkauf von Waren hier ein Spiel für beide Seiten. So kam es zum Beispiel auch, dass er plötzlich in eine arabische Montur mit Kopftuch gehüllt war ohne es zu wollen. Es ist zwar teilweise sehr anstrengend und nervig, aber manchmal macht der Einkauf so auch viel Spaß – vor allem wenn sich die Verkäufer richtig ins Zeug legen und sich Geschichten ausdenken.

Souk

Nach einer Stärkung in der nächstgelegenen Mall, haben wir unser Auto am Flughafen abgegeben und sind nun auf dem Weg zurück ins kalte Deutschland.

Kurzreise nach Amsterdam

Nur noch eine Reise, bevor der Herbst richtig zuschlägt und wir monatelang kaltes Schmuddelwetter bekommen. Das haben wir uns gedacht und ein Zugticket nach Amsterdam gekauft. Mit dem ICE ist man schnell dort und Parkplätze gibt es in der Innenstadt ohnehin keine.

Drei Nächte haben wir in Hollands Hauptstadt verbracht. Der innere Teil der Stadt ist sehr konsistent und besteht fast nur aus hübschen, alten Gebäuden. Dort kosten die Unterkünfte jedoch ein Vermögen, es sei denn man begnügt sich mit einem Doppelbett im 32er Zimmer eines der vielen Hostels. Für uns ist das absolut keine Option, insofern weichen wir auf ein Hotel in einem Randbezirk aus. So müssen wir zwar immer mit der Tram und Zentrum fahren, haben es aber auch nachts wesentlich ruhiger.

Amsterdam ist eine sehr fahrradfreundliche Stadt. Überall gibt es echte Radwege, die breit sind und meist auch von der Fahrbahn für Autos getrennt. Fahrräder haben, wie es scheint, immer Vorfahrt. Egal was die Ampel sagt, man muss immer mit einem Schnittigen Radfahrer rechnen, der einen im nächsten Moment erfassen könnte. Üblicherweise habe ich den größten Respekt vor Schienenfahrzeugen, doch in Amsterdam empfinde ich die Radler als größte Bedrohung im Straßenverkehr. Selbstverständlich wird hier ohne Helm gefahren und komischerweise teilt man sich den Radweg mit anderen, motorisierten Zweirädern.

Weiterhin gibt es hier sehr viel Wasser. Etliche Grachten und Kanäle ziehen sich durch die Stadt. Man kann sie mit einem der vielen Ausflugsboote besichtigen und genau das haben wir auch gemacht. Es gibt verschiedene Angebote, von einer normalen Rundfahrt bis hin zur Dinnercruise. Da wir hier in Holland sind, dem Land des Käses, haben wir passenderweise die Cheese and Wine Tour am Abend gebucht. So konnten wir ein regionales Produkt verkosten und zeitgleich die beleuchtete Stadt ansehen. Mir fiel es allerdings etwas schwer mich gleichermaßen auf beides zu konzentrieren und so habe ich die Fahrt durch das Rotlichtviertel verpasst – falls wir dort überhaupt lang gefahren sind… Aber halb so wild, denn wir haben am nächsten Tag ohnehin eine Walkingtour durch das Rotlichtviertel gebucht.

Am zweiten Tag konnten wir Tickets für das Anne Frank Haus ergattern. Das ist gar nicht so einfach, denn 80% der Tickets waren schon weg und nur 20% der Tickets sind am Tag selbst noch verfügbar. Gebucht wird ausschließlich online und für einen exakten Zeitslot. Die vorab buchbaren Tickets waren alle schon vergriffen, auch für die nächsten Wochen, so blieb uns nur die Hoffnung auf eines der letzten Tickets. Am Tag zuvor war der Server überlastet, aber beim nächsten Mal waren wir erfolgreich.

Wie nicht anders zu erwarten war, gab es eine große Schlange vor dem Eingang und viele Touristen im Museum. Wer gerne in Ruhe durch ein Museum schlendern möchte, kann es hier vergessen.

Es ist auf jeden Fall sehr bewegend durch das Versteck der Franks zu gehen und zu sehen auf welchem Raum sie sich dort für zwei Jahre versteckt haben.

Die geführte Tour durch das Rotlichtviertel war auch gut. Wir haben viel über Drogen und Prostitution gelernt und wie Holland damit umgeht, nämlich sehr offen. Die Prostituierten müssen in Amsterdam als Freiberufler arbeiten. Sie zahlen ebenso Steuern, wie ander Freiberufler und konnen so am Sozialsystem teilhaben. Außerdem sind die roten Räume auch alle mitten in der Stadt, in Wohngebieten, neben Kitas oder Kirchen. In Amsterdam ist Sex kein Tabuthema.

Insgesamt sind wir viel eingelaufen, unter anderem auf der Suche nach Fotomotiven für den Abend. Es war ein schöner und anstrengender Ausflug bei optimalem Wetter.

Zwischenstopp in Doha

Nachdem unsere Rundreise in Afrika nun zu Ende ist, bleiben wir nur noch eine Nacht, um dann relativ gemütlich zum Flughafen zu fahren. Man denkt ja immer in Afrika ist alles nicht so gut planbar, wie zu Hause. Es kann immer etwas dazwischen kommen, auch im Verkehr und so wurde uns empfohlen den Flug erst für den nächsten Tag zu buchen. Erstaunlicherweise gab es jedoch bei unserer Tour keinerlei Probleme. Die ganze Gruppe war immer sehr pünktlich und wir konnten unseren Zeitplan immer einhalten. Dieser Eindruck sollte dann jedoch nicht mehr lange halten. Wir hatten unsere letzte Nacht individuell in einem Apartment gebucht und mussten somit als einzige die Gruppe verlassen. Damit wir morgens keinen Stress haben, hat Benedikt sich direkt von Deutschland aus schon um einen Flughafenshuttle gekümmert. Wir haben gesagt, dass wir um 10 Uhr am Flughafen sein wollen, also wurde uns der Pickup um 9:15 Uhr bestätigt. Wir haben uns brav schon vorher rausgestellt und da standen wir dann. 9:15 Uhr, kein Taxi. 9:20 Uhr kein Taxi. 9:25 Uhr immer noch nichts. Jetzt ist die Ruhe weg und wir rufen bei dem Taxiunternehmen an. Der Fahrer wäre gleich da. OK. Immerhin haben sie uns nicht ganz vergessen. 9:30 Uhr kommt eine SMS, dass der Fahrer gleich kommt, was leider immer noch nicht der Fall ist. Dafür fahren ständig leere, hupende Taxis an uns vorbei. Ich überlege mir schon, einfach ein Taxi zu nehmen, anstatt auf unseren unzuverlässigen Shuttle zu warten. Den Preis zum Flughafen kennen wir ja jetzt. Bis 9:45 Uhr setze ich mir ein Limit, dann sollte es wirklich losgehen – immerhin haben wir einen Flug gebucht, den wir erreichen müssen. Kurz vor Ablauf meiner 30 min Toleranz kommt unser Shuttle dann endlich. Er meinte wir hätten für 9:30 Uhr gebucht. Nicht ganz. Immerhin ist er jetzt da und das Auto sieht auch nicht ganz so verranzt aus, wie die anderen Taxis in der Stadt. Los geht’s.

Der internationale Flughafen liegt 40km entfernt und ist über eine Landstraße zu erreichen. Erlaubt sind hier 100 km/h, aber das schert ihn nicht. Mit bis zu 140 km/h brettern wir die (geteerte) Straße entlang . Einen riesen Schreck bekommen wir, als plötzlich ein kleines Kind auf die Straße rennt und wir es nur um ein Haar verfehlen. Immerhin hat es den Fahrer auch geschockt und er fährt danach einen Tick langsamer. Er beschwert sich, dass die Mutter des Kindes nicht besser aufgepasst hat. Da gebe ich ihm Recht, jedoch hätte er auch etwas rücksichtsvoller fahren können.

Wir sind heilfroh, als wir den winzigen Flughafen erreichen. Ein Kofferband gibt es hier nicht, Automaten erst Recht nicht. Wir stellen uns also in die Schlange an und geben das Gepäck dort ab. Ein Flughafenmitarbeiter transportiert alle Gepäckstücke von Hand ab. Wo sind wir hier gelandet? Und das soll noch ein fortschrittliches Land in Afrika sein. Die Abflughalle ist klein und erinnert mehr an einen abgelegenen Ryanairflughafen. Es gibt ein paar Sitze in der Mitte und höchstens 5 Shops an einer Seite. Gates gibt es hier nicht, nur ebenerdige Türen durch die man direkt aufs Rollfeld spazieren kann. Es geht zu Fuß zum Flugzeug. Dort werde ich von einer Mitarbeiterin veräppelt, die meint ich darf nicht ins Flugzeug. Sollte wohl witzig sein, für mich war es das jedoch nicht. Erledigt von dem Vormittag sitzen wir endlich im Flieger. Die erste Etappe ist geschafft. Jetzt müssen nur noch 9h20min in der Kiste abgesessen werden. Nach drei langweiligen Filmen habe ich keine Lust mehr, mir noch weitere anzusehen und versuche zu schlafen. Irgendwann kann ich nicht mehr sitzen und werde quengelig.

Wir erreichen Doha mitten in der Nacht, dann stehen wir noch eine halbe Stunde in der Schlange für die Einwanderung und warten anschließend noch eine ganze Weile auf unseren Shuttlebus, der offenbar nur im Stundentakt fährt. Immerhin kostet der hier nicht extra, sondern gehört zum Service des Hotels dazu. Während wir wenige Minuten außerhalb des klimatisierten Flughafengebäudes stehen, bekommen wir schon einen Vorgeschmack auf das, was uns am nächsten Tag erwarten wird. Es ist so feucht und heiß, dass die Brille unmittelbar beschlagen ist und wir keine Sicht mehr haben.

Gebucht haben wir uns ein 4* Hotel in der Nähe der Corniche (=Küstenpromenade) mit Blick auf die Skyline. An der Rezeption haben wir einen netten Mitarbeiter, der unsere Check-out Zeit von 12 Uhr auf 16 Uhr verlängert, weil unser Flug erst nachts ist. Mit letzten Kräften schleppen wir uns ins Bett.

Am nächsten Morgen sehen wir Doha zum ersten Mal bei Tageslicht. Wirklich scharf sind wir nicht auf einen längeren Aufenthalt im Freien, von der künstlich angelegten “Perle” würde uns ebenfalls abgeraten und so beschließen wir, eine Mall zu besichtigen. Das Villaggio liegt am nächsten zu unserem Hotel und so fällt die Entscheidung leicht. Während “uber” in Deutschland verboten ist, kann man sich in Katar bequem damit durch die Gegend fahren lassen. Für uns ist es das erste Mal, dass wir selbst ein uber rufen und wir sind etwas aufgeregt, ob alles funktioniert. Man registriert sich über eine App, gibt seine Daten ein und kann dann über GPS den Abholort ermitteln lassen. Das einzige, was man noch angeben muss, ist der gewünschte Zielort. Wir bestellen uns also ein Fahrzeug und zwei Minuten später steht es vor der Tür. Der Preis ist vorab festgelegt uns vermutlich eine Ecke billiger, als ein Taxi. Bezahlt wird über die App und man kommt bargeldlos ans Ziel.

Die Villaggio Mall ist im venezianischen Stil eingerichtet, mitten durch sie hindurch führt ein künstlich angelegter Kanal, auf dem sogar Gondeln entlang schippern. Alles ist ebenerdig angelegt und komplett überdacht, auch wenn man den Eindruck hat unter freiem Himmel zu laufen: die Decke ist mit blau und kleinen Wölkchen bemalt. Neben den internationalen Geschäften gibt es hier auch ein Kino, einen Vergnügungspark, eine Eislaudbahn, verschiedene Cafes und Restaurants, sowie einen großen Supermarkt. Genügend Abwechslung, um einen Tag hier zu verbringen.

Wir sind jedoch am Nachmittag mit Vidal verabredet. Kennen gelernt haben wir uns in Island beim Fotoworkshop und da er aktuell hier wohnt, haben wir uns zum Skyline Shooting verabredet. Eine Stunde vor Sonnenuntergang treffen wir uns am Hotel. Es ist zu warm, um so lange draußen zu warten. Entsprechend gehen wir noch kurz ins Museum für islamische Kunst. Der Eintritt ist frei und innen ist alles angenehm klimatisiert. Umso größer der Schock, als wir wieder rausgehen.

Unser Motiv für die blaue Stunde ist die Skyline mit den bunt beleuchteten Hochhäusern. Noch bevor die blaue Stunde beginnt, sind wir von Kopf bis Fuß durchgeschwitzt. Jetzt ist alles egal. Mehr als nass kann die Kleidung nicht werden. Immerhin kommt ab und an eine warme Brise vom Meer vorbeigeweht.

Vom Rooftop des Hotels hat man ebenfalls eine gute Sicht auf die Stadt und das Meer, also gehen wir dort anschließend vorbei. Ein paar Fotos sind uns vergönnt, dann kommt das Hotelpersonal vorbei und meckert. Fotografieren mit Stativ und DSLR wird hier nicht gerne gesehen, dafür hätten wir uns eine Genehmigung bei der Rezeption holen müssen. Handyfotos seien jedoch gestattet. Keine Ahnung was diese Auflagen wieder sollen, denn nach Vidals Wissen ist in Katar lediglich das Fotografieren von Regierungsgebäuden verboten, was bei uns jedoch nicht der Fall war… Wir entschuldigen uns und packen ein. Wenigstens ein paar Fotos sind gut geworden.

Zu mehr Hitze haben wir keine Lust mehr und lassen uns dann eben etwas zu früh an den Flughafen fahren. Mit einer neuen Schicht Deo und frischer Kleidung sind wir bereit für unseren letzten Abschnitt der Reise, den Rückflug nach Hause.

Zwei Tage im Etosha Nationalpark

Die vergangenen zwei Tage haben wir den Etosha Nationalpark besichtigt. Dieser hat eine ähnliche Größe wie die Niederlande und hier leben viele wilde Tiere. Wir sind also mit unserem Truck in den Park gefahren und haben alle Fenster geöffnet. 40 Augenpaare, die nach Tieren Ausschau halten. Es ist strengstens verboten auszusteigen, denn man weiß nie, wie wilde Tiere sich verhalten. Im Park gibt es eingezäunte Campingplätze, bei denen wir zwischendurch Halt machen, um auf Toilette zu gehen oder zu essen. Zusammengefasst waren es also zwei lange Tage in unserem Truck auf staubigen Schotterpisten. Morgens kalt, mittags sehr warm. Laut unserer „Mama“ hatten wir Glück mit der Ausbeute, normalerweise sind die Löwen schwerer zu finden und wir haben sie direkt neben uns fotografieren können. Auch andere Tiere wie Elefanten, Giraffen, Sträuße, Antilopen und verschiedene Vogelarten könnten wir sehr gut fotografieren. Zu dieser Jahreszeit regnet es in dieser Region nicht und die Tiere müssen zu einer der grob 60 Wasserstellen laufen, um zu trinken. Also fährt man mit der Tour von einem Wasserloch zum nächsten und hofft dabei fündig zu werden. Manche Wasserstellen werden über eine Solarpumpe befüllt, andere sind natürliche Quellen.

Für mich war es eine ganz neue Erfahrung auf Safari zu gehen und ich könnte zum ersten Mal meine Telelinse richtig einweihen. Normalerweise interessiert mich die Tierfotografie eher wenig, aber wenn man „Zootiere“ in ihrem eigentlichen Zuhause besuchen kann ist es etwas anderes und hat mir dann doch Spaß gemacht.

Somit ist unsere Namibia Rundreise sogut wie beendet. Heute fahren wir in die Hauptstadt Windhuk und von dort geht es am Dienstag zurück in Richtung Heimat. Aber nur ein Stückchen, denn wir machen noch einen kleinen Abstecher. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß mit den ersten Tierfotos!

Kulturelle Weiterbildung in Namibia

In den letzten zwei Tagen haben wir uns kulturell weitergebildet. Gestern ging es von Swakopmund nach Spitzkoppe. Der Berg heißt tatsächlich so, weil er oben spitz zuläuft. Ein spitzer Kopf sozusagen.


Beim Spitzkoppe wurden wir von einem einheimischen Guide in seinen Stamm der Tama eingeweiht. Er hat die Führung sehr interaktiv gestaltet und uns allen einen Namen gegeben, den wir für die eineinhalb stündige Führung merken mussten. Der Stamm hat außer den normalen Buchstaben auch Klicklaute, die für uns sehr schwer auszusprechen sind. Andere Stämme haben widerum andere Klicklaute und diese werden Mal am Anfang und Mal am Ende des Wortes angehängt.
Zunächst führt er uns direkt zu den Wandmalereien unterhalb des Berges. Diese sind meist an einem Überhang angebracht worden, damit sie vor Regen und Sonne geschützt sind.

Seine Vorfahren haben diese Wandmalereien als Hinweise für die anderen Stammmitglieder erstellt, um ihnen beispielsweise zu zeigen wo die nächste Wasserquelle ist oder welche Tiere sie hier gesichtet haben. Die Farbe wird aus Tierblut und Ocker zusammen gemischt, weshalb wir sie auch nicht anfassen dürfen.

Anschließend erklärt er, dass die Männer mehrere Frauen haben dürfen und damit es für die Gruppe anschaulich wird, hat er sich mich als seine Frau ausgesucht und anhand dessen erklärt, wie die Hochzeit ablaufen würde. Zunächst wurde er meiner Familie 5 Schafe und ein Rund geben. Hier muss der Mann sich die Frau quasi kaufen. Dann wird ein Tanzritual vollzogen und die Frau wird für eine Woche in einen dunklen Raum gesperrt und darf erst zur Trauung wieder raus. Anschließend bekommt sie ein Haus beim Stamm des Mannes. Wenn er möchte und es sich leisten kann, darf ein Mann auch mehrere Frauen heiraten.


Ich bin jedenfalls froh, als die Führung vorbei ist und versuche beim nächsten Mal daran zu denken, meinen Namen nicht preiszugeben, um solchen Situationen vorzubeugen (hat natürlich nicht geklappt).

Gleich heute ging es zum nächsten Stamm, dem Himba Tribe. Die Himba wohnen im Norden Namibias und wir brauchen weitere zwei Stunden Fahrt, bis wir dort ankommen. Sie sind immer noch Nomaden und ziehen immer weiter. Die Himba leben von der Landwirtschaft und sie haben viele Tiere.

Auch hier können die Männer mehrere Frauen haben, aber der Preis wird mit jeder Familie einzeln verhandelt. Die Frauen waschen sich nie mit Wasser, sondern reiben sich mit Dreck ein oder nehmen Rauchbäder. Für uns unvorstellbar und die Reisegruppe wäscht sich nach dem Besuch auch lieber erst Mal gründlich die Hände.

Die Siedlung ist immer nach einem bestimmten Muster aufgebaut und es ist in ihrer Kultur sehr unhöflich wenn man bestimmte Bereiche betritt oder durchkreuzt. Ganz genau habe ich bei der Erklärung nicht zugehört, da ich schon mit Fotografieren beschäftigt war. Die Himbas wissen, dass Touristen zum Fotografieren kommen und würden es als Beleidigung empfinden, wenn wir nicht viel fotografieren würden. Das sind sehr gute Nachrichten für mich und die DSGVO gilt hier mit Gewissheit auch nicht. Wie auch in anderen Ländern zuvor, kommen manche Kinder an und nehmen einen an die Hand oder machen unmissverständliche Zeichen, dass sie fotografiert werden wollen. Natürlich möchten sie die Ergebnisse anschließend gleich begutachten. Für mich ist der Ausflug eine gute Gelegenheit ein paar Porträts zu schießen.


Am Ende der Dorfbesichtigung, werden wir zu einem Markt geschleust, wo die Himbas selbstgemachte Armbänder ode Figuren zum Verkauf anbieten. Die Holzgiraffen gefallen mir zwar ganz gut, aber zu Hause würden sie nicht einlassen und außerdem haben wir kein bisschen Platz im Koffer frei.

Es ist schwer nichts zu kaufen, vor allem wenn sie von allen Seiten meinen Namen rufen und wollen, dass ich bei ihnen etwas mitnehme – ja, ich habe den gleichen Fehler schon wieder gemacht und meinen Namen verraten.. vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

Morgen beginnt dann der letzte Themenabschnitt der Reise: Tierfotografie im Etosha Nationalpark.

Drei Tage in Namibias Wüste

Drei Tage Wüste, drei Tage fernab von geteerten Straßen und von einer Internetverbindung zur Außenwelt. Wir fahren die meiste Zeit auf den sogenannten „Dust Roads“, staubigen Schotterpisten ohne jegliche Markierungen. Unser Truck kommt mit den Straßen jedoch gut zurecht. Alles scheppert innen herum, das Gepäck wird durchgerüttelt und wir werden mit jedem Kilometer staubiger.
Vom Orange River aus brechen wir zunächst auf in Richtung Ai Ais. Dort gibt es eine heiße Quelle mit 65° warmem Wasser. Das Wasser wird in unserer Wohnanlage auch verwendet, um Pools zu befüllen. Entsprechend gehen wir in dem warmen Outdoorpool baden. Im Winter. Ohne frieren. Wie sich später herausstellt, reicht die Kraft der Sonne im Winter sogar auch noch für einen Sonnenbrand.. wer hätte das gedacht..

Nachmittags führt uns die Reise zum Fish River Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Welt und dem größten Canyon in Afrika. Wir machen einen Spaziergang entlang der Kante. Eine kurze Wanderung in den Canyon ist nicht erlaubt, der kürzeste Weg durch den Canyon beträgt 80km und dauert 4 Tage. Wir beschränken uns also auf die Sicht von oben, die meiner Meinung nach sowieso am besten geeignet ist zum Fotografieren. Am Aussichtspunkt ist unser Truck geparkt und Saima, unsere fürsorgliche Mama, kocht bereits das Abendessen. Heute gibt es Spaghetti Bolognese auf afrikanisch, passend zum Sonnenuntergang. Für die Gruppe schön, für mich etwas unpassend, da ich gerne zeitgleich fotografieren möchte. Mein Essen ist also etwas unterbrochen, da ich alle paar Minuten aufstehe und ein paar weitere Fotos mache.


Im Dunklen geht es zurück zu unserer Unterkunft. Aus den Fenstern des Trucks können wir die Sterne der südlichen Hemisphäre bestaunen. Hier gibt es nämlich geschätzt 80km weit gar nichts, kein Störlicht. Der Himmel sieht hier ganz anders aus als zu Hause.

Auf halbem Weg zur Unterkunft bremsen wir plötzlich stark. Zwei Zebras stehen auf der Straße. Leider haben sie Angst vor uns und rennen gleich weg, so dass wir kein Foto machen konnten. Hoffentlich haben wir im Etosha Park mehr Glück.

Der nächste Morgen beginnt früh. Um 6 Uhr sitzen alle im Bus und es geht los. Der schlimmste Tag der Reise steht an: 900km Fahrt von Ai Ais nach Namibgrens. 600km davon auf geteerten Wegen, aber 300km auf Dust Roads. Heute habe ich mir ein Tuch mitgenommen, um den Staub nicht direkt einzuatmen. Für mich sind derartig lange Busfahrten in Namibia nichts und ich bin heilfroh, als die Tortour ein Ende hat und ich mich abends im Bett von den Strapazen erholen kann.

Eine kurze Nacht später sitzen wir um 4:20Uhr morgens wieder im Truck und fahren drei Stunden im Dunklen über die schlechten Schotterpisten zum Namib Naukluft Park. Der Park öffnet erst um 7:30Uhr und schließt zum Sonnenuntergang wieder. Man kann ihn also nur tagsüber besuchen. Das tut meinem Fotografenherz schon weh, aber da es früh morgens wolkig ist, haben wir ohnehin keinen Sonnenaufgang verpasst.

Zuerst Besteigen wir die Düne 45. Dies ist die 45. Düne nach Eingang des Parks und sie ist zufälligerweise 45km entfernt. Vermutlich ist hier deshalb so ein Hype entstanden, dass alle Touris genau hier hochkrackseln. Wir laufen nur ein Stück hoch, dann sind die Schuhe sandig genug und wir kehren um, damit ich die Bäume unten fotografieren kann. Zeit haben wir nie besonders viel bei unseren Stopps und deshalb muss ich mir meine Fotomotive gut einteilen. Sowie die anderen ebenfalls von ihrer Dünenwanderung zurückkommen, gibt es Frühstück am Truck.

Frisch gestärkt fahren wir ein Stück weiter in den Park hinein, dann müssen wir in Allradfahrzeuge umsteigen. Mit den kleinen Jeeps fahren wir die nächsten 5km in Richtung Dead Vlei, dem Auslöser für die ganze Tour. Im „toten Tal“ stehen steinalte und abgestorbene Bäume, die aber nicht zerfallen, weil die Luft so trocken ist, dass sie die Bäume gut konserviert. Wir laufen also die letzten 1,5km zu Fuß durch den Sand. Früher war das Tal viel größer, doch mit der Zeit wird immer mehr Sand durch die Gegend geweht und das Tal schrumpft immer weiter. Gutes Timing, dass wir jetzt beschlossen haben hier herzufahren, wer weiß wie lange man die Bäume noch so sieht, bevor sie alle im Sand versinken. Unsere Gruppe hat eine Stunde Zeit zwischen den töten Baumstummel herumzulaufen. Vermutlich ist die Zeit sehr großzügig kalkuliert, aber für wirklich gute Komposition ohne Menschen, die im Bild herumlaufen, reicht mir der kurze Aufenthalt nicht aus. Ich bin trotzdem zufrieden mit der Ausbeute, denn mir war schließlich schon vorher klar, dass es so kommen würde. Es war zwischendurch bewölkt und somit weniger heiß (denn ja hier wird es tagsüber selbst im Winter sehr warm), trotzdem konnte ich einige Bilder mit Sonne und Schatten erbeuten. Das Highlight des Urlaubs ist somit für mich erreicht und der Sesriem Canyon beeindruckt mich nur noch wenig. Glücklich, dreckig und verschwitzt brechen wir sie dreistündige Heimfahrt an.

Zum Abschluss der Wüste haben wir heute eine geführte Tour durch die trockene Landschaft gemacht. Auf einem Allradtruck ging es mit einem anderen Local Guide über sein Land. Ab und zu haben wir angehalten und er hat uns Sachen erklärt. Zum Beispiel gibt es eine Pflanze, die jahrelang ohne Wasser aushalten kann und wenn es dann Mal regnet, öffnet sie sich und lacht. Zur Demonstration hat er den Regen mit Flaschenwasser vorgetäuscht und es hat tatsächlich funktioniert.

Danach ging es weiter nach Walvis Bay mit kurzem Fotostop in der Mondlandschaft von Tropical Capricorn. Dies ist der südliche Wendepunkt der Erde. Walvis Bay ist die zweitgrößte Stadt Namibias und hat 55000 Einwohner, früher war sie von den Briten besetzt. Wir haben uns jedoch nur eine Lagune angesehen, in der man häufig Flamingos sieht. Gesehen haben wir sie, aber das Licht war absolut ungeeignet zum Fotografieren.


Danach ging es pünktlich zum Sonnenuntergang nach Swakopmund, der wohl touristischsten Stadt des Landes. Hier soll man die Überreste der deutschen Kolonialzeit noch sehr gut sehen, Straßennamen sind teilweise auf deutsch zu sehen. Morgen werden wir die Stadt auf eigene Faust erkunden und müssen endlich nicht mehr mit dem Bus fahren. Die Staubstraßen belasten uns sehr und wir können diese Auszeit sehr dringend gebrauchen.

Weiterreise nach Namibia

Vom Cederberg ging es heute Morgen zeitig weiter, doch bevor wir losfahren konnten, mussten Para (unser Fahrer) und “Mama” (unsere Reiseleitung und Köchin) zunächst die Frontscheibe enteisen. So kalt war es in der Nacht, dass die Wiese und Fahrzeugscheibe weiß überzogen waren. Frostschutzwasser scheinen die hier nicht zu haben, deshalb kam ein Wasserschlauch zum Einsatz. Nachdem man durch die Frontscheibe wieder gucken könnte, ging es ab in den eisigen Aufsatz – richtig: wir haben ja keinen Bus, sondern einen Truck ohne Klimaanlage. Für einen Moment frage ich mich wieso ich die Tour im August mache und ob meine Reisekleidung dick genug ist. Nachdem die Sonne dann für ein paar Stunden auf den Truck geschienen hat, wird es endlich warm innen und wir können nach und nach eine Jacke mehr ausziehen.

Heute steht keine Aktivität auf dem Programm. Unser Tagesziel ist eine Etappe von 550km – schon ziemlich sportlich bei den kurzen Wintertagen. Aber es läuft alles nach Plan, denn die Straßen in Südafrika sind sehr gut. Selbst die Einreise nach Namibia verläuft ohne größere Schwierigkeiten.

Namibia ist flächenmäßig etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 2,4 Millionen Einwohner. Uns erwartet also sehr viel weites und trockenes Land. Doch bevor es richtig in die Namib Wüste geht, nächtigen wir heute am Orange River, dem Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika. In der 4* Unterkunft (die keineswegs mit 4* in Deutschland vergleichbar ist), gibt es zum ersten Mal warmes Duschwasser! Herrlich. Zwar fehlt hier das Fensterglas zwischen Dusche und draußen und auch eine Tür zwischen Bett und Bad, aber offensichtlich kann man hier nicht allen deutschen Komfort auf einmal haben.

Dafür werden wir mit einem sagenhaften Sonnenuntergang auf dem Fluss verzaubert und mir leckeren Nudeln von “Mama” bekocht. Ein schöner erster Abend in einem neuen Land.

Tourbeginn mit NOMAD

Dritter Tag in Südafrika. Unsere Gruppenrundreise kann beginnen! Um 6:30 Uhr bringt uns ein Mitarbeiter des Hostels zum NOMAD Office um die Ecke. Scheinbar hat er sich Sorgen gemacht, dass wir alleine nicht heil ankommen, dabei war auch noch ein anderes deutsches Paar mit uns unterwegs. Auf jeden Fall eine nette Geste von ihm!

Im Office wird zunächst der Papierkram erledigt. Anschließend wird sie Gruppe geteilt. Ein Adventure Truck für die Campinggruppe und der andere Truck für die Reisenden, die gerne etwas mehr Komfort haben wollen. Dazu gehören auch wir, sind aber hier die jüngsten im ganzen Bus 😉 Insgesamt 17 Reisende sitzen bei uns, somit haben wir 7 freie Plätze, auf denen wir unsere Sachen ausbreiten können. Optimal! Auch sehr schön sind die USB Ports an den Sitzen, wo wir die Handys während der Fahrt aufladen können.
Der Adventure Truck besteht aus einem LKW mit Aufsatz zum Sitzen. Die Kabine ähnelt einem Bus, aber es gibt keine Klimaanlage oder Lüftung, dafür kann man die Fenster öffnen. Hinten die Rückwand besteht aus Schließfächern, in die wir unsere Backpacks einschließen können. Extra dafür haben wir auch noch ein neues Gepäckstück gekauft, was den Abmessungen entspricht. Außen hat der Truck viele Fächer und einen Kochbereich, an dem wir vermutlich die meisten Mahlzeiten zu uns nehmen werden. Ich bin gespannt, was da in den nächsten 12 Tagen kulinarisch auf uns zukommt.
Nach einem kurzen Briefing geht es zur Table View, einem Strand mit Blick auf den Tafelberg. Morgens ist es noch sehr kalt in Afrika, da merkt man erst dass wir hier wirklich Winter haben… somit bleibt es bei einem kurzen Fotostopp.

Anschließend fahren wir in die nächstgelegene Mall und decken uns mit Lebensmitteln ein, bevor es dann zur Weinprobe geht. Diese ist für 11 Uhr gebucht und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir ja nur Wein probieren und nicht wirklich Alkohol trinken. Stimmt, denn so wirklich lecker finden wir die fünf Sorten nicht.

Anschließend führt uns die Reise weiter zum Citrusdal.

Hier werden viele Zitrusfrüchte angebaut, daher stammt der Name. Auch unsere erste Unterkunft liegt hier und ist umgeben von Orangenbäumen. Klassifiziert ist sie mit 2*, aber sie sieht wirklich schön aus: moderne und saubere Einrichtung mit einer Klimaanlage, die auch heizen kann. Nur warmes Wasser fehlt leider wieder und länger können wir das Duschen schlecht aufschieben. Ich hoffe, dass wir im weiteren Verlauf der Reise auch Mal in den Genuss von warmem Wasser kommen werden.

Ausflug ans Kap der guten Hoffnung

Normalerweise mache ich Urlaub am liebsten auf eigene Faust und lege alles nach Fotomotiven aus. Es ist mir wichtig zum besten Licht am Motiv zu sein, doch hier in Südafrika gehen wir die Sache etwas anders an. Im Internet liest man von vielen Gefahren uns es wird einen Angst und Bange, wie gefährlich alles ist. Die Reise ist gebucht, zu spät für einen Rückzieher – jedoch muss man sich ja nicht extra in Gefahren begeben. Zu zweit ist man ein einfaches Ziel, in einer größeren Gruppe hat man Sicherheit. Das war der Grund für eine Rundreise mit dem roten Doppeldeckerbus, den es in jeder großen Stadt gibt. Bei dem heutigen Ausflug ans Kap der guten Hoffnung konnte man zwar nur zwei Mal raus aus dem Bus, aber es gehört zu den weltbekannten Hop On Hop Off Unternehmen

Aber noch Mal zurück an den Anfang. Wir hatten die Nacht über ganz gute Beschallung von der Long Street unterhalb des Zimmers. Dort gibt es viele Bars und Bettler, es kommt einem so vor als würde hier niemals Ruhe einkehren. Müde genug waren wir auf jeden Fall und sind irgendwann eingeschlafen. Nach 2 Tagen Kapstadt würde ich euch empfehlen eher an einem schönen Hotel an der V&A Waterfront zu wohnen – für uns ist es zu spät. Ich denke ihr habt bereits mitbekommen, dass ich kein Hosteltyp bin… Immerhin das Bett war bezogen und Toast mit Butter oder Marmelade und Kaffee sind als Frühstück inklusive. Aufgrund der Dürre dürfen die Gäste auch ihr Geschirr nicht mehr selbst spülen – ach wie schade. Die Dürre ist natürlich ein ernst zu nehmen diese Problem, aufgrund des fehlenden Regens würde hier das Wasser auf 50l pro Person und Tag reduziert. In unserem Hostel fließt das Wasser noch, aber auf öffentlichen Toiletten sind bereits einige Wasserhähne abgedreht worden. Als Alternative kann man Handdesinfektionsmittel verwenden, gewöhnungsbedürftig…

Nach dem spärlichen Frühstück aus schmuddeligem Geschirr, ging es zur Bushaltestelle. Dort wurden wir pünktlich abgeholt. In einer internationalen Gruppe ging es in Richtung Südwesten. Zunächst sind wir auf der Ostküste runter zum Cape Point gefahren. Vom Bus aus konnte ich einen Blick auf die bunten Strandhäuser erhaschen. Ich hätte hier wirklich sehr gerne einen Fotostopp eingelegt, aber das war in der Tour nicht vorgesehen.


Erst in Simonstown haben wir einen Stopp gemacht, um die Pinguine an der Boulder Bat zu besichtigen. Das Gebiet mit den meisten Pinguinen kostet 76 ZAR Eintritt (ca. 5€) und wir hatten eine Stunde Zeit bei den lustigen Gestalten. Auch hier hätte ich gerne mehr Aufenthalt gehabt, aber es sollte nicht sein. Stattdessen war alles voller Touris und man musste sich wahrlich nach vorne in die erste Reihe kämpfen.

Das Ziel der Tour war schließlich Cape Point. Dies ist der unterste Zipfel Land, wo Atlantik und Indischer Ozean aufeinander treffen. der Indische Ozean ist warm und deshalb gibt es hier auch Haie und die Pinguine. Der Atlantik hingegen wird nie wärmer als 12° und hier findet man die Tiere nicht.

Cape Point ist außerdem historisch bekannt, denn es liegt auf der Gewürzroute von Indien nach Europa etwa auf halben Weg.

Heute wurde die ganze Landzunge als Nationalpark ausgewiesen und es wohnen dort auch einige Tiere. Wir haben nur ein paar davon gesehen, aber das ist auch ganz gut so. Ich bin eh nicht besonders scharf darauf gewesen mit den Affen um mein Essen zu kämpfen.


Bei bestem Winterwetter haben wir so den Aussichtspunkt beim Leuchtturm und das Kap der guten Hoffnung besichtigt. Da das Gebiet sehr groß ist, haben sich auch die Touristen ganz gut verteilt und wir konnten die Aussichten stellenweise fast für uns alleine genießen.

Fazit: auch wenn ein paar Fotomotive zu kurz gekommen sind, war der Ausflug schön und vor allen Dingen bereits fertig durchorganisiert 😉

Auf der Südhalbkugel ist jetzt Winter

Ich hätte es kaum geglaubt, aber nach der permanenten Hitze in den letzten Wochen, finde ich die Vorstellung von einem erfrischenden Winter ganz verlockend. Und genau da geht es heute Nacht auch hin. Genauer gesagt fliegen wir zuerst nach Doha, denn der Flug mit Zwischenstopp war eine Ecke günstiger als der Direktflug mit Lufthansa. In Doha wechseln wir nur den Flieger und verbringen weitere 10 Stunden eingeengt in den Economy Sitzen. Durch den Abstecher nach Qatar verlängert sich die Flugzeit um ca. 4h im Vergleich zum Direktflug, das müssen wir in Kauf nehmen.

Für mich ist es der erste Flug mit Qatar Airways und ich bin sehr gespannt, wie angenehm die Crew uns den Aufenthalt macht. Angeblich soll es ja noch besser sein, als bei Emirates und dort bin ich auch schon schwer begeistert.

Auf dem ersten Abschnitt wurde ein A350 eingesetzt. Die ersten Modelle wurden 2014 an Qatar Airways ausgeliefert. Der Flieger ist praktisch brandneu und verfügt über große Touchscreens, die sogar gut funktionieren. Sogar die Toiletten sind ein Wohlfühlort mit vielen Spiegeln, Seife und Eau der Toilette. Lediglich mit dem Sitzplatz in der Mitte der 9er Reihe bin ich nicht so glücklich. An Schlaf ist nicht zu denken, vor allem mit 2 Kindern vor uns. Zum Glück steigen die nicht mit uns um.
Der zweite Flieger ist ein älterer Dreamliner von Boeing, hier funktioniert auch alles, aber die Bildschirme sind definitiv eine Generation älter. Aus irgendwelchen glücklichen Umständen fehlen ein paar Passagiere und wir haben unverhofft eine 3er Reihe für uns alleine. Perfekt zum Schlafen!

Gegen Mittag erreichen wir Kapstadt und werden dort von dem vorher bestellten Taxi ans Hostel gefahren. Aus organisatorischen Gründen haben wir ein Hostel fast direkt am Pickup Point der Rundreise gebucht. Normalerweise mögen wir keine Hostels, deshalb haben wir uns ein Doppelzimmer gebucht. Auch das ist sehr beengt, die Dusche kann nur kaltes Wasser bereitstellen (aber hey: immerhin kommt Wasser trotz der Dürre) und die Straße nebenan hat laut der Taxifahrerin auch keinen allzu guten Ruf. Zwei Nächte. Werden wir schaffen, aber sicher nicht wiederholen 🙂

Wir ruhen uns kurz aus und gehen dann zur V&A Waterfront. Das ist wohl der sicherste Stadtteil Kapstadts, überall steht Wachpersonal herum, alles ist sehr schön und gepflegt und man trifft massig Touristen. Hier traue ich mich zum ersten Mal die große Kamera rauszuholen und Fotos von der blauen Stunde zu machen.

Ursprünglich wollte ich gerne auf einen der drei Berge (Tafelberg, Lions Head oder Signal Hill) fahren und den Sonnenuntergang von oben sehen, doch da wir bei Regen und Wolken angekommen sind und die Sicht von oben demnach nicht gut sein kann, noch dazu die Seilbahn zum Tafelberg gerade repariert wird und wir von Überfallen auf den anderen Bergen gelesen haben, fiel die Entscheidung diesen Programmpunkt zu streichen vergleichsweise einfach.

In Kapstadt scheint das gängigste Fortbewegungsmittel für Touristen uber zu sein. Ich habe mir sogar extra die App geholt, aber es wollte einfach nicht funktionieren. Im Endeffekt haben wir dann eben doch ein vergleichsweise teures Taxi genommen. Aber ganz ehrlich: lieber ein paar Euro für ein Taxi bezahlt, als die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. So sind wir unbeschadet am Hostel angekommen und freuen uns jetzt auf den ersten wohlverdienten Schlaf in Südafrika.

Kurzurlaub in der Provence

Der Juli ist die Hauptblütezeit des Lavendels in Frankreich. Die großen, duftenden Felder stehen schon seit längerem auf meiner Wunschliste. Jetzt ist es endlich so weit! Am Mittwoch ging es mit dem Flugzeug nach Marseille und von dort aus weiter mit dem Mietauto. Der Weg ist das Ziel. Wir wollen gar nicht möglichst schnell in der Unterkunft ankommen, sondern lieber mehr von der Region erkunden, deshalb sind wir durch die Region Luberon gefahren. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal von deren Existenz und heute bin ich vollkommen entzückt von ihrer Schönheit. Es gibt süße Örtchen am Hang, kleine Landstraßen und sogar ein Gebiet mit bunten Ockerfelsen in der Nähe von Roussillon.

Ockerfelsen in Roussillon

Anschließend sind wir zur Unterkunft in Manosque gefahren. Dort haben wir eine AirBnB Wohnung gemietet, direkt über den französischen Eigentümern. Wir wurden lieb in Empfang genommen, haben uns gemütlich zusammen gesetzt und in einem Mix aus Deutsch, Englisch und Französisch unterhalten. Noch dazu haben unsere Hosts viele Getränke für uns in den Kühlschrank gestellt, ein wirklich netter Empfang.

Am Abend haben wir Valensole umfahren, um uns ein Bild zu machen, wo noch Lavendelfelder stehen und welches sich für einen Sonnenaufgang eignet. Wie immer war ich vorher schon gut vorbereitet und habe überein Google Maps und Street View genau das Feld mit Haus und Zypresse gefunden, das ich am liebsten fotografieren wollte. Gesagt getan. Früh am nächsten Morgen klingelt der Wecker und wir haben einen kurzen Sonnenaufgang. Dann kommt die Wolke, aber das Bild ist im Kasten.

Sonnenaufgang in Valensole

Den Tag über verbringen wir in unserem Pool. Einfach mal nix tun, nur die Sonne genießen, reden und entspannen. Selbst zum Lesen bin ich zu faul. Seit längerem habe ich mich nicht mehr richtig ausgeruht und merke, dass es mir wirklich gut tut. Zu Hause klappt das mit der Entspannung nie so gut, da so viel Arbeit rumliegt. Die Verpflichtungen sind jetzt jedoch weit weg und fürs Sightseeing ist es mir mittags ohnehin zu warm.

Erst am Abend fahren wir wieder los zu den Lavendelfeldern, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Diesmal habe ich mir ein anderes Feld ausgesucht, wo die Linien in der richtigen Richtung für die Abendsonne angebaut werden. Genau ein Feld mit Baum (denn irgendeinen Akzent braucht man ja, damit das Bild spannend aussieht) kommt in Frage. Genau hier wird aber ausgerechnet heute Abend der neue britische Werbespot für Gerament-Käse gedreht und das ganze Feld wird für die Dreharbeiten gebraucht. Überall stehen die Wachleute rum und scheuchen uns private Fotografen weg. Ein Gutes hatte es: die Lavelndellinien sind menschenleer. Trotz allem war es ganz schön stressig, da ich ja irgendwie auch auf meine Kosten kommen wollte und irgendwie aus der Ferne mein Sonnenuntergangsfoto machen wollte. Während der letzten 10 Minuten Tageslicht wurde das Feld endlich wieder freigegeben und alle sind hineingestürmt. Jeder einen Meter vor mir und somit immer im Bild. Rückt einer auf, ziehen alle anderen mit. Was für ein Stress. Jetzt reicht es mir mit dem Lavendel!

Lavendelfeld mit Baum als Drehort

Nach einem Glas Wein (den gab es zur Begrüßung geschenkt) ist uns mehr nach Ausschlafen zumute. Zum Glück, denn es sind schon wieder Wolken am Himmel. Also gemütlich frühstücken und dann ab an den Pool. Dort kommt der Hund Dan vorbei und wir freuen uns zunächst über seine Gesellschaft, bis er meint permanent die Liegestühle markieren zu müssen. Also flüchten wir hier auch recht schnell, machen uns fertig und fahren noch mal zurück zu den Ockerfelsen. Dieses Mal in Rustrel. Hier ist der Eintritt billiger (5€ pro Fahrzeug) und das ganze Gebiet ist auch viel größer. Wir können herumklettern und die Touris verteilen sich hier besser. Nur sollte man nichts anfassen: das gibt bunte Hände… und bunte Kleidung… und bunte Haut…

Sonnenuntergang in Gordes

Abends zum Sonnenuntergang fahren wir erneut nach Gordes. Wieder einmal taucht eine Wolke auf und verdeckt den Sonnenuntergang, aber für die blaue Stunde ist das kein Problem. Wir werden aus dem Zentrum mit Opernmusik beschallt und von Moskitos angegriffen, aber die Fotos sind gelungen.

Am Samstag müssen wir die Wohnung wechseln. Für den letzten Tag wollten wir gerne noch ans Mittelmeer. Morgens packen wir unser Zeug und machen uns mittags auf den Weg nach La Ciotat. Die Küste ist hier sehr bergig und felsig.. und am Wochenende auch voller Menschen. Hätten wir uns auch denken können.. da wir nun schon den ganzen Weg zur Bucht zurückgelegt haben, schlängeln wir uns zwischen den Sonnenanbetern durch und planschen mit allen anderen im Meer herum. Anschließend versuchen wir es uns auf den großen Steinen gemütlich zu machen, was nicht wirklich klappt… dann reicht es uns und wir machen uns stattdessen einen schönen Abend in einem italienischen Restaurant  der Promenade.

Da unser Abflug am Sonntag erst abends ist, haben wir noch Zeit, um Cassis und den Nationalpark Calanques zu besichtigen. Vor allem die kleine, kurvige Straße zwischen La Ciotat und Cassis ist sehr sehenswert und wir legen einige Fotostopps ein. Hier kann man gut die Küste sehen und bei kälteren Temperaturen und mehr Zeit sicher auch schön wandern gehen.

 

Zwei Wochen Alltag in Pennsylvania

Wenn ihr diesen Beitrag lest, bin ich bereits zurück in Deutschland. Die vergangenen zwei Wochen war ich in Pennsylvania und habe hier in unserer Tochterfirma gearbeitet. Schon von Anfang an hat es mich gereizt mal an einem anderen Standort zu arbeiten und nun ist dieser Wunsch für kurze Zeit in Erfüllung gegangen. Zusammen mit zwei anderen europäischen Kolleginnen habe ich in der Firmenwohnung gelebt. Meine erste WG sozusagen 😉 Wir haben viel Zeit zusammen verbracht und sind mit unserem überdimensionalen Auto (Ford Flex) gemeinsam zur Arbeit gefahren. Für mich keine große Umstellung, denn auch in Deutschland habe ich eine Fahrgemeinschaft. Hier hat es mir besonders gut gefallen, dass ich anfangs zu meiner müden Phase nicht direkt selbst fahren musste. Besonders in den ersten Tagen war es anstrengend so lange wach zu bleiben. Es sind ja nicht nur die 6 Stunden Zeitverschiebung, sondern es kommt auch noch hinzu, dass die Kollegen hier alle später anfangen zu arbeiten. Im Endeffekt muss ich hier erst 7,5 Stunden später aufstehen als zu Hause. Weiterhin waren wir auch immer aktiv und hatten selbst am Wochenende wenig Zeit zum Ausruhen.

Das Autofahren an sich ist in den USA eigentlich recht einfach. Alle Autos haben ein Automatikgetriebe, somit muss man sich schon mal an keine neue Kupplung gewöhnen. Es wird, wie in Deutschland, rechts gefahren. Zwar werden die Entfernungen in Meilen angegeben, aber auf dem Tacho stehen ja auch Meilen, insofern konnte man sich recht schnell umgewöhnen. Auch manche Verkehrsregeln sind anders. Es gibt ALL WAY Stoppschilder. Dort müssen alle Autos anhalten und wer zuerst an der Kreuzung angekommen ist, darf auch wieder zuerst weiterfahren. Manchmal kommen diese Stoppschilder auch mitten auf einer Landstraße vor, wo man überhaupt nicht damit gerechnet hätte. Auch das Rechtsabbiegen bei roter Ampel ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ansonsten sind die Regeln sehr ähnlich wie in Deutschland und ich habe mich auch überwunden und bin selbst ein paar Mal gefahren. Check. Abgehakt.

Große Autos sind hier normal

Natürlich gibt es hier auch Unterschiede beim Arbeiten. Mir kommt die Atmosphäre gelassener vor, als in Deutschland, doch die Angestellten hier haben auch wesentlich weniger Urlaub: normale Angestellte haben 10 Tage Urlaub im Jahr und mit jeweils 5 Dienstjahren kommen weitere 5 Tage Jahresurlaub dazu. Der Arbeitstag beginnt langsam, irgendwann ab 8 Uhr, eine Frühstückspause gibt es nicht, dafür kann man jederzeit zum Mittagessen im Restaurant aufbrechen. Offenbar ist es in den USA üblich auswärts essen zu gehen – jeden Tag – denn eine Kantine gibt es an dem Standort nicht. Mir wäre das nicht nur zu teuer, sondern auch zu fettig. Wir haben uns stattdessen lieber selbst gekocht und eigenes Essen mitgebracht. Noch dazu kann ich mit vollem Bauch nicht mehr so gut konzentriert arbeiten. Die Temperaturen waren außen angenehm warm und innen überall sehr kalt. Anstatt die Klimaanlage runterzudrehen, wenn die Mitarbeiter frieren, kann man noch eine Heizung bekommen, damit es einem wieder warm wird. Mehr sage ich dazu mal nicht.

Jeden Tag nach der Arbeit haben wir etwas unternommen, selbst wenn wir nur im Supermarkt einkaufen waren. Auch das war anstrengend, denn die Supermärkte sind riesig und man muss sich erst mal darin zurechtfinden. Vor allem das Kaufen von Alkohol ist kompliziert in den USA. In den meisten Supermärkten bekommt man gar keinen Alkohol, in unserem Giant hingegen schon. Bei einer Verkäuferin haben wir nach Vorlage unseres deutschen Personalausweises Wein kaufen können, bei ihrem Kollegen ging es nicht, da er nur einen Reisepass akzeptieren konnte. Dies sei angeblich das Gesetzt. Für uns Deutsche ist das schwer nachvollziehbar, da der Perso ebenfalls ein Bild und englische Übersetzungen hat, so dass man überall auf der Welt das Alter sehen kann… aber da merkt man mal wieder die regionalen Unterschiede und weiß zu schätzen wie einfach es daheim manchmal ist. Ich vermute, dass sie keine Persos annehmen wollen, da die jugendlichen Amerikaner gerne Pässe fälschen, um früher ausgehen und Alkohol trinken zu können. Besonders krass fand ich auch den einen Walmart ohne Gemüse- oder Obstabteilung. Hier gab es einfach gar nichts frisches! Ich bin mehrfach die Gänge abgelaufen, aber es war nichts aufzufinden und das in einem Supermarkt!

Das berühmte Cheesesteak haben wir natürlich auch probiert… so wie viele andere lokale Speisen – mit vielen Kalorien…

An manchen Tagen waren wir auch shoppen – okay, das ist untertrieben. Wir waren fast jeden Tag bummeln. In Pennsylvania werden nur 6% Steuern erhoben, das ist weniger als in den Nachbarstaaten und bietet sich natürlich hervorragend an, um Kleidung zu kaufen.

Es gibt zum einen die größte Shopping Mall der Ostküste “King of Prussia”. Hier findet man etwa 400 Geschäfte und selbst nach zwei Besuchen haben wir nicht alles angucken können.

Weiterhin waren wir im Outlet in Lancaster. Hier gibt es von den meisten bekannten Marken eine Filiale mit extra Rabatten. Das Outlet ist wie ein kleines Dorf aufgebaut. In der Mitte gibt es viele Parkplätze und außen herum sind die ganzen Geschäfte. In Lancaster gibt es zwei Outlets: Tanger Outlet (das neuere) und Rockvale Outlet (das ältere, direkt nebenan). Beim ersten Besuch waren wir nur im Tanger Outlet, doch im Rockvale Outlet gibt es einen besonderen Schnäppchenladen names VF, wo man Lee und Wrangler Jeans ab 5$ bekommt. Davon haben mir die Kollegen erst  später erzählt und wir sind noch mal hingefahren. Zu den billigen Anfangspreisen gab es noch sehr hohe Rabatte, so dass wir mit einer vollen Tüte Markenklamotten für unter 30€ davongekommen sind.

Aber auch in Exton selbst gab es Schnäppchenläden: TJ-MAXX und ROSS. Alle drei Läden bekommen ihre Waren von anderen Geschäften, wo sie keiner mehr kaufen möchte. Das heißt der Einkaufspreis ist niedrig und die Ware nicht zwangsläufig die allerneueste Mode, aber dafür kann man enorm viel Geld sparen. Eigentlich war ich ja nicht zum permanenten Shoppen rübergeflogen, aber dann konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und habe massig neues Zeug gekauft…

Insgesamt war es eine gute (wenn auch anstrengende) Zeit, in der ich viele neue Eindrücke gewinnen konnte. Alles hat in den Koffer gepasst und er ging sogar gerade noch zu.

Rückflug mit viel Beinfreiheit und Rückenwind – in 6,5h von EWR->FRA

Unterwegs in Pennsylvania

Die erste Woche in den USA ist wie im Flug vergangen. Tagsüber war ich auf der Arbeit und abends habe ich die Gegend zusammen mit meinen europäischen Kolleginnen erkundet.
Wir waren mehrmals shoppen, aber auch mal spazieren. Generell ist es hier schwierig einen Gehweg zu finden, aber in unserem Wohnblock gibt es einen Rundweg. Trotzdem sehen wir wenige Menschen, hier hat man irgendwie eine andere Kultur. Die Leute fahren offenbar lieber mit dem Auto durch die Gegend. Zu unserer Nachbarschaft gehört auch ein privater Pool, der jedoch im Frühling/Frühsommer nur von 11-16:30 geöffnet hat, sprich: das ist nix für die arbeitende Bevölkerung. Vielleicht klappt es nächstes Wochenende – je nach Wetterlage.

Jeden Donnerstag bietet die Firma den Mitarbeitern einen kostenfreien Sportkurs an. Die Zeit im Fitnessstudio zählt sogar als Arbeitszeit. Wir haben uns überreden lassen und sind mal mitgekommen. 1 Stunde mit einer Trainerin und 8 Teilnehmern. Nach drei Durchgängen des Zirkeltrainings haben wir genug an unseren Muskeln gearbeitet, damit sie die ganzen nächsten Tage schmerzen können. Kein Wunder, dass da nicht mehr Mitarbeiter hingehen… ein bisschen weniger anstrengend hätte es meiner Meinung nach durchaus sein können.

Wie auch in Deutschland haben wir hier Montag bis Donnerstag etwas länger gearbeitet, damit wir am Freitag ein bisschen früher Feierabend machen können. Dann ging es direkt los nach Philadelphia, “the city of brotherly love”. Ohne Hindernisse sind es ca. 45min Fahrt. Freitag Nachmittags ist es natürlich ein bisschen länger aufgrund des Verkehrs. Vor allem in Großstädten ist das Fahren natürlich nicht lustig und unser veraltetes Navi ist auch keine besonders zuverlässige Hilfe, so drehen wir jeden Tag irgendwo eine Extrarunde. Bisher haben wir es aber immer pünktlich ans Ziel geschafft und so war es auch in Philadelphia. Wir sind froh, dass wir es zu einem Parkhaus geschafft haben und bezahlen dort auch gerne die 18$ Parkgebühr für den ganzen Tag. Mit dem Zug hätte es länger gedauert und deutlich mehr gekostet.

Von da aus geht es zu Fuß durch die Stadt. Zuerst kommen wir am Love Square vorbei. Dort steht der bekannte “LOVE”-Schriftzug. Hier werden ein paar obligatorische Fotos gemacht, dann geht es zu Fuß weiter. Philadelphia ist besonders für die Gleichberechtigung bekannt und daher ist diesem Thema wohl auch ein eigener Platz gewidmet.

Anschließend schauen wir uns die “Liberty Bell” an, eine Glocke als Zeichen für die Gleichberechtigung. Sie wurde 1776 geläutet, als die Unabhängigkeitserklärung zum ersten Mal öffentlich vorgelesen wurde.
Auch der erste Entwurf der amerikanischen Flagge wurde von Betty Ross in Philadelphia erstellt. Wer sich für die amerikanische Geschichte interessiert, findet hier auf jeden Fall genügend Input und Museen.

Von den einheimischen Kollegen wurde uns geraten ein Philadelphia Cheesesteak zu probieren. Die Adresse hatte ich mir morgens schon im Handy eingespeichert und so lassen wir uns von Maps.me zu Steve’s Prince of Steak navigieren, denn hier soll es am besten schmecken. Und in der Tat ist das Cheesesteak lecker. Cheesesteaks sind dünne Scheiben Fleisch, die gebraten werden und zusammen mit Zwiebeln und Käse in einem schlabberigen Brötchen serviert werden, im Prinzip so ähnlich wie ein Hotdog. Es ist verhältnismäßig günstig und lecker. Frisch gestärkt geht es dann weiter zum Fluss, denn mein Hauptanliegen ist ein Skylinefoto zur blauen Stunde. Geduldig warten wir vorm Museum of Art auf die Dämmerung und stehen uns die Beine in den Bauch. Dann ist das Foto im Kasten und wir schlurfen zurück zum Auto. Etwa 10km haben wir zu Fuß zurückgelegt und sind eigentlich so erschöpft, dass wir uns gerne in der Wohnung ausruhen möchten. Leider geht aber nie alles glatt und so kam auch an diesem Abend eine neue Baustelle dazwischen – bei unserer Abfahrt. Entsprechend hat sich die Rückfahrt ganz schön gezogen.

Am nächsten Tag haben wir beschlossen nicht ganz so weit zu laufen und stattdessen einkaufen zu gehen. Erster Stop war das Outlet in Lancaster. Für mich war dies der erste Besuch in einem echten Outlet. Für alle, die sich damit auch noch nicht so gut auskennen: das Outlet in Lancaster ist sozusagen wie ein kleines Dort aufgebaut. Alle bekannten Marken haben hier eine Filiale, alles auf einem Haufen. Manche Teile kosten hier genauso viel wie überall, andere bekommt man jedoch wesentlich günstiger und genau wegen diesen Schnäppchen sind wir auch hier. Der Plan mit wenig Laufen hat nicht funktioniert, dafür sind wir wenigstens mit den Einkäufen sehr erfolgreich. Am Ende des 12h Shoppingtages ist der Kofferraum voll.

Anschließend geht es nachmittags rüber zur größten Mall der Ostküste (= King of Prussia). Hier wollten wir eigenlich den ganzen Tag verbringen, aber wegen den Schnäppchen war es sinnvoller, zuerst im Outlet vorbeizuschauen.

Auf dem Weg nach Lancaster sind wir bei den Amish People vorbeigekommen. Die Amish People kommen ursprünglich aus Mitteleuropa und leben heute hier in ihrer eigenen Welt, sie fahren mit Pferdekutschen durch die Gegend und haben bestimmte Klamotten an, so dass man sie direkt erkennt. Außerdem riecht die Luft hier nach Landwirtschaft. Da die Zeit knapp ist, fahren wir jedoch einfach so vorbei und machen keinen separaten Zwischenstopp daraus.

Im King of Prussia beschließen wir einen echten amerikanischen Käsekuchen zu probieren. Ich finde das gehört zu den Dingen, die man mal gemacht haben sollte. Jeder bestellt eine andere Sorte, damit wir möglichst viel probieren können. Ein Stück Käsekuchen kostet um die 8$, der Wucher.. aber dafür ist man auch mit den Kalorien für einen ganzen Tag versorgt.

Da die beiden vergangenen Tage noch nicht anstrengend genug waren, haben wir uns für Sonntag noch Washington vorgenommen. Von unserer Wohnung aus sind es in etwa 170km Fahrt bis dorthin, eine Distanz, die wir als Tagesausflug umsetzen können. Ich vermute nach dem Aufenthalt hier bin ich erst mal reif für einen Urlaub…

Nach knapp 3 Stunden Autofahrt erreichen wir Washington. Sonntags kann man hier kostenfrei am Straßenrand parken – unser Timing ist perfekt. Auch einige Museen bieten freien Eintritt und wir beschließen uns das für den Nachmittag aufzuheben. Das Wetter soll nicht beständig sein, also wollen wir zuerst alles im Freien besichtigen, bevor es zu regnen beginnt. Die Luft ist drückend heiß und uns läuft der Schweiß am Körper runter. Da die Wettervorhersage nicht gut war, habe ich auch gar keinen Fotoapparat dabei gehabt. Für Regenbilder ist mir das Geschlepp zu anstrengend. Also bin ich für einen Tag ein ganz neuer Tourist, alles was ich dabei habe ist eine Handtasche mit Handy, Geld und Trinken – leichtes Gepäck, auch mal schön. Wir schauen uns das Kapitol, das weiße Haus und das Lincoln Memorial an. Allein um diese drei Gebäude abzulaufen, sind wir eine Weile unterwegs. Alles hier ist entlang eines Parks angeordnet. Wenig Verkehr und ein bisschen Natur mitten in der Großstadt. In den wenigen befahrbaren Querstraßen stehen haufenweise Foodtrucks. Da alle Restaurants weit entfernt sind, essen auch wir hier etwas. Die Sitzbänke sind natürlich alle belegt, deshalb lassen wir uns auf einem Baumstamm nieder.

Nach drei Tagen Laufen, sind wir mittlerweile recht erschöpft und vor allem die Hitze setzt uns zu. Es wird Zeit für das Indian American Museum. Hier kann man sich über die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner und der Inkas informieren. Ich bin ja nicht so der Museumsgänger und nach einem Stockwerk reicht es mir auch schon. Wenigstens ist es hier klimatisiert und es gibt kostenfreies WLAN.

Gegen Abend machen wir uns auf den langen Rückweg und lassen das Wochenende bei einer Flasche Wein ausklingen.

Ein Wochenende in New York

Eine aufregende Woche geht zu Ende. Zunächst ist mein erstes Buch erschienen, der “Nordlicht Fotoguide” als ebook. Erst auf Deutsch und wenige Tage später auch auf Englisch. Ich bin mächtig stolz auf das Ergebnis und allen Beteiligten sehr dankbar für Ihre Hilfe.
Wie kann man das noch toppen? Richtig, mit meiner ersten Dienstreise in die USA! Als Reisefreak habe ich jahrelang gehofft, dass ich auch mal eine Dienstreise machen darf und nun hat sich der Wunsch erfüllt. Am Freitag ging es von Frankfurt nach Newark. Newark ist einer der drei großen, internationalen Flughäfen rund um New York. Da die Arbeitswoche ja erst am Montag beginnt, habe ich direkt zwei Übernachtungen in Jersey City gebucht, um das Wochenende in New York zu verbringen. Da auch eine Arbeitskollegin gerade hier ist, haben wir uns dort verabredet.
Über AirBnB haben wir ein Apartment in den Liberty Towers gefunden, mit Blick auf die Freiheitsstatue. Unterkünfte in New York direkt sind viiiel zu teuer und außerdem sieht man von hier aus die Skyline Manhattans nicht. Deshalb fand ich es sogar praktischer zum Fotografieren, eine Wohnung außerhalb zu suchen.

Die Einwanderung am Flughafen hat sehr viel Zeit gekostet, da viele internationale Flüge gleichzeitig angekommen sind, war dann jedoch unkompliziert, als ich nach eineinhalb Stunden Wartezeit endlich an der Reihe war.

Leider ist der Flughafen in Newark nicht gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Wenn man nicht gleich ein Vermögen für die Fahrt in die Stadt ausgeben möchte, wird es schnell ungemütlich. Bei knallender Hitze haben wir zuerst auf den Stadtbus gewartet – wenigstens sind die öffentlichen Verkehrsmittel hier alle klimatisiert und nicht so ekelig warm wie zu Hause. Nach ein paar Haltestellen erreichen wir schließlich die Penn Station, ein Umsteigebahnhof. Hier können wir in die U-Bahn “PATH” umsteigen. New Jersey hat ein eigenes U-Bahn Netz und man braucht hier separate Fahrkarten, die in der Subway in New York nicht gültig sind. Wie auch immer, nach mehr als 3 Stunden nach der Landung erreiche ich endlich die Wohnung. Durchgeschwitzt, erschöpft und müde. Dann springt mir der Pool ins Auge und der Wunsch einmal reinzuspringen ist groß. Leider macht der Pool um 20Uhr zu, also nix wie rein. Bis wir den Eingang gefunden haben, ist es 19:15Uhr. Zum Glück ist das Aufsichtspersonal gnädig mit uns und lässt uns noch rein. 4 Bahnen im kalten Wasser bringen die gewünschte Abkühlung. Danach hetzen wir weiter, schließlich möchte ich mir den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen.

Vorab habe ich schon recherchiert, dass die Sicht vorm Hyatt Hotel mal wieder am besten ist, also beeilen wir uns, damit wir noch rechtzeitig dort ankommen, bevor die Sonne untergeht. Es sind kaum Wolken am Himmel, aber ein bisschen Abendrot zeigt sich trotzdem. Eigentliches Highlight ist jedoch die blaue Stunde. In Manhattan sind viele Gebäude beleuchtet, das macht die Fotos besonders interessant.

Da das Programm noch nicht anstrengend genug ist, geht es auch direkt am nächsten Morgen wieder dort hin zurück. Ich möchte auch ein Foto vom Sonnenaufgang machen.

Den Tag über verbringen wir dann wie normale Touristen. Es geht los mit dem 9/11 Museum. Hier sieht man noch echte Überreste von den schlimmen Ereignissen, verbogene Stahlträger, Feuerwehrautos, Kleidung und Tonaufnahmen. Die Ausstellung ist auch genau an dem Ort, wo früher die Türme standen und je länger wir dort sind, desto drückender wird es und wir wollen eigentlich nur noch weg. Diese Katastrophe geht einem hier so richtig unter die Haut, mehr können wir nicht ertragen.

Anschließend fahren wir mit der Subway zum Broadway hoch und wollen uns dort mit dem dritten Kollegen treffen und gemeinsam bummeln gehen. Die Fahrt dort hin ist nicht so angenehm. Ein gestörter Passagier steigt mit drei Müllsäcken bewaffnet ein. Ständig verliert er dabei Teile des Mülls und macht komische Sachen. Nachdem er sich einen Kugelschreiber ins Ohr gesteckt und mit Klopapier bewaffnet Anstalten gemacht hat, sein Geschäft im Zug zu erledigen, verlassen wir fluchtartig den Wagen und steigen am nächsten Bahnhof in ein anderes Abteil um. Wir sind völlig bedient, als wir am Ziel ankommen, wo er ausgerechnet auch aussteigt.

Nach einem längeren Spaziergang über den Broadway, Times Square, einen Flohmarkt und den Highline Park fahren wir erschöpft zurück nach Jersey City. Zumindest ist das unser Ziel, doch es sind Bauarbeiten im Gange und unser “PATH” Zug kommt und kommt nicht. Immerhin schaffen wir es bis ans richtige Ufer und dann beschließen wir den Rest zu laufen. Es ist zwar anstrengend und keineswegs unser Wunsch, aber offenbar der einzige Weg um anzukommen. Eigentlich wollte ich gerne noch den Abend in Brooklyn fotografieren, doch darauf haben wir keine Lust mehr. Weitere Stunden in U-Bahn Tunneln müssen nicht sein – die Nerven sind genug strapaziert, die Füße auch. Wir gönnen uns eine weitere Runde am Pool, diesmal in Ruhe. Dann zieht etwas Wind auf und graue Regenwolken ziehen auf. Wir gehen ins Bett und beschließen stattdessen den nächsten Morgen mit dem Auto nach Brooklyn zu fahren. Wecker auf 3:15, Abfahrt um 4Uhr. Wie erwartet ist der Verkehr sehr entspannt um diese Zeit und wir haben sogar einen Parklplatz gefunden.

Heute ist es kühler und immer noch windig. Jacke an und nichts wie los auf die Manhattan Brücke, mein Wunschstandort des Tages. Von hier aus kann man die Brooklyn Bridge und Manhattans Hochhäuser sehen. Es gibt jedoch ein Problem. Die Brücke hat über dem Geländer noch einen Zaun. Die Löcher sind zu klein für mein Objektiv, aber aufgeben möchte ich auch nicht. Das ist meine letzte Chance für das gewünschte Foto. Selbst ein paar Regentropfen stoppen uns nicht. Und schließlich finde ich eine Stelle mit Loch im Zaun. Vermutlich hat sich hier ein anderer Fotograf die Mühe gemacht und mit der Zange ein Loch in den Zaun geschnitten. Perfekt. Ich lege los, die blaue Stunde am Morgen ist wunderschön, nicht zuletzt wegen der Ruhe. Keine Menschen im Bild, keiner der nervt. Bloß die Subway bringt die Brücke zum Wackeln und die entsprechenden Bilder muss ich dann erneut aufnehmen, wenn der Zug die Brücke verlassen hat und der Boden nicht mehr so wackelt. Hier ist ein erstes Ergebnis, die anderen könnt ihr im laufe der Zeit bei den restlichen New York Fotos ansehen.

Anschließend laufen wir über die Brooklyn Bridge und sind auch hier fast alleine. Das tut so gut, denn in meiner Erinnerung war es eine Qual über diese Brücke zu laufen, es war einfach viel zu voll. Heute war es zwar nicht sonnig, aber dafür auch nicht voll 😉
In Manhattan angekommen suchen wir verzeifelt nach einem Kaffee. Für uns fühlt sich der Tag schon unheimlich lang an und es ist immerhin auch schon fast 7Uhr, doch die meisten Cafes öffnen erst um 8Uhr. Schließlich werden wir dann doch fündig und lassen uns bei Starbucks nieder. Verarbredet sind wir erst um 10Uhr bei einem libanesischen Restaurant, also bleibt noch Zeit für einen weiteren Stadtspaziergang. An Bewegung mangelt es uns heute sicherlich nicht. Unser Frühstück ist sehr lecker und soll somit auch gleichzeitig der Abschluss von New York sein, schließlich müssen wir noch 3 Stunden fahren, bis zu unserer Wohnung in Pennsylvania. Morgen ist der erste Tag im Büro und da wollen wir nicht erst abends ankommen, sondern lieber alles in Ruhe vorbereiten, Essen einkaufen und für den nächsten Tag vorbereiten.

Wochenendtrip nach Düsseldorf

Letztes Wochenende hatte ich spontan Lust auf einen Ausflug, die Wettervorhersage war gut und die Reisewunschliste für Deutschland hat auch einige Ziele enthalten. So kam es, dass wir Last Minute Flixbustickets gekauft haben und nach Düsseldorf gefahren sind. Als Sparbrötchen habe ich mich gefreut, dass wir so fast 20€ pro Weg gegenüber der Anreise mit der Bahn gespart haben, bei fast gleicher Reisedauer. Doch trotz WLAN konnte der Bus nicht so wirklich überzeugen und im Nachhinein wären wir lieber Zug gefahren (mehr Bewegung und Beinfreiheit möglich). Halb so wild, nach wenigen Stops haben wir schließlich auch die Düsseldorfer Innenstadt erreicht.

Mein Ziel, der Medienhafen, liegt ein bisschen abseits der Stadtmitte. Daher haben wir uns zuerst in der Innenstadt aufgehalten, zu Mittag gegessen, waren ein bisschen shoppen und an der Rheinpromenade entlang spaziert. Dann taten die Schultern weh, wer hätte das gedacht. Reisen mit Handgepäck ist zwar echt toll, aber mit Kameraausrüstung, Stativ und allem kommt einiges an Gewicht zusammen. Die richtige Zeit, um zum Hotel zu gehen und den Ballast loszuwerden. Danach wurde der Medienhafen erkundet und der Fotostandort für den Abend gesichtet. Eigentlich hatte ich das Hotel extra mit Dachterrasse ausgesucht, diese wurde aber nachts geschlossen (typisch). Also musste ein neuer, frei zugänglicher Standort her. Direkt vor dem Hyatt Hotel hat man uneingeschränkte Sicht auf die futuristisch tanzenden Häuser und den Rheinturm, sowie die nahegelene Brücke. Perfekt für ein Panorama.

Da es zu dieser Jahreszeit lange hell ist, waren wir zwischenzeitlich noch in der Umgebung zu Abend essen und sind zum Sonnenuntergang, der jedoch nicht zu sehen war, zurückgekommen.
Mir kommt die Zeit zwischen Sonnenuntergang und dem richtigen Einbruch der Dunkelheit immer ewig vor, aber wir haben es ausgehalten. Die Wartezeit haben wir uns mit einem Hotelkaffee als Fitmacher und einer Sitzbank gemütlicher gemacht und dann war es endlich soweit: die blaue Stunde hatte begonnen.

Medienhafen Düsseldorf

Weil es abends so schön war und auch für den nächsten Tag sonniges Wetter vorhergesagt wurde, habe ich mir den Wecker auf 5 Uhr gestellt. Als er dann geklingelt hat, war ich zwar alles andere als begeistert und habe kurz überlegt, ob ich vielleicht doch lieber weiterschlafen soll, aber dann bin ich doch aufgestanden und zurück zum gleichen Ort gegangen, um Fotos vom Sonnenaufgang zu machen. Entgegen dem Sonnenuntergang, passt der Winkel vom Sonnenaufgang her nämlich prima zum Motiv. Außer mir war kein Mensch unterwegs und ich konnte in aller Ruhe fotografieren und den VLOG aufnehmen – ein seltenes Erlebnis.

Medienhafen Düsseldorf

Hier geht’s zum VLOG.

Fotografieren im Wasser – das solltest du beachten

Je mehr ich mich mit der Fotografie beschäftige, desto höher werden die Ansprüche. Die Reisen werden weiter, die Uhrzeiten ungemütlicher, heiße oder auch eiskalte Temperaturen werden durchgestanden und wenn es das Motiv verlangt, gehe ich auch mit der Kamera ins Wasser. Nach einigen Wasserfotos in Island, an der Nordsee und in Norwegen möchte ich euch hier an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Zunächst stellt sich die Frage, wieso man überhaupt im Wasser fotografieren sollte. Es ist kalt, nass und kann gefährlich sein, aber man kann so auch richtig tolle Effekte im Bild erzielen!

Man kann die Wellen mit einer längeren Belichtung in Linien verwandeln

An flachen Stränden kann man im richtigen Moment eine tolle Spiegelung erzielen.

Außerdem sind so keine Störenden Ränder oder Steine am Bildrand

Sei achtsam und behalte deine Umgebung immer im Blick

Wer am Wasser fotografiert, sollte immer vorsichtig sein und das Meer gut beobachten. An ungeschützten Orten, wie zum Beispiel in Island kann das Wasser von sehr weit her plötzlich angeschossen kommen. Bei jedem einzelnen Fotoshooting an Islands Stränden stand ich zu einem Zeitpunkt mehr oder weniger tief im Wasser. Dazu sei gesagt nasse Wanderschuhe sind unangenehm und sie trocknen enorm langsam. Ebenso unangenehm ist es, wenn man dem Wind stundenlang mit nasser Hose ausgesetzt ist. Aber zur Kleidung komme ich gleich noch mal.

Außer dir selbst, musst du ja auch noch deine Kamera vor dem Wasser schützen. Dazu ist es ratsam ein massives Stativ zu verwenden, welches sicher im Wasser steht, auch wenn mal eine stärkere Welle vorbeikommt. Wenn dein Stativ nicht ganz so solide ist, kannst du die Füße ein Stückchen in den Sand bohren oder ein Gewicht an der Mittelsäule befestigen.

Weiterhin hast du sicherlich noch mehr Ausrüstung dabei, die ebenfalls nicht so gerne baden möchte. Wenn der Strand leer und sicher ist, kannst du deinen Rucksack mit den restlichen Objektiven, Filtern, Akkus, Speicherkarten, Handy und was du sonst noch dabei hast, an eine erhöhte Position legen. Aber achte darauf, dass nicht gerade die Flut kommt und deine Sachen zu nah am Wasser liegen. Falls der Strand ohnehin nicht sicher genug ist, kannst du dir überlegen, ob du die Sachen direkt bei dir tragen möchtest oder vielleicht im Auto einschließt. Falls du mal hinfallen solltest, wäre nämlich sonst auch alles nass und vermutlich kaputt.

Eine weitere Schwierigkeit am Wasser ist das Spritzwasser. Nimm dir Reinigungstücher mit, mit denen du deine Linse und/oder die Filter zwischendurch vom Wasser befreien kannst. Nichts ist nerviger, als stundenlange Nachbearbeitung wegen vermeidbaren Spritzern im Bild.

Hier stand ich eigentlich weit weg vom Meer und habe gerade mein Stativ ausgerichtet, als ich von dieser kräftigen Welle überrascht wurde und bis übers Knie im Wasser stand.

Die passende Kleidung

Nasse Kleidung gilt es zu vermeiden. Meine ersten Versuche waren mit Wanderschuhen. Die sind auch von unten und außen her dicht, doch sobald das Wasser von oben eindringen kann, ist es rum. Auch Gamaschen helfen da nur bedingt.
Zweiter Versuch waren Gummistiefel. Wasserdichte Schuhe, damit kann man nichts falsch machen. Dachte ich. Doch natürlich kommen auch hier manche Wellen oben drüber, deshalb bin ich schlussendlich zum Angelbedarf übergegangen. Dort gibt es extra Wathosen. Die zieht man über seine Kleidung drüber und sie sind komplett wasserdicht, wie eine Mischung aus Gummistiefeln und Latzhose. Es ist damit möglich bis zum Oberkörper im Wasser zu stehen – ohne nass zu werden. Perfekt zum Fotografieren an Stränden. Kommt eine unkalkulierte Welle, kann man völlig entspannt stehen bleiben. Für Frauen ist es etwas schwieriger eine passende Hose zu finden, daher bin ich bei einer Wathose für Jugendliche gelandet. Für Männer ist die Auswahl größer.
Es gibt Wathosen aus Gummi oder Neopren. Gummi ist dünner, leichter und billiger, aber auch weniger isolierend gegen Kälte. Außerdem sammelt sich der Schweiß in der Hose, wenn man Sohlenwärmer verwendet. Neoprenhosen sind von sich aus dicker und schwerer, halten dafür aber auch besser warm und man schwitzt in ihnen weniger.

Wathose im Einsatz

Nach dem Shooting

Vor allem das Meer ist tödlich für dein Stativ. Salzwasser greift alles an und in Kombination mit Sand wird es nur noch schlimmer. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du nach dem Shooting am Meer alles richtig reinigst. Am besten nimmst du das Stativ mit in die Dusche, befreist es vom Salswasser, spülst alles mit Süßwasser ab und baust es einmal aus einander, um keine Stelle zu vergessen. Das ist richtig nervige Scheißarbeit, aber dein Stativ wird es dir danken. Wenn du nicht so genau weißt, wie das Stativ wieder zusammengebaut wird, fang am besten mit einem kleinen Stückchen an und zerlege es nicht direkt auf einmal komplett.
Wenn es kalt ist, machst du dich am besten direkt an die Arbeit, bevor das Wasser am und im Stativ anfängt einzufrieren (ja, alles schon passiert).

Auch alle Gläser (Filter und Objektiv) sollten gereinigt werden. Bei den Filtern reicht es, wenn du sie einmal mit Süßwasser abspülst und dann auf einem Handtuch ausgebreitet zum Trocknen auslegst.

Nordlichter fotografieren: so planst du dein Motiv richtig

Ihr habt bestimmt schon von den Nordlichtern gehört. Doch was genau sind eigentlich Nordlichter und wo treten sie auf? Nordlichter entstehen wenn angeregte Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre auf beschleunigte geladene Teilchen aus der Erdmagnetosphäre auftreffen. Meistens kommen sie nur in den Polarregionen vor. Auf der Nordhalbkugel nennt man sie Nordlichter, auf der Südhalbkugel heißen sie Südlichter. Nur wenn die Sonnenaktivität enorm stark ist, werden die Teilchen weiter zur Erdmitte gedrückt und man kann sie mit etwas Glück sogar in Deutschland oder auch in Südeuropa sehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, steht also eine Reise in die Polarregionen an. Statistisch gesehen kommen die Nordlichter in Nordnorwegen an 8/10 Nächten vor.

Wie erkennt man Nordlichter

Kommen wir zur nächsten Frage: wie findet man die Nordlichter überhaupt? Ihr denkt jetzt bestimmt erst mal das ist ganz einfach: nachts rausgehen und grünes Licht am Himmel sehen. Was kann dabei schon schwer sein? Das ist nicht so ganz richtig, denn je nach Stärke sieht man die Nordlichter mit dem Auge gar nicht. Und dann sind sie nicht mal grün, sondern weiß wie eine Wolke. Nur, dass die Wolke sich komisch verhält. Sie wird intensiver und schwächer und wenn man Glück hat, tanzt sie euphorisch über den Nachthimmel.

Am häufigsten kommen grüne Lichter vor, diese befinden sich in etwa 100km Höhe. Manchmal gibt es sie auch in anderen Farben. Rote Lichter entstehen zum Beispiel in 200km Höhe, mit dem menschlichen Auge kann man sie jedoch nicht sehen.

Jahreszeit und Wettervorhersage

Das A und O bei der Nordlichtjagd ist die Wettervorhersage. Es muss nachts richtig dunkel werden, sonst kann man die Lichter nicht sehen. Somit kommt nur das Winterhalbjahr von September bis April für die Nordlichtjagd in Frage. Entsprechend sind die anderen Monate geeignet für die Südpolarlichter. Statistisch am besten sind die Monate Oktober und März (Nordlichter), aber natürlich gehört auch immer eine Portion Glück dazu. Schließlich darf es nicht bedeckt sein, der Himmel muss frei und dunkel sein und es muss ein Sonnenwind existieren, der stark genug ist, um bis zu einem bestimmten Breitengrad zu kommen. Es gibt einen KP-Index für die Intensität der Lichter. Dieser gibt an, wie weit südlich die Lichter sein können.

Quelle: http://www.aurora-service.eu/aurora-forecast/

Ist man beispielsweise auf den Lofoten reicht KP2 aus, um die Nordlichter zu sehen. Wenn man jedoch in Island ist, braucht man schon KP3. Ist der KP wert höher, als er für den Breitengrad sein muss, besteht die Chance, dass die Lichter nicht nur aus nördlicher Richtung sichtbar sind, sondern von überall auftauchen können.

Zur Vorhersage haben wir immer die Webseite Aurora Forecast verwendet. Dazu gibt es auch eine passende Handyapp. Die Vorhersagen werden kurzfristig festgelegt und im 3-Stunden Takt angegeben. Man kann also abends abwägen, ob es sich lohnt wach zu bleiben. Darüber hinaus muss natürlich auch der regionale Wetterbericht beachtet werden.

Die Komposition will gut vorbereitet sein

Nordlichter sind wirklich sehr beeindruckend. Gerade wenn man sie zum ersten Mal sieht. Doch mit der Zeit wachsen die Ansprüche und zu einem guten Nordlichtfoto gehört dann nicht nur ein beeindruckendes Licht, sondern auch ein ansprechender Vordergrund mit einer guten Komposition.

Wir waren tagsüber immer auf der Suche nach Locations. Zwar kann man sich im Internet gut vorbereiten und bei Fotoplattformen nachschauen welche Nordlichtfotos es gibt und wo sie aufgenommen wurden, aber davon weiß man nicht, welche Begebenheiten vor Ort herrschen. Gab es Neuschnee? Wo gibt es Parkbuchten und sind diese geräumt worden? Wie kommt man den Hang herunter? Welcher Weg ist am zugänglichsten? Welcher Fotostandort könnte ideal sein? Zumindest in Norwegen war es nachts stellenweise pechschwarz. Wo die Orientierung tagsüber einfach fiel, war es nachts fast unmöglich sich den Weg zu merken. Eine Taschenlampe ist unumgänglich. Weitere Infos zur benötigten (Foto-)Ausrüstung findet ihr hier.

Es lohnt sich verschiedene Motive auszusuchen und abends kurzfristig nach der vorhergesagten Stärke zu planen. Bei einem schwachen KP-Wert braucht man einen Vordergrund in Richtung Norden. Bei starken Aktivitäten, sind durchaus auch Motive in andere Richtungen möglich.

Für dieses Motiv in Richtung Westen haben wir 3 Versuche in unterschiedlichen Nächten gebraucht, bis die Lichter über den Bergen aufgetaucht sind.

Fokus nicht vergessen

Wie bereits erwähnt ist es nachts dunkel. Richtig dunkel. An einsamen Orten haben wir die Sterne so deutlich gesehen, wie noch nie zuvor, weil keinerlei Störlicht vorhanden war. Das heißt aber auch der Autofokus funktioniert nicht. Wie stellt man nun das Bild scharf? Dazu gibt es verschiedene Ansätze. Man kann entweder bereits tagsüber auf die Ferne fokussieren und das Objektiv abkleben (oder sich eine Markierung einritzen) oder man versucht auf die Sterne zu fokussieren. Wenn alles nicht funktioniert und man zu zweit unterwegs ist, kann man sich gegenseitig anleuchten und auf die Person scharf stellen. In jedem Fall lohnt es sich direkt nach dem ersten Bild die Schärfe zu kontrollieren und ggf. anzupassen. Ich weiß das fällt schwer, vor allem wenn die Lichter schon im Gange sind und einen in ihren Bann ziehen. Doch wie ärgerlich wäre es wohl, wenn alle Bilder unscharf wären…

Kameraeinstellungen

Fast hätte ich dieses kleine Detail vergessen: was stellt man bei der Kamera überhaupt ein? Damit die Sterne noch punktförmig abgebildet werden, darf man nicht zu lange belichten. In der Regel waren 15 Sekunden bei 16mm Weitwinkel eine gute Wahl. Entsprechend muss dann aber auch die Blende maximal geöffnet sein (in meinem Fall bei 2.8) und der ISO-Wert erhöht werden (bei meinen Fotos hatte ich einen ISO zwischen 800-3200 je nach Lichtintensität). Ein Stativ wird zwingend benötigt, eine Fernbedienung für die Kamera ist sicher auch eine gute Wahl – man kann aber auch den Selbstauslöser verwenden, um Verwacklungen zu verhindern.

Hindernisse

Rechne nicht jede Nacht mit überragenden Fotos. Manchmal sind die Lichter einfach nicht da, auch wenn die Vorhersage gut war. Man muss es einfach versuchen und darf nicht aufgeben. Es kann sich lohnen eine Weile am Wunschmotiv zu warten, muss aber nicht immer zum Erfolg führen. Manchmal tauchen die Lichter erst sehr spät in der Nacht auf, manchmal geht es aber auch direkt nach Sonnenuntergang zur Sache. Außer der Natur gibt es jedoch noch ein weiteres, großes Hindernis: den Menschen. Du wirst auf gar keinen Fall der einzige Freak sein, der nachts auf der Suche nach Nordlichtern unterwegs ist. Genau genommen war nachts bald mehr los, als tagsüber. Fotogruppen, Workshops, Individualreisende – alle auf der Suche nach dem perfekten Foto. Parkbuchten sind belegt, die besten Spots vor Ort vielleicht auch. Wenn du deine Kopflampe anmachst, um den Weg zu sehen, wirst du angeplärrt und am aller nervigsten sind die Scheinwerfer der Autos. Diese sind so hell, dass sie deinen ganzen Vordergrund überbelichten.

Mond und Gezeiten

Zu guter letzt ist es noch lohnenswert den Mondverlauf, sowie die Gezeiten mit zu bedenken.
Steht der Mond mitten im Bild, schwächt er die Lichter. Kommt er vielleicht erst sehr spät nachts über die Berge drüber und beleuchtet den Vordergrund von hinten, ist der Effekt hingegen von Vorteil, weil der Boden heller wird. Bei Neumond stört nichts die Nordlichter, aber du siehst auch nichts: weder deine Komposition, noch wo du hinläufst. Unsere Infoquelle war https://www.mondverlauf.de.

Bei Motiven am Wasser ist es auch wichtig, Ebbe und Flut zu kalulieren. Will man Reflektionen im Wasser haben, muss es da sein. Will man keine nassen Füße bekommen, ist Ebbe besser (oder eine Wathose). Mehr zum Fotografieren am und im Wasser könnt ihr hier lesen.

Wie ihr merkt, gehört einiges an Planung dazu, wenn man tolle Nordlichtfotos machen möchte, aber es lohnt sich definitiv die Mühe auf sich zu nehmen!

Packliste für eine Winterwanderung auf den Lofoten

Auf den Lofoten ist es dank dem Golfstrom im Winter vergleichsweise mild. Während die Temperaturen im Inland auch gerne mal auf -40°C absinken, bleibt es auf den Lofoten meist nah um den Gefrierpunkt. Dafür ist es windiger und es gibt viel Eis. Besonders wenn man auf einen der vielen aussichtsreichen Gipfel wandern möchte, muss man mit teils stark vereisten Abschnitten rechnen. Ohne entsprechende Ausrüstung unmöglich!

Warme, wasserfeste und winddichte Kleidung

Die Basis für eine erfolgreiche Winterwanderung ist angemessene Kleidung. Es ist wichtig warm und trocken zu bleiben. Thermounterwäsche, Zwiebelprinzip und eine wasserdichte Aussenschicht sollten zur Grundausstattung gehören.

Erste Schicht

Die erste Schicht sollte dicht an der Haut anliegen und den Körper warm und trocken halten. Merinowolle hält zwar auch sehr gut warm, aber sie ist kratziger und teurer, als die Funktionskleidung aus Polyester und Elasthan. Diese ist ultra kuschelig, hält den Körper richtig warm und leitet den Schweiß nach außen und trocknet schnell. Achtung: es gibt verschiedene Wärmestufen, beim Wandern auf den Lofoten kann ich euch mittelwarme bis warme Unterwäsche empfehlen. Beim Aufstieg wird es doch schnell sehr warm, bei einer Pause auf dem Gipfel kühlt euch der Wind hingegen ordentlich ab.

Zwischenschicht(en)

Je nachdem, wie kälteempfindlich ihr seid, folgen nun eine oder mehrere extra Schichten Kleidung. Mir hat eine weitere Hose gereicht. Wichtig ist, dass zwischen jeder Schicht etwas Luft bleibt, nur so hält das Zwiebelprinzip warm. Außerdem macht es Sinn, dass auch die nächste Schicht aus funktionalen Textilien besteht, die den Schweiß weiter nach außen transportieren können.

Außenschicht

Die äußerste Schicht sollte definitiv winddicht sein! Wasserfest ist generell auch nicht schlecht, aber der Schnee auf den Lofoten ist sehr trocken und macht die Kleidung eigentlich nicht nass, selbst wenn man mal bis übers Knie tief einsackt: Schnee abgeschüttelt und alles ist wie vorher.

Ich hatte während meinen Wanderungen eine Regenjacke angezogen, die ich dann je nach Bedarf ausziehen konnte. Am Gipfel hat sie mich gut vor dem Wind geschützt und außerdem weiß man ja nie, wie sich das Wetter entwickelt. Ich hatte fast nur Sonnenschein, aber man hört ja auch oft von wechselhalfterem Wetter.

Wanderhilfen

Beim Wandern in Norwegen kann ich euch wärmstens richtige Steigeisen empfehlen. Damit könnt ihr sorgenfrei auf dickstem Eis laufen und rutscht nicht ab! Gamaschen hingegen sind vermutlich wieder geschmackssache. Ich habe sie immer verwendet, einfach um zu verhindern, dass Schnee oben in den Schuh eindringen kann und ich bin des Öfteren in tieferem Schnee gelandet. Mit der Ausrüstung konnte mir das egal sein, einfach wieder das Bein rausgezogen und weiter ging es. Wanderstöcke nehmen etwas Gewicht ab und geben auch Stabilität bei manchen Abschnitten, wo man etwas zum Festhalten oder Abstützen vermisst. Die Wanderungen wären auch ohne Wanderstöcke möglich gewesen, doch mir haben sie durchaus geholfen.

Hände und Füße warm halten

Das Zwiebelsystem hält den Körper warm, doch die Endstücke werden trotzdem noch schnell kalt. Ich hatte bei meinen Wanderungen wärmende Schuhsohlen verwendet. Je nach Wanderschuh bleiben die Füße vielleicht auch von alleine warm, aber bei mir ist das definitiv nicht der Fall. Mit den Sohlen hingegen war es immer angenehm warm in den Schuhen und stundenlanges Stehen und Gehen auf Schnee und Eis ist kein Problem gewesen. Handwärmer hatte ich leider nicht gekauft und was hat natürlich am meisten gefroren? Richtig: die Hände! Beim Wandern wurden sie warm, aber kaum auf dem Gipfel angekommen und ein paar Fotos gemacht, waren die Flossen wieder kalt wie Eis und ich hatte kaum noch Gefühl in den Fingern. Nächstes Mal kaufe ich definitiv auch Handwärmer!

Für die Pause unterwegs

Es ist empfehlenswert genügend Essen, Trinken (Thermoskanne) und am besten auch eine Sitzmatte mitzubringen. Bei meiner ersten Wanderung hatte ich eine Thermoskanne Tee und eine Flasche Wasser dabei, doch noch vor Erreichen des Gipfels ist das Wasser schon langsam eingefroren. Es ist also nicht nur furchtbar kalt im Mund, sondern irgendwann auch unmöglich etwas aus der Wasserflasche zu trinken. Daher packt euer Trinken in eine isolierte Flasche! Nach besonders anstrengenden Abschnitten war mir mehr nach erfrischenden Getränken zumute, bei längeren Sitzpausen auf der leichten Isomatte hingegen ist ein wärmender Tee optimal. Auch unser Proviant war irgendwann fast eingefroren. Es ist durchaus empfehlenswert auch hier einen Kälteschutz mitzubringen, zum Beispiel eine Kühltasche, in die man das Essen steckt und so etwas wärmer behält.

Die Wanderwege sind im Winter zwar vereister, aber nicht zwangsläufig schwieriger, als im Sommer. Ich würde sogar sagen, dass die Kletterabschnitte etwas einfacher sind. Die “Stufen” auf Felsen sind kleiner, weil die Ritzen zugeschneit und festgefroren sind. Man muss die Beine also etwas weniger hoch heben. Außerdem kann man querfeld ein marschieren, da man dank dem Frost nirgendwo im Schlamm versinkt. Allgemein ist es ratsam auf den Spuren vorheriger Wanderer zu bleiben, hier sackt man nicht so tief in den Schnee ein und es ist etwas weniger mühsam voranzukommen. Man denkt vielleicht, dass die Wege schwer zu erkennen sind, doch wir hatten keine Probleme damit den Weg zu erkennen. Es wandern tatsächlich viele Leute auch im Winter und die Spuren sind gut zu erkennen. An manchen Stellen findet man sogar markierte Steine, die den Weg anzeigen. Eine tolle Zusammenstellung verschiedener Wanderwege findet ihr übrigens bei 68north.

Wenn ihr oben auf dem Gipfel auch noch tolle Fotos machen wollt, schaut doch auch bei meiner Packliste für eine Fototour in Norwegen vorbei.

Packliste für eine Fototour in Norwegen (Winter)

Norwegen bietet zu jeder Jahreszeit unzählige Fotomotive. Im März war ich für 10 Tage auf den Lofoten auf Nordlichtjagd. Die Vorbereitungsphase hierfür war lang und kostenintensiv und bis zuletzt war ich mir unsicher, ob ich gut ausgestattet bin. Hier erfahrt ihr, was ich alles dabei hatte oder auch gerne dabei gehabt hätte. Ich hoffe, dass ich euch mit der Packliste bei der Vorbereitung für eure Fotoreise in den Norden behilflich sein kann!

Fotografieren am Strand in Island: 3 Lagen Hosen, Gummistiefel und trotzdem nasse Füße 😉

Warme, wasserfeste und winddichte Kleidung

Die Basis für eine erfolgreiche Fotosession ist angemessene Kleidung. Es ist wichtig warm und trocken zu bleiben. Thermounterwäsche, Zwiebelprinzip und eine wasserdichte Außenschicht sollten zur Grundausstattung gehören.

Erste Schicht

Die erste Schicht sollte dicht an der Haut anliegen und den Körper warm und trocken halten. Merinowolle hält zwar auch sehr gut warm, aber sie ist kratziger und teurer, als die Funktionskleidung aus Polyester und Elasthan. Diese ist ultra kuschelig, hält den Körper richtig warm und leitet den Schweiß nach außen und trocknet schnell. Achtung: es gibt verschiedene Wärmestufen, fürs Fotografieren in Europas Norden kann ich euch die wärmste Variante empfehlen!

Zwischenschicht(en)

Je nachdem, wie kälteempfindlich ihr seid, folgen nun eine oder mehrere extra Schichten Kleidung. Mir hat eine weitere Hose gereicht. Wichtig ist, dass zwischen jeder Schicht etwas Luft bleibt, nur so hält das Zwiebelprinzip warm. Außerdem macht es Sinn, dass auch die nächste Schicht aus funktionalen Textilien besteht, die den Schweiß weiter nach außen transportieren können und noch dazu schneller trockenen, als beispielsweise eine Jeans. Gerade wenn ihr euch an ungeschützten Ecken aufhaltet, wie an Stränden oder auf Berggipfeln, sind auch winddichte Kleidungsstücke Gold wert! Das non plus ultra wären natürlich auch wasserdichte Hosen, aber ich hatte vor meiner Reise nichts passendes gefunden (oder es war mir zu teuer).

Außenschicht

Die äußerste Schicht sollte definitiv wind- und wasserfest sein! Ich habe mir hierzu eine Regenjacke angezogen und eine überziehbare Regenhose, deren Beine man komplett öffnen kann. So war es möglich die Hose bei Bedarf auch on Location überzuziehen. Im Endeffekt war es unter der Regenhose dann jedoch so kuschelig warm, dass ich sie meistens angelassen habe, egal ob es geregnet hat oder nicht, denn hier kommt wirklich gar kein Wind mehr durch. Kopf, Hals und Hände sollten natürlich auch warm eingepackt werden.

Für den Fall, dass ihr mal ins Wasser fallt oder von einer hohen Welle überrascht werdet, ist es ratsam eine Wechselmontur dabei zu haben. Die Schuhe sollten ein gutes Profil haben. Auch Steigeisen und Gamaschen sind keine schlechte Idee, je nachdem welche Expeditionen ihr vorhabt und wie viel ihr für euer Traummotiv auf euch nehmen wollt. Mehr dazu auch in meiner Packliste für eine Winterwanderung auf den Lofoten.

Für den Strand

Für die Fotosessions ausschließlich am Strand habe ich mir dieses Jahr eine Wathose aus dem Angelbereich zugelegt. Dies ist eine Gummistiefelhose, die bis über den Bauch geht. Es gibt Wathosen aus Gummi und aus Neopren. Die Neoprenhosen halten wärmer, sind aber auch viel schwerer und vor allem schwieriger in Damengrößen zu finden. Deshalb habe ich mir eine Gummi-Wathose für Jugendliche gekauft. Für Männer mit längeren Beinen sollte die Auswahl deutlich einfacher sein. Natürlich hält die Wathose nicht sonderlich warm, aber glaubt mir: es ist allemal angenehmer, wenn man trocken bleibt!

Ausrüstung

Nachdem es nachts in Island beim Warten auf die Nordlichter wirklich kalt und ungemütlich wurde , habe ich mir für die Lofoten ein paar Hilfsmittel besorgt. Dazu gehören zum Beispiel wärmende Schuhsohlen. Es gibt verschiedene Optionen: beheizbare Socken oder Einlegesohlen, die mit einem Akku betrieben werden.

Beheizbare Socken

Hätte ich eigentlich am besten gefunden. Passen in jeden Schuh und auch in die Wathose. Man kann jedoch nicht einfach eine gewöhnliche Powerbank anschließen, sondern braucht die passenden Akkus, welche auch noch in der Hose verstaut werden müssen. Kostenpunkt zusammen etwa 300€. Mir eindeutig zu viel, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es hier ergänzen.

Beheizbare Schuheinlagen

Hätte ich auch spannend gefunden. Doch auch hier benötigt man die gleichen Akkus, wie beiden Socken und kann keine gewöhnliche USB Powerbank anschließen. Kostenpunkt zusammen etwa 250€. Immer noch zu teuer, außerdem müssen die Sohlen dann auch noch in die Schuhe passen (bei schmalen Füßen gar nicht so einfach).

Sohlenwärmer

Da die beiden erstgenannten Varianten für mich ausgeschieden sind, habe ich mir letztenendes für jeden Tag ein paar Sohlenwärmer gekauft. Eigentlich finde ich Wegwerfprodukte ja nicht besonders umweltfreundlich und vermeide sie sonst eher, aber in diesem Fall habe ich mich dann doch für Einwegsohlen entschieden. Diese sind Luftdicht verpackt und sowie sie an die Luft kommen fangen sie an zu wärmen. Hält ein paar Stunden und passt sich dem Schuh leichter an.

Handwärmer

Besonders kalt war es an den Händen.  An einen Handwärmer hatte ich natürlich nicht gedacht. Diesen würde ich aber definitiv für die nächste Reise kaufen und einpacken!

Weitere nützliche Utensilien für längere Wartezeiten am Abend

Während man auf die Nordlichter wartet, vergeht manchmal viel Zeit. Es ist empfehlenswert genügend Essen, Trinken (Thermoskanne) und am besten auch eine Sitzgelegenheit (Sitzmatte oder Campinghocker) mitzubringen. Natürlich gibt es auch etliche weitere Dinge, die man kaufen oder mitbringen könnte, aber diese Packliste beschränkt sich auf die Menge an Gepäck, welche man ohne Sperrgepäck im Flugzeug transportieren kann 😉

Fotoausrüstung

Vollformat Kamera

Neun Jahre lang habe ich mit Cropkameras fotografiert, bin nun aber zu dem Schluss gekommen, dass man mit Vollformatkameras noch mehr rausholen kann. Nachts gibt es weniger Bildrauschen, außerdem kommt kein lästiger Vergrößerungsfaktor dazu. Noch dazu kann man ein paar mehr Spielereien damit machen, wie z.B. 4K Videos, 7er Belichtungsreihen direkt in der Kamera einstellen und viel mehr.

Stativ

Mir ist es zum Reisen wichtig, dass das Stativ ein kleines Packmaß hat und ohne große Probleme in meinen Koffer passt. Außerdem möchte ich Gewicht sparen, wo immer es mir möglich ist, daher habe ich mich für ein Carbon-Stativ entschieden. Hierbei sollte man immer darauf achten, dass es trotzdem noch stabil ist. Mit dieser Auswahl bin ich schon seit einigen Jahren glücklich unterwegs.

Filter

Filter sind das A und O in der Landschaftsfotografie. Mit ihnen kann man die Belichtungszeit verlängern und schafft es so, dass das Meer glatt und weich aussieht, die Wolken interessante Spuren ziehen oder Menschen verschwinden. Ich verwende die Filter von Formatt Hitech, da sie sehr farbneutral sind. Es gibt verschiedene Filtergrößen, ich verwende die größten, die es überhaupt gibt. Wieso? Weil es die einzigen sind, die man auch an Ultraweitwinkel-Objektiven verwenden kann.

Akkuzubehör

Statt dem herkömmlichen Ladegerät, bietet es sich an ein USB-Ladegerät mitzunehmen, welches man direkt unterwegs über eine Powerbank betreiben kann. Verlinkt habe ich hier eine Powerbank mit zusätzlicher Solarladefunktion, hört sich spannend an – habe ich aber leider noch nicht selbst getestet. Nehmt aber trotzdem ein paar Ersatzakkus mit: in der Kälte entladen sie sich schneller – vor allem wenn ihr viel mit Liveview arbeitet.

Weiteres Zubehör

Ausreichend Speicherkarten, eine Funkfernbedienung und ein großer Fotorucksack, in dem man das ganze Zubehör unterbringt dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Wanderung zum Offersøykammen – krönender Abschluss unserer Fotoreise

In den vergangenen Tagen haben wir mit allen verbleibenden Kräften fotografiert. Morgens, Mittags, Abends, Nachts. Es gab mehrere Nächte mit wenig Schlaf, wir waren viel draußen und haben uns die Beine in den Bauch gestanden, während die Kameras fleißig aufgenommen haben.
Daher bot es sich an zum Abschluss der Reise noch mal etwas anderes zu machen: eine Wanderung!

Wegen den schwierigen Bedingungen im Winter sollte es eine einfache Wanderung sein, nicht zu viele Höhenmeter, nicht zu viele gefährliche Abschnitte, aber möglichst eine tolle Aussicht. Da kam der Offersøykammen gerade richtig. Nach 40min Fahrt haben wir den Anfang des Wanderwegs erreicht. Bewaffnet mit Gamaschen, Spikes und Wanderstöcken, sowie dem schweren Fotogepäck ging es bergauf. Zunächst über Eis, durch dünne Bäume hindurch, später auf vereistem Schnee und ohne Bäume.
Die Aussicht ist den gesamten Wanderweg phänomenal. Beim Aufsteig kann man die Mitte der Lofoten sehen: Gravdal und Leknes.
Am Gipfel angekommen haben wir auch die Sicht auf die gegenüberliegende Seite zum Haukland Beach (bei dem wir bereits abends die Nordlichter fotografiert haben).

Aussicht vom Gipfel in Richtung Haukland Beach

Die norwegische Landschaft hat sich wieder einmal von ihrer besten Seite gezeigt. Statt den angekündigten Wolken, konnten wir komplett bei herrlichem Sonnenschein und ohne Wind wandern. Da heute Samstag ist, haben wir auch einige Einheimische getroffen, die den Weg als Wochenendspaziergang genutzt haben. Nach einem kurzen Gespräch mit einem der Wanderer haben wir herausgefunden, dass die Norweger bereits Spikes in der Schuhsohle haben. Deshalb sieht es so mühelos aus bei ihnen in ihren Wanderschuhen. Wir müssen uns Spikes extra anschnallen, um überhaupt auf dem Eis laufen zu können. Gerne laufe ich nicht auf dem Eis, aber es ist hier unvermeidbar und ich muss zugeben mit der richtigen Ausrüstung ist es eigentlich auch kein Problem (höchstens noch in meinem Kopf).

Morgen müssen wir leider wieder zurück nach Schweden fahren. Die Zeit auf den Lofoten ist vorbei, ich trauere jetzt schon, dass ich Norwegen wieder verlassen muss. Die Landschaft gefällt mir so viel besser als zu Hause. Aber eines steht fest, ich werde wieder kommen!

Hier noch ein kleiner Einblick in die neuesten Nordlichtfotos:

Drei Nächte haben wir gebraucht, um dieses Foto aufzunehmen. In den ersten Nächten war kein Nordlicht am Himmel oder kam von der falschen Richtung. Jetzt endlich hatten wir Erfolg!

Skagsanden Beach – kein Geheimtipp mehr. Nachts ist hier die Hölle los, überall Fotografen. Kaum macht man seine Stirnlampe an, wird man ausgeschimpft.. aber in diesen eisigen Steinen laufe ich nicht ohne Licht

Die Jagd nach dem Licht

In erster Linie sind wir hier auf die Lofoten gereist, um die Nordlichter zu sehen. Am Anfang der Reise waren wir direkt erfolgreich, aber natürlich kommen die Lichter nicht jede Nacht in voller Intensität vor.
Wir haben uns vielseitige Motive für die Nordlichter ausgesucht und bei Tageslicht erkundet, wie man dort am besten hinkommt. Nun müssen die Lichter nur noch auftauchen.
Nordlichter zu erkennen ist gar nicht so einfach. Da wir hier sehr weit oben sind, können wir schon schwache Sonnenstürme mit der Kamera aufnehmen, mit dem Auge erkennt man die Nordlichter hier allerdings erst ab KP2. Der KP ist ein Index für die Intensität der Nordlichter. Je höher dieser Wert ist, desto südlicher werden die elektrisch aufgeladenen Teilchen des Sonnenwindes auf die Erde gedrückt. Auf Höhe der Lofoten reicht ein Wert von KP2 aus. Damit man die Nordlichter in Deutschland sehen kann, muss dieser Wert bei KP8 liegen (ja, das kommt sogar ganz selten mal vor).

Auf den Lofoten ändert sich das Wetter schnell. Manche Wolken hängen ewig in einer Bergreihe fest und man denkt das Wetter sei richtig eklig. Doch wenn man dann ein Stückchen weiter fährt, ist dort strahlend blauer Himmel. Wir studieren täglich die Wetterkarten und richten unsere Motive danach aus. Doch so wirklich genau kann man dann immer noch nicht sagen, ob Nordlichter auftauchen.

Einen Abend waren wir in Haukland am Strand, 40km entfernt von unserer Wohnung. 10km vorm Ziel haben wir ein starkes Licht aus dem Auto entdeckt. Am Strand angekommen ist es dann weg. Wir ziehen die Wathosen an und laufen zur Wasserkante. Dort wollen wir die perfekte Spiegelung der Nordlichter und Sterne abwarten. Nur kommt es nicht. Wir warten. Mit Fußwärmern lässt es sich einigermaßen aushalten. Dann fängt es an zu leuchten. Mit dem Auge nicht sichtbar. Im tiefschwarzen Nachtlicht fokussieren wir und versuchen eine ansprechende Komposition zu finden. Dann nimmt das Licht an Fahrt auf. Leider über dem Berg, nicht über dem Strand. Erst als wir gerade gehen wollen, leuchtet es stark. Keine Zeit mehr, um zum Wasser zurückzugehen. Jetzt werden die Fotos vom Sand aus gemacht.

Haukland

Da die Lichter langsam über den Berg verschwinden, fahren wir durch den Tunnel auf die andere Seite nach Uttakleiv. Hier stehen schon etliche Touristen mit ihren Kameras bereit und nehmen den grünen Himmel auf. Wir klettern runter an die Steinküste, aber schon kurz später ist die Lichtershow zu Ende.

Uttakleiv

Weitere Fahrten gehören zum Alltag. Schließlich suchen wir das beste Licht und durch die hohen Berge ändert sich dieses ständig. Unterwegs treffen wir immer wieder auf die gleichen Autos, Menschen und Fotogruppen. In Ytresand am Strand haben wir sogar die fototante.de aus Frankfurt mit ihrer Workshopgruppe getroffen – klein ist die Welt!

An manchen Standorten müssen wir sogar für unsere Motive anstehen, wie zum Beispiel in Reine vor einer Brücke. Und das im Winter!

Reine

Gestern war der Sonnenwind sehr schwach, aber der Himmel klar, deshalb sind wir auf gut Glück zu unserem Wunschmotiv gefahren. Leider kamen die Nordlichter aus der falschen Richtung. Das Motiv ist so stark, vielleicht versuchen wir es später noch mal. So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen 😉

Auf dem Rückweg halten wir immer mal an und knipsen aus dem Auto heraus, denn es ist wirklich schweinekalt draußen. In dem Wind frieren einem die Finger fast ein. Ziemlich schnell verliere ich das Gefühl in den Händen und kann meine Kamera kaum noch bedienen.
Noch ein Foto bei der Kirche in Flaskstad, dann geht es heim. Die Vorhersage ist besser für die nächste Nacht, dann sparen wir uns die Kräfte besser dafür auf.

Flakstad Kirche

Ein weiterer Fototag auf den Lofoten

Es ging wieder früh los. Am Vorabend wurde der Tag mit diversen Online-Tools geplant. Wo steht wann die Sonne, wie sind die Gezeiten, welche Orte bieten sich in welcher Reihenfolge an. Der Sonnenstand ist gerade mit den Bergen schwierig vorherzusagen, doch heute waren unsere Kalkulationen ganz gut.

Zuerst haben wir uns eine vereiste Bucht ausgesucht. Als wir dort ankamen, kam die Sonne gerade über den Bergen zum Vorschein. Trotz der Spikes finde ich es immer noch komisch auf Eis zu laufen. Da ich den Ort jedoch vom Sommer noch kenne, weiß ich, dass es nicht tief runter geht und selbst wenn die 20cm dicken Eisschollen einbrechen würden, ginge es nicht tief hinunter. Also tasten wir uns immer weiter vor und suchen ein schönes Motiv.

Dem eisigen Wind schutzlos ausgesetzt und mit den Füßen auf Eis, wird es schnell ziemlich kalt. Zeit für die Heizsohlen, damit die Füße wieder auftauen können. Manche Anschaffungen für die Reise waren vielleicht unnötig, aber von den Einlegesohlen bin ich hellauf begeistert.

Eine kurze Autofahrt später erreichen wir Nusfjord. Hier wollen wir die bunten Häuschen am Hafen fotografieren. Auf der Suche nach einem Fotomotiv, welches wir gestern im Internet entdeckt haben, irren wir herum und machen die ersten Spuren in den Schnee. Schlussendlich war das Motiv natürlich direkt am Ortseingang und ein Katzensprung vom Hafen entfernt. Aber wir haben ja Zeit 😉

nusfjord

Anschließend fahren wir wieder zurück zur E10, an einen meiner Lieblingsspots: Vareid. Hier gibt es direkt neben der Straße spannende Steine an der Küste, auf denen man herumklettern kann. Je nach Gezeiten kommt hier das Wasser hoch und es haben sich über den Winter dicke Eisspalten gebildet. Weiter vorne wo das Meerwasser immer wieder dran kommt, ist das Eis nicht so stabil und man muss aufpassen, dass man nicht einkracht und nasse Füße bekommt.

Die Wanderung zum Ryten

Das Wetter war die letzten Tage gut, optimale Voraussetzungen für eine Wanderung. Eine richtige Wanderung. Wir wollen hoch hinaus auf den Ryten. Mit 543m Höhe ist er schon etwas anstrengend, aber der Weg ist ziemlich einfach und mit unseren super Spikes sehr gut machbar. Ausgerüstet mit Wanderstöcken, Gamaschen und Spikes geht es Schritt für Schritt ein Stückchen höher.

Die Aussichten entlang des Weges sind umwerfend. Außer uns ist noch niemand unterwegs. Der ganze Berg gehört uns. Die Luft ist kalt, aber wenigstens weht kaum ein Wind. Ohne Spikes kann man diese Wanderung total vergessen. Manche Abschnitte sind einen halben Meter dick mit Eis bedeckt, andere nur mit dünnem Eis.

Wir brauchen drei Stunden bis hoch zum Gipfel. Gerade zum Ende hin wird es richtig anstrengend. Es geht pausenlos bergauf. Beim Trinken habe ich auf einmal Stückchen im Mund: Eis. Mein Wasser friert ein! Mit vier Lagen Pullis und Jacken ist es auszuhalten, aber lange Pausen können wir nicht machen, dann kühlen wir zu sehr ab.

Dann erreichen wir endlich den Aussichtspunkt. Mittlerweile sind auch andere Wanderer unterwegs. Wir werden überholt und sind mit 6 weiteren Personen auf dem Berg. Überfüllt geht anders. Eindeutiger Vorteil einer Winterwanderung, denn im Sommer sind sicherlich mehr Menschen unterwegs. Ein Pärchen hat seine Hunde mitgebracht. Die beiden flitzen jetzt herum und fallen übereinander her. Wir sind kurz abgelenkt vom Fotografieren.

Von dem Aussichtspunkt aus kann man die ganze Bucht Kvalvika überblicken. Ohne Kamerarucksack wäre der Weg sicher einfacher gewesen, aber wir wollten ja oben auch Fotos mit Filtern und Stativ machen, also musste der Kram ja auch erst mal ans Ziel transportiert werden.

Erster Fototag auf den Lofoten – die Nordlichter kommen

Die Wettervorhersage ist vielversprechend, der Wecker steht auf 5:30 Uhr. Der Urlaub kann beginnen!
Pünktlich kurz vorm Sonnenaufgang stehen wir zusammen mit etlichen Fotogruppen aus aller Welt auf der Brücke in Hamnøy und warten darauf, dass die Sonne über den Wolken auftaucht. Eine Drohne brummt über uns, ständig donnert ein Stativ gegen das hohe Brückengeländer, aber wir werden nicht enttäuscht. Den ganzen Tag über haben wir strahlenden Sonnenschein! Der Kontrast aus schneebedeckten Bergen und dem tiefblauen Wasser ist phänomenal und wir schießen eine Belichtungsreihe nach der anderen ohne wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht.

Hamnøy

Unser zweiter Fotospot ist direkt zwei Inselchen weiter: Sakrisøy. Hier gibt es zur Abwechslung gelbe Holzhütten (statt den üblichen roten). Die gefallen uns sogar noch besser und wir erklimmen sogar spontan einen kleinen Berg, um eine bessere Perspektive zu haben. Der Boden ist stellenweise unter dem Schnee gefroren, aber die Steigeisen liegen brav im Auto rum. War ja auch spontan… nächstes Mal nehmen wir sie mit.

Sakrisøy

Nach ein paar weiteren Schnappschüssen in Reine und Sonnenuntergangsfotos ohne Sonne (weil zu früh hinter dem Berg verschwunden) in Flakstad am Strand, geht es zurück zur Wohnung. Erste Fotos sichten und bearbeiten. Wir warten auf die Nordlichter und entdecken die ersten zarten Streifen am Himmel. Um 21Uhr geht es los. Wieder alle Motive vom Tag anfahren und mit Nordlichtern fotografieren. Zum ersten Mal ist die Sonnenaktivität so stark, dass man die Nordlichter mit bloßem Auge sehen kann. Und nicht nur das: sie sind sogar hellgrün zu sehen. Der Wahnsinn! Ich bin ganz aufgeregt und kann mich kaum von einem Motiv trennen, aber der Berg vom Morgen ist vielversprechend. Also fahren wir zurück zu Sakrisøy auf den Berg. Mit Steigeisen sausen wir auf den Gipfel (wir wissen ja jetzt, dass man diese braucht und haben sie mitgenommen), trotzen dem kalten Wind und bestaunen die Lichtershow am Himmel.

Die Finger haben kein Gefühl mehr, die Zehen sind auch sehr kalt. Der Wind will nicht aufhören. Wir sind uns einig, dass es reicht und fahren gegen Mitternacht zurück. Direkt vor unserer Wohnung flammen die Lichter dann erneut auf. Die Kälte ist vergessen und es werden noch Fotos vor der Küche geschossen. Ein wirklich erfolgreicher erster Tag mit über 30GB Fotoaufnahmen.

Home with a view

Lofoten im Winter – die Anreise

Nachdem mir die Lofoten im Sommer so gut gefallen haben und die Nordlichter in Island so selten sichtbar waren, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich eine der beiden Reisen wiederhole. Wieso nicht verbinden? Also ging es diese Woche zurück auf die Lofoten – im Winter. Wie auch beim letzten Mal, war die Anreise lang und anstrengend. Am Donnerstag ging es direkt von der Arbeit in den Flieger. Mit Zwischenstop in Stockholm sind wir nach Kiruna, in die nördlichste Stadt Schwedens geflogen. Hört sich erst mal komisch an, schließlich sind die Lofoten in Norwegen, doch der nächstgelegene Flughafen mit günstigen Flügen ist tatsächlich in Schweden. Von hier sind es keine 500km bis zu den Lofoten und weniger als 200km bis zur norwegischen Grenze.
Die niedrigen Temperaturen in Deutschland haben uns gut auf das arktische Klima vorbereitet. Es ist zwar um die -13° kalt, als wir in Kiruna auf der glatten Landebahn ankommen, aber wir frieren nicht. Die Luft ist trocken und ziemlich windstill. Über eine dicke Eisschicht laufen wir von der Flugzeugtreppe zum Flughafengebäude. Tür auf, schon stehen wir vor dem mini Gepäckband. Es herrscht ein großes Gewatz, aber bis unsere Koffer ankommen, geht es einigermaßen.
Der Flughafen in Kiruna ist sehr klein, am Donnerstag sind zum Beispiel nur drei Flugzeuge angekommen. Immer 30min nach Landung des Fliegers fährt ein Bus in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir mit dem Taxi fahren, aber die einzigen fünf Taxis sind vor uns schon belegt. Also ab in den Bus. Von der Haltestelle müssen wir mit unseren 30kg Gepäck noch 10min über Schnee und Eis zur Unterkunft laufen. Besonders bei der Steigung macht dies nicht mehr so viel Spaß und wir sind froh, dass der Zimmerschlüssel wie versprochen im Briefkasten auf uns wartet, denn wir sind mehr als zwei Stunden nach dem Check In erst angekommen. Nun heißt es noch Betten beziehen – mitten in der Nacht.
Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf, unser Mietwagen kann ab 8:30 am Flughafen abgeholt werden. Nachts hat die Vermietung geschlossen, deshalb müssen wir noch mal zurückfahren. Wie kommt man nun zum Flughafen? Der Bus fährt schließlich nur, wenn danach auch ein Flugzeut startet… Wir bitten das Hotelpersonal uns ein Taxi zu rufen und sie schaut schon sehr skeptisch, denn in Kiruna gibt es nur sehr wenige Taxis und manche Gäste reservieren sich ihren Zeitslot schon ein JAHR im Voraus!! Richtig krass. Noch unglaublicher ist es, dass genau in diesem Moment ein Taxi in der Nähe frei geworden ist und uns tatsächlich zum Flughafen bringt. Manchmal kann man ja auch einfach Glück haben! Das war es dann auch schon, denn der Schalter von Europcar ist geschlossen. Einen Anruf später, kommt ein Mitarbeiter mit unserem Golf vorbeigefahren. Die Reifen haben keine Spikes, wir sind erst mal verdutzt, schließlich ist der ganze Boden dick vereist. Wie kommt man darauf ohne Spikes oder Schneeketten zurecht? Es bleibt nichts anderes übrig, als es auszuprobieren. Dank dem Split auf der Straße greift es auch ganz gut und die Landstraße ist sogar geräumt. Das Wetter ist besser als die Vorhersage und wir kommen bei sonnigem Wetter einwandfrei voran. Pünktlich am Abend erreichen wir unsere Hütte auf den Lofoten. Die Sonne geht um kurz nach 5 unter – Ziel erreicht: bei Tageslicht angekommen. Ronny, unser Vermieter ist auch schon da und berichtet uns erst mal alles mögliche rund ums Angeln (er ist Berufsfischer). Irgendwann zeigt er uns auch die Wohnung. Wir haben eine bombastische Aussicht auf die Hafeneinfahrt – aus jedem Zimmer!
Da Wolken aufziehen, ruhen wir uns die erste Nacht aus und verschieben die Nordlichtjagd auf eine klarere Nacht.

Endspurt in Essaouira

Die Zeit in der Wüste war schön, aber nach ein paar Tagen reicht die Einöde auch. Genug von den vielen Fliegen, Mücken, Spinnen und Käfern.

Früh morgens stehen wir auf, das Riad bereitet uns sogar noch ein kleines Frühaufsteherfrühstück vor und bringt uns per Auto zur Bushaltestelle, da es mit Gepäck zu Fuß ja anstrengend wäre. Der Weg ist zwar nicht sehr weit, aber wir freuen uns trotzdem, dass wir nicht laufen müssen und somit auch mehr Zeit haben. Der Bus steht schon da. Wir kaufen noch unser Gepäckbändchen und steigen ein. Es ist unser längster Fahrtag: 12,5 Stunden im Bus von Merzouga nach Marrakech. Diesmal scheinen mehr Fahrgäste gebucht zu haben, also bleiben wir sicherheitshalber auf unseren vorgeschriebenen Sitzen. Diese sind in der zweiten Reihe mit Blick auf die Straße und zudem ziemlich kuschelig auf die Dauer. Die lange Fahrt nervt mich ziemlich an. Hier eine kleine Übersicht über die skurrilsten Erlebnisse:

– wir passieren ein Auto mit einer lebenden Gans im Kofferraum

– mein Sitznachbar über den Gang putzt sich die Nase: in die Innenseite seiner Jacke. Wie ekelig ist das denn?!?

– generell ist auf Marokkos Straßen wenig Verkehr. Oft haben wir die ganze Straße für uns alleine. Dann tauchen immer mal wieder ein Tier, Menschen oder auch furchtbar lahme Autos auf. Bei den Autos kann ich meist überhaupt nicht nachvollziehen, warum sie so durch die Gegend schleichen, zum Beispiel ein fetter Audi fährt auf der Landstraße nur 40, ein LKW nur 20, obwohl man hier 60-100 km/h fahren darf. Entschließt sich der Busfahrer zum Überholen, ziehen die dann doch fast immer auch noch zur Mitte, so dass wir ständig hupen müssen. Fragt sich ob die Fahrer wirklich alle einen Führerschein haben bzw. ob man für den marokkanischen Führerschein unterrichtet wird. Kann ja auch sein, dass man den einfach nur bezahlt und direkt hat… um die Supratours Fahrer in Schutz zu nehmen, muss ich jedoch zugeben, dass sie sich eigentlich immer an die Regeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten und nur dann überholt haben, wenn genügend Sicht und Platz vorhanden war. Spannend war die Fahrt nur wegen den anderen Verkehrsteilnehmern…

– von einer Haltestelle zur nächsten nehmen wir diverse Pakete mit. Eigentlich eine gute Idee, denn der Bus fährt ja eh jeden Tag die Strecke, wieso sollte er dann nicht auch kleine Waren befördern.

– in mehreren größeren Städten halten wir an und Fahrgäste steigen ein und aus. Man muss jedoch selbst wissen, wo man ist. Durchsagen gibt es keine. GPS und die kalkulierte Abkunftszeit helfen..

– bei einer Haltestelle steigt ein Bettler in den Bus. Ich hätte ja gedacht, dass er keinen Zutritt bekommt, weil er auch kein Ticket hat. Aber hier sieht man großzügig darüber hinweg. Er klappert Reihe für Reihe ab, schüttelt jeden am Arm und brabbelt irgendetwas unverständliches. Ich sehe das ja überhaupt nicht ein und ärgere mich, nicht mal hier meine Ruhe zu haben. Vor der Weiterfahrt muss er zum Glück wieder raus.

Dann wird es dunkel, ich immer ungeduldiger, der Hunger lässt grüßen und endlich sind wir in Marrakech! Wir steigen aus dem Bus und sind umzingelt von tausenden Taxifahrern. Da wir jedoch unser Hotel direkt neben der Bushaltestelle gebucht haben, können wir laufen. Das ist sehr enttäuschend für die Fahrer und sie versuchen uns den halben Weg zu belabern. Schnell rein in das Bahnhofs McDonald’s. Hier treffen wir die einzigen anderen, ausländischen Touristen aus dem Bus wieder. Wie Tiere fallen wir über das Menü her, bevor wir ins Ibis Hotel einchecken. Es ist die erste westliche Hotelkette und nicht im typisch marokkanischen Stil eingerichtet. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, doch es ist schon ziemlich abgewohnt und die Dusche verschimmelt. Typisch Billighotel. Wenigstens das Frühstück ist endlich umfangreich und es gibt zum ersten Mal der Reise mehr Auswahl als Hunger 🙂

Danach geht es direkt wieder weiter. Noch mal drei Stunden Fahrt nach Essaouira. Hier war ich 2015 schon mal und es hatte mir sehr gut gefallen. Die Fahrt ist jedoch sehr beschwerlich. Wir sitzen in der ersten Reihe, weil wir unser Ticket so früh gebucht haben. Noch bevor wir losfahren schaltet der Fahrer meine Lüftung ab, offenbar stört sie ihn. Toll, ich darf also keine Luft haben. Schon da ist er unten durch. Unter unserem Sitz ist ein Feuerlöscher, also wieder kein Platz für den Rucksack. Ich beschließe heute mal ein bisschen den kuriosen Verkehr aufzunehmen. Ganze drei Clips sind mir vergönnt, dann mault mich der spießige Fahrer an, dass ich das nicht darf. Keine Ahnung in welchem Gesetzbuch steht, dass Spiegelreflexaufnahmen verboten, Handyaufnahmen der anderen Fahrgäste aber gestattet sind. Finde ich ziemlich doof, aber ich höre auf. Stattdessen gucke ich mir dann halt alte Fotos aus der Wüste an. Mein Drehrädchen zum Bilder wechseln ist recht gut zu hören, weshalb er sich schon wieder alle paar Minuten böse umdreht. Mir ist schnell der Spaß vergangen und ich packe die Kamera ganz weg. Versuche ich es halt mit Musik. Das scheint ok zu sein. Doch kurz darauf schaltet er das Radio ein. Laut. Ich höre meine Musik nicht mehr. Also weg mit dem Handy. Dann halt Kindle raus und Buch lesen. Auch hierbei ernte ich wieder viele böse Blicke. Vermutlich fühlt er sich schon wieder fotografiert oder so. Ich sag euch: drei Stunden können seeehr lang sein. Für die Rückfahrt nach Marrakech habe ich Sitzplätze in Reihe 4 gekriegt. Das wird entspannter! Die Straßenbeläge von Marrakech nach Essaouira sind wirklich gut: fast durchgehend zweispurig, keine Schlaglöcher und sogut wie kein Verkehr. Im restlichen Teil des Landes gab es viele sehr schlechte Straßen.

Auch in Essaouira wird der Bus von Kofferträgern belagert. Wir schaffen es alle abzuwimmeln und laufen zu unserem Hotel. Da dies schon das Ende der Reise ist, gönnen wir uns hier zwei Nächte Luxus im 5* Strandhotel. Einzige Kritik auf höchstem Niveau: wir haben ein Zimmer mit Pool- statt Merkblick und das WLAN Signal ist im Bett schwach. Ansonsten ist es wirklich klasse! Sofa, Fernseher, weiches Bett, Badmäntel, Schläppchen und etliche Pflegeprodukte, die direkt in Tinas Tasche landen 😉

Strand und Hotel in Essaouira

Heute ist es sehr wolkig und windig, daher zu kalt zum baden. Stattdessen laufen wir an der Wasserkante des Atlantiks entlang und baden nur die Füße. Ein paar Surfer versuchen sich an den vielen Wellen, auch Kitesurfer sind unterwegs. Natürlich gibt es auch hier ein paar Nervensägen, die uns einen Kamelritt oder sonstige Aktivitäten verkaufen wollen. Dann wird es dunkel, wir suchen uns ein Restaurant zum Abendessen und gehen dann früh ins Bett.

Am nächsten Tag wollen wir die Medina erkunden, doch zuerst stärken wir uns mit dem besten Frühstück der Reise. Es gibt alles, was das deutsche Herz begehrt, sogar Wurst und Käse, Müsli, Omelettes, Smoothies, Süßgebäck, Obst und Gemüse. Der Bauch spannt und so schnell wird kein Hunger kommen. Bereit zum Shopping! Dabei nimmt das Geld ruck zuck ab, aber wir bekommen ja auch unsere Souvenirs dafür… Arganöl, Gewürze und ein handgemalter Teller sind die Ausbeute des Tages. Jetzt wo das Ende der Reise näher rückt, traue ich mich auch mal an einen frisch gepressten Orangensaft. 5 gut investiere Dirhams. Der Saft schmeckt unheimlich lecker und ist nicht so breiig, wie in so manchem Hotel zuvor. Unterwegs werden uns mehrere Male “Happy cookies“ angeboten, die wir dankend ablehnen. Eigentlich hätten wir hiermit eher in Chefchaouen gerechnet… wie auch immer, am späteren Nachmittag ist wieder Platz im Bauch. Eigentlich wurden uns zwei gute Restaurants empfohlen, aber beide bieten erst abends warmes Essen an, daher suchen wir uns spontan eine neue Location aus. Ein Restaurant mit Dachterrasse am Meer! Tolle Aussicht und Sonne, aber auch kalter Wind (oookay, es ist wohl wirklich schon November) und für Marokko teure Preise. Das Essen schmeckt gut, die Füße tun weh und satt, glücklich sowie erschöpft tapern wir zurück zu unserem Hotel. Da heißt es Sachen packen (vor allem die neuen sicher polstern), denn morgen geht es wieder zurück nach Marrakech.

Medina in Essaouira

Zu Fuß durch die Sahara

Von Fes ging es per Nachtbus weiter Richtung Süden. Eigentlich bekommt man direkt beim Ticketkauf einen festen Sitzplatz zugewiesen, je eher man bucht, desto weiter vorne. Wir haben Plätze 1 + 2, direkt hinter dem Fahrer. Da wo es keine Beinfreiheit gibt. Zum Glück ist unser Fahrer gut drauf und bietet uns je 2 Sitze weiter hinten an. Optimal zum Schlafen. Vielleicht hat es geholfen, dass wir zusammen mit dem Busfahrer (mit Gestik) über die mangelnden Parkkünste des PKW Fahrers abgelästert haben, der sich so mies angestellt hat, im Parkverbot vor dem Bus zu parken, dass der Bus im Endeffekt ein Stück zurück fahren musste, um nicht erneut angefahren zu werden.

Die ersten vier Stunden fahren wir im eisgekühlten Bus. Jacke, Schal, lange Hose und trotzdem friere ich so sehr, dass ich nicht schlafen kann. Dann geht die Klimaanlage wohl nicht mehr und es wird endlich warm. Die nächsten sechs Stunden kann ich schlafen, dann sind wir da: in Merzouga. Es dämmert schon und wir lassen uns vom GPS zum Riad führen. Alles zu, mist! Während wir uns nach einem Seiteneingang umschauen, kommt ein Mann auf uns zu. Ich hatte der Unterkunft vorab geschrieben, dass wir so früh ankommen und offenbar hat uns der Besitzer abholen wollen. Naja wir haben uns gefunden und dürfen uns in ein Zelt legen, bis das Frühstück losgeht. Nach dem Frühstück organisieren wir die Wüstentour, denn deshalb sind wir hier.

Es gibt verschiedene Wüstencamps, wir entscheiden uns für eins mit Luxus. Ein eigenes Klo im Zelt und richtige Betten. Nicht so wie letztes Mal, als es einfach einen Teppichvorhang als Tür und eine Matratze auf dem Boden war. Das Luxuscamp ist zwar ziemlich teuer, dafür sind wir aber auch nur eine Dreiergruppe. Ricardo aus Italien ist ebenfalls dabei. Wir haben unseren eigenen Guide und diesmal darf ich zu Fuß durch die Sahara laufen. Kamelreiten mag ich schließlich nicht. Es ist zwar sau anstrengend 1,5 Stunden durch den Wüstensand zu laufen, aber besser als verkrampft auf dem Tier zu hängen. Außerdem kann ich so besser fotografieren. Leider ist es schon wieder bewölkt. Die Chancen für den Sonnenuntergang stehen schlecht. Aber zum Laufen ist es natürlich angenehmer ohne Sonne. Ich bin so schon überall klebrig.

Im Camp angekommen sausen wir schnell auf eine Düne, die Wolken sind sehr hoch und haben eine Lücke zum Boden gebildet, wo die Sonne durchkommt und wir doch noch zu unserem traumhaften Sonnenuntergang kommen. Zack sind alle Strapazen vergessen!

Abendrot in der Sahara

Im Wüstencamp sind mittlerweile noch zwei Australierinnen angekommen. Gemeinsam essen wir zu Abend und sitzen um das Lagerfeuer herum. Die Kamelführer machen Musik für uns. Nach wenigen Liedern versuchen sie uns dann mit einzubeziehen und jeder muss mal trommeln oder singen. Dann krackseln wir erneut die Düne hinauf. Es ist Vollmond. Die Dünen werfen dunkle Schatten. Eigentlich hatte ich mir solche Bilder für den Abend vorgestellt, aber da war es zu wolkig. Dann machen wir eben nachts noch ein paar Fotos, bevor wir uns schlafen legen. Im Camp ist es schön warm. Doch mitten in der Nacht wird es windig. Ich befürchte fast das ist normal in der Sahara, denn auch letztes Mal war es nachts sehr unheimlich wenn der Wind den Sand gegen das Zelt pustet. An erholsamen Schlaf ist nicht zu denken und insgeheim freue ich mich darüber um 5:30 Uhr wieder aufzustehen. Schnell anziehen und mit Kamerazeug auf eine Düne klettern. Der Himmel ist klar und wir genießen im Sand sitzend den Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang in der Wüste

Leider sind die Touren immer etwas hektisch. Unsere Kamele sind ausgebüchst, weil eine andere Karawane schon zurück geht. Auf drei Beinen humpeln sie durch den Sand und tun mir sofort leid. Ein Vorderbein wird genau aus diesem Grund festgebunden, doch offenbar reicht genügend Willenskraft aus um auch so aufzustehen. Unser Kamelführer holt sie zurück, wir frühstücken schnell was und treten dann auch den Rückweg an. Das Marschieren durch den Sand ist genauso anstrengend wie gestern und wirklich viele Fotos kann ich nicht machen, da ich sonst den Anschluss verliere. Ich glaube wir haben etwas zu viel getrödelt, denn mitten auf dem Heimweg werden wir von unserem 4×4 Jeep abgeholt. Mist, also müssen wir jetzt mit dem Auto zurück fahren. Zum Glück ist der Fahrer hier vorsichtig und kein Vergleich zu der Horrortour in Dubai. Nie wieder Dune Bashing! 
Erschöpft und glücklich kommen wir zurück zum Hotel und verbringen den Tag am Pool. Heute ist es richtig mild und lässt sich sehr gut in der Sonne aushalten.

Hotelpool

Die Häuser hier werden aus Lehm gebaut. Im Ort konnten wir einen Maurer bei der Arbeit beobachten. Allgemein mengen die Marokkaner ihr Baumaterial gerne einfach so auf dem Gehweg zusammen. In Casablanca hatte ich so beobachtet, wie Zement gerührt würde. Einen Behälter zum Mischen zu benutzen wäre ja auch uncool.

Uns bleibt noch eine Nacht am Rand der Wüste, vielleicht spazieren wir am Spätnachmittag erneut zur Düne und probieren noch mal unser Glück mit den Schattenspielen der Dünen. Vielleicht sind wir aber auch heute faul, denn morgen wird anstrengend. Die längste Busfahrt der Reise steht bevor. Von Merzouga über das Atlasgebirge nach Marrakech in knapp 13 Stunden. Immerhin tagsüber, so dass wir die Nacht in einem Bett verbringen können. Dort kriegt man immer noch den besten Schlaf…

Auf Kurzbesuch in der Königsstadt Fes

Noch einmal dürfen wir auf der sonnigen Terrasse in Chefchaouen frühstücken und die blaue Stadt begutachten. Bisher haben wir uns hier am wohlsten gefühlt und es ist schade, dass wir abreisen müssen.

Zu Fuß eiern wir durch die süßen Gassen bis runter zu dem großen Platz, wo wir auf ein Taxi warten. Es dauert nicht lange, dann kommt eins. Ich verhandele um den Preis, das gehört hier dazu. Der Fahrer meint ich würde gut französisch sprechen, ich sehe das ganz anders. Vielleicht mag die Aussprache der wenigen Wörter, die ich noch in Erinnerung habe, ganz gut sein, aber wenn immer ich etwas sagen will, fallen mir hauptsächlich die englischen Worte ein. Schlimm. 7 Jahre Französischunterricht, 2 davon im Leistungskurs und ich stehe hier wie der Depp vom Dorf während ich überlege welche Zahl der Fahrer jetzt schon wieder gesagt hat. Aber alles in allem kommen wir gut durch. Es gab zwar kleinere Anpassungen bei den Überlandfahrten, aber nichts gravierendes. Ob wir nun zwei Stunden eher oder später ankommen, spielt keine Rolle. Hier läuft das Leben langsamer ab.

Unser Bus kommt pünktlich und bringt uns sogar vor dem Zeitplan nach Souk el Arbaa zurück. Dort müssen wir wieder in den Zug umsteigen. Die direkte Busverbindung wurde aus unverständlichen Gründen gestrichen. Eigentlich doch ganz gut, da mein Magen sich jetzt von den schlechten Straßen erholen kann.

Wir erreichen Fes am frühen Abend. Ein aufmerksamer und geschäftstüchtiger Taxifahrer wirbt uns direkt an und darf uns zum Riad fahren. Riads sind die traditionellen marokkanischen Hotels. Wir wohnen direkt bei der Medina und können die Stadt von hier aus gut zu Fuß erkunden. Doch die langen Fahrten schlauchen ein wenig und wir ziehen eigentlich nur noch für ein kleines Abendessen los. Hackfleisch/Salat-Sandwich für 1,50€. Lecker, einfach und günstig. Es geht ein Sandwich nach dem anderen über die Theke, sowohl an Einheimische, als auch an Touristen. Ein gutes Zeichen. Danach geht es schlafen.

Fes Medina – hier gibt es ganz frisches Fleisch

Am nächsten Morgen bleibt genügend Zeit die Medina zu erkunden, schließlich geht es erst um 20:30Uhr wieder weiter. Unsere einzige Nachtfahrt der Reise steht an. Es gab keine andere Verbindung. Leider 🙁 Aber unser Ziel, die Wüste, wird die Strapazen wert sein!

Doch erst bleiben uns noch ein paar Stunden, um die Medina von Fes zu erkunden. Heute ist alles schon deutlich belebter als gestern. Wir fangen bei einer Ledergerberei mit unserem Rundgang an. Mit mapsme und GPS irren wir durch die Gassen und kommen tatsächlich ohne uns zu verlaufen da raus, wo wir hinwollen. Zuerst werden wir durch einen Basar geschleust. Hier gibt es Jacken, Schuhe, Taschen, Gürtel, Sitzsäcke und alles aus Leder in jeder erdenklichen Farbe. Dann geht es aufs Dach, von wo aus man die Lederproduktion sehen kann. Schritt 1 ist ein Bad in Taubenkot. Dieser macht das Leder weich. Dann wird es gewaschen und anschließend in den verschiedenen Farbtönen eingefärbt. Schlussendlich wird es zum Trocknen gelegt und ist bereit zur Weiterverarbeitung. Wir haben kein Interesse dort etwas zu kaufen und werden freundlich zur Ausgangstür begleitet. Ein netter Rauswurf sozusagen. Egal, die Fotos sind im Kasten. Weiter gehts. 

Wanddeko, Ledergerberei, Kätzchen in der Box, Rainbow Street und das blaue Tor

Per Zufall finden wir die Rainbow Street, eine komplett bunte Straße. Kaufinteresse haben wir auch hier keins, aber wenigstens sieht es schön bunt aus…

Dann schlendern wir weiter bis zum blauen Tor, dem Haupteingang zur Medina. Direkt daneben finden wir ein Restaurant mit Dachterrasse und lassen uns Kefta und Hähnchen vom Grill schmecken. Für je 5,50€ ist der Bauch voll (Essen und Trinken). Preislich ist Marokko wirklich deutlich unter dem europäischen Niveau und vertragen haben wir bisher auch alles gut. 

Am Nachmittag bleibt Zeit für die ersten Souvenirs. Wenn schon Lederstadt, dann muss auch eine kleine Lederhandtasche drin sein 😉 Glücklich wie ein kleines Kind laufe ich mit meiner Beute herum. Ansonsten decken wir uns noch mit Proviant ein und machen uns so langsam startklar für die weitere Reise. Die nächsten Updates werden sandig!

Chefchaouen – die blaue Stadt

Unsere Nacht in dem modernen Apartment in Casablanca vergeht wie im Flug. Morgens um 11 kommt der Besitzer vorbei und fängt an mit dem Putzen. Da unser Zug erst um 13:30Uhr losfahren soll, bleibt für uns noch genügend Zeit um Essen und Trinken im Supermarkt zu kaufen. Wasser, Cola, Baguette und Käse für umgerechnet 2€. Wie sich herausstellt reicht das für den ganzen Tag, man kann wirklich enorm günstig durchkommen. 

Mit unseren Backpacks laufen wir zurück zum Bahnhof. 1km bei Sonne ist ziemlich anstrengend und das T-Shirt klebt ruck zuck. Dann treffen wir eine doofe Entscheidung: wir gehen in den Bahnhof rein. Dazu muss man in Marokko schon das Ticket entwerten lassen. Sprich: man kann nicht mehr rausgehen, wenn es hier keine Sitzplätze mehr gibt. Und natürlich gibt es keinen freien Platz mehr, aber unser Zug steht auch noch nicht da. Nun müssen wir warten… und warten… hinter uns wird der Bahnhof renoviert, was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass es so wenige Plätze gibt…

Dann kommt der Zug und wir sichern uns ein Abteil. Zunächst sitzen wir alleine dort, doch mit der Zeit kommen und gehen einige andere Fahrgäste. Der erste jüngere Marokkaner spricht uns an, auf Englisch. Er dachte er hätte seinen Stopp verpasst, doch der Zug hat noch gar nicht gehalten. Dann erklärt er uns, dass die Züge nicht immer Durchsagen machen. Es könnte also wirklich passieren, dass wir vom nächsten Bahnhof überrascht werden. Dann steigt er aus und der nächste Marokkaner steigt ein. Er hat uns Englisch sprechen gehört und dachte zuerst wir wären vielleicht Amerikanerinnen. Offenbar hatte er ein Abteil weiter gesessen. Er ist sehr gesprächig und erzählt uns, dass er aus Rabat kommt und in Casablanca irgendwas in Richtung HR studiert. An der Uni hatte er auch einen Deutschkurs für drei Monate. Deutsch findet er schwer, aber wenn immer er einen Satz sagen kann, bringt er ihn auf Deutsch raus. Er schaut außerdem gerne VLOGs an, ich erzähle ihm, dass ich auch einen Reisevlog mache. Sofort will er ihn abonnieren. Dann gibt er uns noch einen Tipp für Chefchaouen, wir sollen uns den Wasserfall ansehen.

Dann kommt der nächste. Auch ein junger Marokkaner. Sowie der Student ausgestiegen ist, fängt er an sich mit uns zu unterhalten. Es wird nicht langweilig. 

Kurz darauf steigt noch ein altes Ehepaar in den traditionellen marokkanischen Outfits ein. Die Männerjacken erinnern mich so sehr an Bademäntel, einfach putzig. Die beiden sprechen kein englisch, doch es hindert sie in keinster Weise mit uns zu sprechen. Der junge Mann muss eben übersetzen. Mir wird gesagt, dass ich marokkanisch aussehe und wir werden gefragt wo wir hinfahren. Nach Chefchaouen. Da waren sie auch schon. Schöne Stadt, die wird uns gefallen! Drei Haltestellen vor uns steigen alle aus. In Deutschland wäre das sicher so nicht gekommen. Hier hingegen ergeben sich die Gespräche so einfach.

In Souk el Arba wird es auch für uns Zeit den Zug zu verlassen. Die Klimaanlage ist zwischendurch immer mal ausgefallen, weshalb die Luft verdammt schlecht und wir recht schläfrig wurden. Wann wir ankommen sollten weiß ich nicht, aber der Anschlussbus steht zum Glück noch direkt vor dem Bahnhofsgebäude und wartet auf uns. Weiter geht es mit Supratours. Das soll laut vorheriger Recherche das sicherste Busunternehmen sein und gehört außerdem zur gleichen Firma, wie die Bahn ONCF. Wenigstens funktioniert hier die Klimaanlage. Etwa zwei Stunden dauert die Fahrt noch. Es wird dunkel und bergiger. Der Fahrer ist gerne schnell unterwegs und Sicherheitsabstand wird auch nicht immer eingehalten. Wir sitzen ganz vorne, denn die Plätze werden einem zugewiesen. Sonst hätte ich mir einen Sitz weiter hinten ausgesucht. Das ist entspannter.. so kann ich leider nicht aufhören auf den Verkehr zu achten und kriege auch jedes Mal mit, wenn der Fahrer aus dem Fenster rotzt. Ziemlich eklig und es erinnert mich an Indien… vielleicht wird es in Marokko ja auch noch verboten auf die Straße zu rotzen. In Indien gibt es diesbezüglich schon Verbotsschilder.

Dann sind wir endlich da: in der blauen Stadt Chefchaouen. Hier ist alles am Hang gebaut und der Bus hat uns ganz unten rausgelassen. Unser Hotel ist aber ganz oben. Laufen? Kein Bock. Zuerst besorgen wir uns noch die Rückfahrkarte. Mist, der Bus nach Fes ist gecancelt. Stattdessen müssen wir wieder zurück nach Souk el Arba fahren und von da den Zug nehmen. Außerdem 3 Stunden eher los, bleibt wenigstens die Hoffnung, dass wir noch im Hellen ankommen. Aber lustigerweise können wir schon die Tickets von Fes nach Merzouga und weiter nach Marrakech buchen. Von wegen nur in der Stadt möglich, von der man losfahren will. Immerhin die Fahrkarten haben wir jetzt sicher. Denn gerade Merzouga wird von den Bussen nur einmal täglich angefahren und wenn er voll ist, passt keiner mehr rein. Da fällt mir und meinem deutschen Planerhirn ein großer Stein vom Herzen. Nach uns schließt das Office und wir fragen, ob es hier Taxis gibt. Ja. Eigentlich sollen sie blau sein, aber vor uns ist nur ein weißes Fahrzeug. Das einzige überhaupt. Und da wir nicht laufen wollen und keine Ahnung haben, wie wir ein blaues Taxi finden sollen, nehmen wir eben das weiße. Es ist alt und ruckelig und wir kämpfen uns den Berg hoch. Zur Medina kann man natürlich nicht fahren, deshalb werden wir zum nächstgelegenen Parkplatz gebracht. Die Zufahrt ist nicht einmal geteert, einzig und allein die Laternen lassen darauf hindeuten, dass dies ein offizieller Weg sein könnte.. uns wird etwas mulmig, aber da ist der Parkplatz und auch ein paar andere Autos. Der Beifahrer trägt uns noch das Gepäck bis zur Tür und wir sind endlich angekommen. Ich freue mich auf den nächsten Tag, an dem wir die Stadt bei Tageslicht erkunden werden.

Wir schlafen bei geöffnetem Fenster. Hier kühlt es gut ab, so dass wir eine angenehme Luft im Zimmer haben. Nachteil dabei: wir kriegen das erste Morgengebet um 5:14Uhr volle Kanne mit. Naja, wenigstens müssen wir noch nicht aufstehen 😉 Frühstück beginnt um 8:30 Uhr und wird oben auf der Dachterrasse sserviert. Mit Blick über die blaue Stadt. Einfach traumhaft (wenn man mal von den gierigen Wespen absieht).

Frühstück auf dem Dach

Nach dem wirklich tollen, marokkanischen Frühstück ziehen wir los. Es ist wirklich alles blau hier. An jeder Ecke könnte ich stehenbleiben, Fotos machen und die Zeit vergessen. Es geht von der einen Gasse zur nächsten, über Treppen und um tausend Ecken. 

Blaue Gassen

Den Rückweg können wir uns unmöglich merken. Gut, dass es Offlinekarten und GPS auf dem Handy gibt! So navigieren wir uns zurück zu unserem heimeligen Hotel und ruhen uns noch ein wenig aus, bevor wir zum Abend auf den Berg mit der spanischen Moschee spazieren. Hier funktioniert die GPS Ortung nicht so doll und wir stehen manchmal vor irgendwelchen Wohnungstüren in der Sackgasse. Nach einem ungeplanten Abstecher über den Friedhof (hier sehen die Grabsteine komisch aus, wie kleine Badewannen), finden wir endlich einen unkonventionellen Weg ans Ziel und oben angekommen taucht dann auch der richtige Weg auf. Den werden wir für den Abstieg nehmen. Besonders gut beleuchtet ist er nicht, dafür aber besser ausgebaut. Licht habe ich ja vorsorglich mitgebracht, insofern stellt die fehlende Beleuchtung kein Problem dar.

Zunächst sind nur ein paar Menschen dort, doch je näher der Sonnenuntergang rückt, desto voller wird es. Neben uns setzen sich zwei Mädels aus NRW auf die Mauer und wieder mal kommen wir über meine Filter ins Gespräch. Lustigerweise stellt sich heraus, dass wir morgen mit dem gleichen Bus nach Souk el Arba und dem Zug weiter nach Fes fahren werden. Zufälle gibt es…

Der Sonnenuntergang ist etwas mau, da der Berg im Weg ist, aber die blaue Stunde erfüllt meine Fotoerwartungen. 🙂 ich bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse und kann es kaum erwarten die Bilder zu bearbeiten und mit euch zu teilen!

Zum Abendessen wollten wir eigentlich ein Restaurant in der Stadt suchen, aber sind ohne Karte gelaufen, weil das auf dem Hinweg ja auch nicht so zuverlässig funktioniert hat… irgendwann beschließen wir doch mal das GPS anzuwerfen und noch bevor es geladen ist, stehen wir quasi fast vor unserem Hotel 😉 nun gut, dann essen wir eben dort was. Von den angeschriebenen Gerichten sind nur Kefta Tajine und und Chicken Tajine übrig. Einfache Entscheidung: Kefta Tajine, denn das kenne ich noch nicht. Somit komme ich auf 2 Tajines in 4 Tagen und habe einen deutlich besseren Schnitt als beim letzten Urlaub, wo ich mich an Chicken Tajine übersättigt hatte. Das soll nicht noch mal passieren.

Casablanca und die Pfeifen

Die erste Nacht in Marokko liegt hinter uns. Wenig Schlaf, hartes Bett, dafür dann auch viel Gehuste aus dem Nebenzimmer. Naja. Vielleicht braucht es einfach ein bisschen Eingewöhnung. 

Das Frühstück ist inklusive. Wie auch gestern schon hat das Hotelpersonal alle Zeit der Welt. Irgendwann wird uns Kaffee und piepsüßer Minztee serviert, zusammen mit frisch gepresstem (leider nicht gesiebtem) Orangensaft, schleimigem Joghurt, Kuchen, Pfannkuchen, Honig, Butter und Marmelade. Mit ein bisschen Verspätung kommt auch noch ein Körbchen Baguette hinterher. Wirklich begeistert sind wir nicht, aber das Zeug isst man nun mal hier zum Frühstück.

Gegen 9 Uhr brechen wir auf. Bepackt mit Rucksack vorne und hinten marschieren wir durch die Medina und verhandeln mit dem Taxifahrer einen Preis. Für 30 MAD (=3€) bringt er uns zum Bahnhof. Nur Busfahren wäre mit 1€ noch billiger gewesen, aber so ein bisschen Luxus gönnen wir uns dann doch ganz gerne. 

In Marokko wird man bereits vor dem Betreten des Bahnsteiges kontrolliert. Unser Zug startet in Marrakech, das heißt wir können uns gleich reinsetzen. Das Modell ähnelt unseren alten Regionalzügen, wo man die Tür noch aufkurbeln muss, aber sonst ist eigentlich nicht viel auszusetzen. Mit nur 15min Verspätung tuckern wir los. Die Gleise sind nicht überall für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Relativ pünktlich um 14Uhr erreichen wir Casablanca. Zu Fuß geht es weiter zu unserem Apartment. Etwas ungewöhnlich, dass man sowas über booking.com buchen kann, weil man hier ja keine Rezeption hat. Stattdessen musste ich den Besitzer über einen kurzen Anruf informieren, dass wir vor der Tür stehen. Dafür haben wir jetzt mehrere Räume in einem neuen Gebäude und neben einem Bett gibt es noch Stühle und Sofa zum Sitzen. Komfort, den wir gar nicht richtig auskosten können, weil wir ja eh gleich wieder los wollen: zur Hassan II Moschee. Vom Hotel aus ist es etwas zu weit zum Laufen, also suchen wir ein Taxi. Der Preis wird verhandelt. 15min Fahrzeit=3€, kommt uns fair vor. Später lernen wir jedoch, dass wir höchstens 2,50€ bezahlen sollten und die kleinen roten Taxis immer ihren Zähler anmachen sollen. Darüber hinaus gibt es noch die weißen “Grand Taxis“. Hier ist Platz für bis zu 6 Personen und wenn alles voll ist, kommt man hier vielleicht günstiger voran. Mit Sprachbarriere ist es jedoch nicht so einfach und beim Verhandeln fällt dann sehr schnell auf, wie viel Französisch wir in den letzten Jahren vergessen haben. Ü

Nun haben wir ein paar Stunden bei der Moschee. Auf der einen Seite ist eine gigantische Baustelle, auf der anderen eine Promenade. Der Vorplatz ist sehr schön gepflastert und so wird er mein heutiger Fotostandort. Um Ärger zu vermeiden habe ich direkt zu Beginn einen Wachmann gefragt, ob ich Fotos mit Stativ machen darf. Nein. Fotos generell sind jedoch erlaubt. Solange die Sonne scheint halte ich mich auch vorbildlich an die Regel, dann wird die Speicherkarte gewechselt und es geht während der Dämmerung mit Stativ weiter. Das ist meine Sicherheitsmaßnahme, falls ich die Speicherkarte formatieren muss sind so nämlich nicht alle Bilder weg. Es geht aber gut, einige Wachmänner sehen mich mit Stativ und es scheint keinen zu stören 🙂 wenn ihnen etwas nicht passt, lassen sie es einen nämlich direkt mit ihren Drillerpfeifen wissen. Ständig pfeift es am Kreisverkehr. Einen Sinn kann ich meistens nicht erkennen, aber Hauptsache ich bin nicht schuld daran.

Hassan II Moschee

Fotos fertig. Nun suchen wir einen Rückweg. Geplant ist ein Taxi zurück. Es ist schwierig unser Fahrtziel zu kommunizieren, immerhin wohnen wir in keinem Hotelblock. Wie immer lassen sich die Fahrer die dollsten Stories einfallen, weshalb die Rückfahrt ein Vielfaches der Hinfahrt kosten soll. Irgendwie landen wir in einem weißen Taxi, das uns nicht zum Apartment bringt, weil es zu weit außerhalb von seinem üblichen Bezirk liegt. Bleibt nichts anderes übrig als den Rest zu Laufen. Erschöpft erreichen wir um 21Uhr das Apartment und es reicht mal wieder mit den Spielchen.

Marokko zum Zweiten

2015 war ich zum ersten Mal in Marokko. Vorher wusste ich nicht viel über das Land und wollte hauptsächlich die Wüste sehen. Doch dann wurde ich überrascht von der schönen Landschaft, die ziemlich abwechslungsreich ist und habe beschlossen noch ein weiteres Mal dort hin zu reisen. Diesmal jedoch nicht in einer geführten Reisegruppe, sondern selbst organisiert. Das ist nicht ganz so einfach, man kann Bus- und Zugtickets nicht im Voraus kaufen, sondern muss warten, bis man im jeweiligen Ort angekommen ist, um sie dort am Schalter zu kaufen. Eigentlich ganz und gar nicht mein Reisestil, aber hier wird es schon funktionieren. Nun noch mal zurück zum Anfang. Die Idee ist schon im Juni entstanden und heute ist es soweit. Zusammen mit einer Freundin aus Unizeiten bin ich mittags von Frankfurt nach Marrakech geflogen. Die Flugzeit beträgt gute drei Stunden und ging ganz gut vorbei. Beim Blick aus dem Fenster konnte ich schnell sehen, wie sich die Landschaft von grün auf trocken verändert. Auf geht’s in Runde zwei des Marokko Abenteuers.

Angekommen in Marrakech dauert es erst mal eine Stunde von der Landung durch die Einreise über Gepäckband und Geld umtauschen bis zu dem armen Fahrer, der draußen mit Schild auf uns gewartet hat. Nachdem ich bei meiner ersten Reise ein überteuertes Taxi genommen habe, war es mir lieber direkt einen festen Preis zu kennen, der nebenbei erwähnt nur halb so teuer war, wie das Taxi 2015.

Unser Hotel liegt direkt in der Medina, in der Nähe des Dneema el Fna. Dort kann man nicht mit dem Taxi vor die Tür fahren, also kommt ein Kofferträger, der den Rest des Weges mit einem kleinen Karren übernimmt. Natürlich verlangt er ein kleines Trinkgeld, aber dafür haben wir auch kein Geschlepp damit.

Im Hotel sind wir die einzigen Ankömmlinge zu der Zeit und werden in die Lobby gesetzt. Die Dame an der Rezeption hat alle Zeit der Welt und bringt uns erst einmal eine Kanne Minztee. Dann müssen wir jeder einen Fragebogen ausfüllen und irgendwann später dürfen wir auch auf unser Zimmer 😉 

Bild: BK

Es ist schon 17 Uhr bis wir endlich das Hotel verlassen. Wir wollen zum Bahnhof und dort die noch fehlenden acht Tickets kaufen. 

Bahnhofshalle (Bild: BK)

Leider sind wir nur bedingt erfolgreich. Immerhin drei Tickets erwerben wir und sehen neben dem Busbahnhof auch unser Hotel für die nächste Nacht in Marrakech. Praktisch, dann brauchen wir dann schon nicht mehr danach suchen. Anschließend geht es mit dem gleichen Taxi zurück zur Medina. Vorab haben wir uns im Hotel nach Taxipreisen für die Strecke erkundigt. Das kann ich auch nur empfehlen, denn sonst hätte man uns wieder zu viel Geld abgeknöpft. Ich zahle ja gerne den gerechtfertigten Preis, aber möchte mich nicht direkt verarscht fühlen. So sind wir im Endeffekt im Taxi für 60MAD hin und zurück. Das entspricht 6€ für 40min Fahrtzeit und Wartezeit am Bahnhof für zwei Personen, da kann man wirklich nicht meckern und sich den Komfort gönnen anstatt den Bus zu nehmen. Auf dem Rückweg nehmen wir noch zwei andere Fahrgäste mit. Die erste Frau fährt nur ein paar Meter mit, danach steigt ein Mann ein, der lustigerweise aus Mainz kommt und ebenfalls zur Medina fahren möchte.

Wir werden wieder am Rand rausgelassen, diesmal an einer anderen Stelle. Erst mal sind wir orientierungslos, dann finden wir ein Restaurant, das uns anspricht. Hier gibt es Abendessen für 5€ inklusive Getränk. Diesmal sogar ein anderes Gericht, endlich mal Couscous 🙂 Pappsatt geht es zurück Richtung Hotel. Für den ersten Tag reicht es uns erst mal. Dank Zeitumstellung zur Winterzeit und Zeitverschiebung fühlt es sich nämlich schon ganz schön spät an.

Übers Wochenende nach Rumänien

Vor fünf Jahren haben wir an der Uni einen internationalen Sommerkurs belegt und dort Studenten aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Unter anderem Daniela aus Cluj-Napoca. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen oder gesprochen und nur übers Internet mitbekommen, was die andere so treibt. Ich persönlich halte gerne Kontakt und wenn es sich mit meinen Reiseplänen kombinieren lässt, treffe ich mich auch gerne erneut mit meinen internationalen Freunden. So kam es auch diesmal. Eigentlich hatte ich Daniela gefragt, ob wir uns in Budapest treffen wollen, weil es nah bei Rumänien liegt, doch daraufhin hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen. Mit wizzair gab es einen günstigen Flug von Budapest nach Rumänien (mit dem Zug hätte es einfach viel zu lange gedauert, nicht überall sind die Schienen so gut wie in Deutschland) und dieser wurde kurzentschlossen gebucht.

Nach 40min Flugzeit erreichen wir Rumänien. Wizzair lässt sich gut mit Ryanair vergleichen. Nicht besonders komfortabel, aber man kommt günstig ans Ziel. Am Flughafen werden wir von Daniela abgeholt und mit dem Taxi geht es weiter zu ihrer Wohnung. Die Wohnung befindet sich in einem ehemals kommunistischen Wohnblock. Wir haben also das umfassende Osteuropa-Erlebnispaket. Das Gebäude ist alt und nicht besonders schön, aber wir kriegen ein eigenes Gästezimmer und werden allerliebst umsorgt. Jeden Tag müssen wir neue rumänische Gerichte probieren, teilweise selbst gekocht und überwiegend sehr lecker, doch mit den Mengen an Käse und Fleisch ist der Bauch schnell voll…

Am ersten Tag besichtigen wir Cluj und gehen abends auf den Cetatuia Hügel, um die Stadt von oben zu fotografieren. Zur blauen Stunde. Hier hat man die beste Aussicht, doch nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt. Die Temperaturen fallen auf 2°C ab. Der Herbst lässt grüßen…

Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend rund um Danielas Wohnung und lernen am Abend ihre Zwillingsschwester (=Mitbewohnerin) und deren Freund kennen. Am Tisch versammelt ein Haufen reiselustiger ITler. Es fällt uns leicht Gesprächsthemen zu finden und von vergangenen Reisen zu plaudern, das der Abend im Nu vorübergeht.

Die Eltern der beiden Schwestern haben uns ihr Auto für das Wochenende zur Verfügung gestellt. In Rumänien kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut ans Ziel, deshalb fährt uns Mihal in dem alten Dacia zur Turzii Schlucht.  Hier spazieren wir bei bestem Wetter durch die Schlucht und genießen die Zeit in der Natur.

Am Nachmittag kehren wir in ein Jagdrestaurant in Turda ein. Hier könnten wir Gerichte mit frisch gejagten Tieren essen, doch irgendwie landen wir dann doch alle bei herkömmlichen Gerichten 😉 immerhin probieren wir einen traditionellen Nachtisch, der aus einer Art Käsedonut mit Sahne und roten Beeren mit einem Windbeutel oben drauf besteht.

Insgesamt hatten wir eine schöne Zeit in Rumänien und ich war positiv überrascht von dem Land. Der Verkehr ist ziemlich geregelt, die Straßen sind nicht viel schlechter als in Deutschland, das Essen kommt der gutbürgerlichen Küche nah und die meisten Häuser sind zwar einfach gehalten, aber deren Verfall fällt hier nicht so sehr auf wie in Budapest.

Geburtstagsreise nach Budapest

Da ich Ende September Geburtstag habe und es zu der Zeit in vielen europäischen Ländern noch angenehm mild ist, bietet es sich an ihn in eine kleine Reise zu verpacken. Dieses Jahr habe ich mir Budapest ausgesucht und wurde vom Wetter nicht enttäuscht. Tagsüber war es sonnig und ich konnte im T-Shirt herumlaufen.

Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, mache ich mir nicht so viel aus den herkömmlichen Touristenattraktionen, sondern suche mir immer die fotogenen Orte raus und überlege dann wie ich sie in den Reiseplan einordne, damit ich möglichst zum schönsten Licht dort bin. So war dann auch das Highlight meines Geburtstags der Abend auf dem Gellertberg mit Blick auf die Stadt. Es fällt mit schwer genau abzuschätzen, um wie viel Uhr die Beleuchtung am schönsten aussieht, insofern waren wir wieder viel zu früh vor Ort und mussten eine Weile warten. Ich habe mich wie ein kleines Kind über jedes Licht gefreut, das eingeschaltet wurde: erst die Straßenlampen, dann das Parlament und schließlich auch die Brücken. 

Dann geht alles sehr schnell bis der Himmel von blau zu schwarz wechselt, hier merkt man dann eben doch dass wir schon Herbst haben…  beim Abstieg fehlt die Beleuchtung, so müssen wir uns selbst ein Licht anmachen. Zum Glück habe ich mein Handy den Tag über sparsam eingesetzt, so dass die integrierte Taschenlampe den Weg über durchhält. Es lebe das Smartphone. Gerade jetzt lassen wir mal Revue passieren, wie wir noch vor sechs Jahren gereist sind. Lange ist es nicht her, aber wir hatten beide noch kein Smartphone. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir ohne die Offlinekarten überall hingekommen sind. An einen Blog war nicht zu denken, von mobilem Internet im Ausland ganz zu schweigen.. zumindest auf Reisen hat sich durch die modernen Handys einiges verbessert!

Nun aber noch mal zurück nach Budapest. Was haben wir sonst noch getan? Wir waren in der großen Markthalle, haben ein paar Kirchen von außen gesehen, Fotos vom Parlament gemacht (welches nachts auch sehr schön beleuchtet ist) und sind entlang der Donau spazieren gewesen. 

Wie immer sind wir das meiste zu Fuß und mit einem gut gefüllten Tagesrucksack abgelaufen, nur abends haben wir uns die Metro zurück gegönnt (1€/Person/Weg). Eigentlich ist Budapest klein genug, um es zu Fuß zu erkunden, aber wir sind mit dem Zug von Deutschland aus angereist, insofern wollten wir nicht weit mit dem Koffer durch die Stadt. Daher haben wir ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs und von hier zur Innenstadt ist man doch eine Weile unterwegs. Für andere Trips würden wir wahrscheinlich lieber tiefer in die Tasche greifen uns uns auch ein Hotel an der Donau gönnen.

Das Preisniveau ist etwas unter Deutschland, man kann in edel aussehenden Restaurants für 15€/Person zu Abend essen inklusive Cocktail. Zum Cocktail will aber gesagt sein, dass er hier durchaus alkoholischer ist, als man das von Deutschland gewöhnt ist. Lecker süß kann man vergessen. Allgemein merkt man natürlich, dass Budapest in Osteuropa liegt. Die Bausubstanz ist alt und war mit Sicherheit früher sehr schön. Jetzt blättern die Fassaden ab und die Stadt macht eher einen runtergekommenen Eindruck. Vor allem bei der Zuganreise aus Wien konnten wir viele ländliche Orte sehen, die wirklich arm aussahen. Winzige heruntergekommene Häuser, teilweise richtig olle Fahrzeuge. Zusammen mit der fremden Sprache haben wir anfangs kleine Anlaufschwierigkeiten bis wir mit Ungarn warm werden.

Das lokale Essen, was wir probiert habenn, kannten wir eigentlich schon von Deutschland: Gulaschsuppe, Hähnchen mit Spätzle, Langos und Baumstriezel, aber in Budapest ist alles erstaunlich wenig gewürzt. In Deutschland kennen wir die ganzen Gerichte sehr intensiv gewürzt. Vielleicht hatten wir einfach nur Pech, vielleicht wurden die Gerichte aber auch in Deutschland an den lokalen Geschmack angepasst.. 

So viel zu Budapest. In eineinhalb Tage haben wir nicht viel mehr zu berichten, denn dann sind wir schon wieder weitergereist ins nächste Land. Dazu mehr im nächsten Blogpost. Übrigens habe ich jetzt einen Newsletter eingerichtet, über den ihr meine Reiseberichte abonnieren könnt. So verpasst ihr keine Reise mehr. Einfach rechts oben eintragen (Desktopauflösung)!

Review: Kamerarucksack f-stop LOKA UL

Jahrelang habe ich nach dem perfekten Kamerarucksack gesucht und glaube jetzt fündig geworden zu sein.

Da ich überwiegend verreise, um Fotos zu machen, liegt mein Schwerpunkt auf der Eignung als Reiserucksack.

Wichtig sind mir vor allem:

  • Sicherheit
    Unterwegs lässt es sich manchmal nicht vermeiden, dass man durch lebendige Orte gehen muss. Ob man dicht gedrängt im Bus oder Zug steht oder an einem Touristenhighlight vorbeikommt, wo es vor Menschen nur so wimmelt, die Kameraausrüstung soll immer sicher sein. Deshalb kommt für mich nur eine Öffnung des Kamerafachs am Rücken in Frage. So kann niemand unbemerkt etwas klauen und im schlimmsten Fall wird ein Fach auf der Vorderseite geöffnet, wo ich nur die billigeren Gegenstände unterbringe.
  • Größe
    Ein Kamerarucksack muss als Handgepäck fliegen. Die Ausrüstung ist zu wertvoll, als dass man sie gerne im Koffer abgeben würde. Am besten behält man seine Wertsachen selbst im Blick. Deshalb darf der Rucksack nicht größer sein, als die maximal zulässigen Handgepäcksabmessungen.
  • Gewicht
    Einerseits ist es gut, wenn man beim Fliegen wenig Gewicht für den Rucksack abziehen muss und so mehr Spielraum für das ein oder andere Objektiv bleibt, aber größtenteils ist es auch einfach schön, wenn der Rucksack nicht allzu schwer ist. Schließlich trage ich ihn den ganzen Tag durch die Gegend. Nicht nur einen Tag, sondern den ganzen Urlaub.
  • Robustheit
    Egal bei welchem Wetter und wo ich unterwegs bin, die Ausrüstung soll immer sicher sein. Daher ist eine integrierte Regenhülle oder ein wasserfestes Material essentiell wichtig. Der Loka UL ist wasserdicht bis zu einer Wasersäule von 1500mm. Für einen richtigen Regenschauer habe ich eine separate Regenhülle dabei.
  • Fassungsvermögen
    Meine vorherigen Kamerataschen waren alle nicht perfekt. Mein Lowepro Flipside 400AW wurde leider mit dem Kauf der riesigen Filter zu klein. Früher hatte ich noch genügend Platz für Essen im Vorfach, jetzt müssen dort die Filter rein. Außerdem kann man hier keine Trinkblase verwenden und gerade wenn ich auf einer Fotowanderung bin, ist es soooo toll direkt beim Laufen einen Schluck trinken zu können. Deshalb war ich nicht mehr so glücklich damit und habe jetzt den f-stop LOKA UL gefunden. Hier passt wirklich alles rein (Kamerazubehör, Stativ, Filter, Essen, eine Trinkblase, ein Stativ und eine Jacke).
  • Passform
    Gerade bei schwerem Gepäck ist es wichtig, das es gut sitzt. Dafür sorgt ein Beckengurt. Ich kann den Rucksack also genau für meinen Rücken einstellen und so wird ein Großteil des Gewichts vom Becken getragen. Das entlastet die Schultern und verleiht gleichermaßen mehr Kontrolle über den Rucksack.
  • Flexibilität
    Damit ich nicht in einem Jahr wieder einen neuen Rucksack brauche, sollte er von sich aus flexibel sein. Bei f-stop kauft man das Gehäuse und die Internal Camera Unit (ICU) separat. Man kann also ganz einfach die ICU austauschen, wenn man mal mit weniger oder mehr Equipment unterwegs sein möchte. Es gibt die Wahl zwischen kleinen/mittleren/großen ICUs, die schmal/schräg/dick sein können. Je nachdem, wie das Verhältnis von Kamerazubehör zum restlichen Gepäck ist.

Da ich wirklich glücklich über den Rucksack bin, habe ich diesen Artikel geschrieben und auch einen VLOG aufgenommen. Dies ist keine Zusammenarbeit mit f-stop und stellt daher meine ehrliche Meinung dar.

 

Tromsø

Nachdem wir am Dienstag am Nordkapp waren, stand uns gestern wieder ein langer Fahrtag bevor. Zwar sind es von Hammerfest nach Tromsø nur etwa 500km, doch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60km/h zieht sich der Weg wie Kaugummi. Mittlerweile haben wir alle keine Lust mehr auf die Fahrerei. Vom Frühstück im Scandic Hotel Hammerfest brechen wir direkt auf und erreichen Tromsø pünktlich zum Abendessen. Ein Urlaubstag futsch, dafür haben wir aber auch alle Fahrten hinter uns. Nur noch in der Stadt selbst und zum Flughafen, aber das ist ja kein Vergleich!

Nach dem Abendessen haben wir es uns erst mal im hoteleigenen Whirlpool gut gehen lassen. Auf dem Dach des fünften Stocks und open air lassen wir uns im heißen Wasser durchblubbern. Das lockert die verspannten Muskeln wieder auf und wir sammeln Energie für den nächsten Tag in Tromsø.

Tromsø ist die nördlichste Universitätsstadt in Norwegen. Für uns interessant ist jedoch eher die Einkaufsstraße, denn wir wollen uns noch mit Souvenirs und norwegischen Spezialitäten, sowie restlichen Postkarten und Mitbringseln eindecken.

Am Nachmittag klart der Himmel richtig auf und wir beschließen spontan doch noch auf den Fjellheisen zu fahren. Dies ist der Berg in Tromsø mit der besten Aussicht auf die Stadt. Es gibt eine Seilbahn, die alle 30min fährt. Den gleichen Weg kann man theoretisch auch wandern, aber davon haben wir wirklich genug. Die Aussicht von oben ist toll, die Mücken (wie auf jedem Berg) nerven dafür leider ständig.

Aussicht vom Fjellheisen auf Tromsø

Das wars leider schon wieder. Unser Urlaub endet hier. Morgen geben wir unser Mietauto am Flughafen zurück und haben dann den verrücktesten Rückflug vor, den wir uns aussuchen konnten. Es geht von Tromsø über Oslo über Kopenhagen nach Deutschland. Direktflüge gibt es nicht und schnellere Verbindungen in einer ähnlichen Preisklasse erst recht nicht. Nun denn, hoffen wir mal, dass alle Anschlüsse erreicht werden können und wir es morgen nach Hause schaffen…

Nordkapp – unser Ausflug an das nördliche Ende Europas

Die Nacht war mal wieder kurz. Irgendwie schaffen wir es einfach nicht früh ins Bett zu gehen und da wir viel vor hatten, mussten wir zeitig aufstehen. Nach dem ausgiebigen Frühstück in unserem Scandic Hotel in Hammerfest (das hat einige Sterne und entsprechend viel Auswahl), geht es schon wieder ins Auto. Tagesziel: Nordkapp! Bis dort hin sind es noch drei Stunden Fahrt ohne Pausen. Doch schon nach ein paar Minuten beschließen wir den ersten Stop an einer Tankstelle einzulegen. Die Scheiben hatte ich zwar erst gestern alle gewaschen, aber man kann schon wieder kaum durchgucken und die Scheibenwaschanlage hilft kein Stück gegen die ganzen Mücken. Immerhin sind wir in der Zwischenzeit auch elends weit gefahren, da haben wir alles eingesammelt, was ging.

Mücken am Auto

Dann geht es weiter in den Norden. Zwischendurch begegnen wir immer mal wieder Rentieren auf und neben der Straße.
Auch heute liegen einige Tunnel auf unserer Strecke. Am unheimlichsten finde ich die langen, dunklen, tropfenden und steilen Tunnel, welche unter Fjorden hindurch führen. Hier geht es immer mit bis zu 10% Gefälle in die Tiefe und dann wieder genauso steil nach oben. Zum Glück sind hier oft Tiergitter, denn im Tunnel muss man den Wildtieren ja nun wirklich nicht auch noch begegnen. Kurz vor dem Ziel ist dann auch noch die Reifenkontrollleuchte angegangen. Der Hinterreifen hat keinen Luftdruck mehr. Gut, dass wir das noch vor einem Tunnel gemerkt haben. Also wurde erst mal das Auto begutachtet. Soweit alles ok. Dann haben wir den Kofferraum untersucht und dort sogar einen Kompressor gefunden. Der Hammer, total nützlich. Also Reifendruck überprüft, alles okay. Gut, dann wieder eingepackt und weiter gehts. Siehe da: nach dem ersten Huppel hat der Sensor auch wieder den Luftdruck im Reifen erkannt und die Fehlermeldung von selbst zurückgenommen. Irgendwie habe ich da nicht so ein Glück mit den Autos, ständig ist was los…

Nordkapp

Wolken in den Felsen


Pünktlich am Mittag erreichen wir das Nordkapp. Nie mussten wir Maut für irgendwelche Straßennutzungen bezahlen und dann kommen wir hier hin und stehen das erste Mal vor einer Schranke. 1080NOK wollen sie von uns haben. Zwar ist das ein Eintritt von 270NOK pro Person und keine Automaut, aber trotzdem trifft uns bald der Schlag als wir die Summe hören. Doch nachdem wir seit zwei Tagen auf dieses Ziel zusteuern, machen wir natürlich auch keinen Rückzieher mehr. Eigentlich wollten wir eher mal vorbeischauen, gemäß dem Motto einmal das Beweisfoto machen und dann wieder weiterfahren. Doch für die knappen 30€ Eintritt bleiben wir dann halt doch noch länger, essen hier zu Mittag, schauen uns das Besucherzentrum an und hoffen, dass sich die Wolken verziehen. Zwar liegen wir über den Wolken, doch vom Meer ist halt auch nix zu sehen. Doch auch bis zum Abend lockert es nicht auf, im Gegenteil: es zieht sich eher zu. Alles wird neblig. Dann fahren wir halt wieder zurück nach Hammerfest. Auf dem Weg stoppen wir an einem Samen-Souvenirshop. Eigentlich gibt es hier fast nur Tierprodukte: Felle, Geweihe, Ledertaschen, Fellschuhe, Fellhosen und Postkarten. Dann entdecken wir eine Musik-CD. In dem winzigen Lädchen sieht es überhaupt nicht danach aus mal in die Musik reinzuhören. Für 10€ nehmen wir das Album einfach mal mit und hören bei der Weiterfahrt mal im Auto rein. Kaum ist das erste Lied an, verfallen wir in einen Lachanfall. Was haben wir da nur gekauft. Es hört sich an wie ein Soloalbum eines alten Mannes, der ohne Hilfe jeglicher Instrumente “lei la la” in allen Tonlagen von sich gibt. Immerhin haben wir die lokale Kultur unterstützt und wer weiß vielleicht wird es ja beim nächsten Hören schon besser. Oder beim übernächsten… 😉

Rentier neben der Straße

Ursprünglich wollten wir auch Hammerfest besichtigen, immerhin wohnen wir hier extra etwas ab von der direktesten Route… aber es ist schon wieder mächtig spät, als wir ankommen und gegessen haben wir auch erst um 22Uhr. Zeit zum Erholen. Nur noch einen kleinen Spaziergang durch die kleine Stadt. Das muss reichen, denn morgen geht es bereits wieder weg. Ein letzer langer Fahrtag steht an. Mittlerweile können wir die Natur nicht mehr so genießen. Es zieht sich alles enorm bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h.

Ein Tag im Auto… und es zieht sich

Geplant waren 13h Autofahrt von den Lofoten nach Hammerfest. Doch schon kurz vor unserer Ferienwohnung stehen wir im Stau. Wohlgemerkt dem einzigen Stau des ganzen Urlaubs. Der erste Unfall kostet uns 15min während die Feuerwehr den Verkehr umleitet. Mit einigen wirklich kurzen Pausen und Baustellen sind daraus dann doch 15h geworden und wir haben unser Hotel pünktlich um 23Uhr erreicht. Fix und foxi. Hammerfest ist die nördlichste Stadt Norwegens und genau deshalb sind wir hier.

Auf dem Weg sind wir ein paar Rentieren begegnet, ich war wirklich erstaunt wie klein die sind (geschätzt nur 1m hoch.. winzig im Vergleich zu einem ausgewachsenen Elch).

Morgen haben wir wieder eine ordentliche Fahrt vor uns, nämlich ans Nordkapp. Dann aber auch mit Aussteigen und Fotos machen, nicht so wie heute nur schnellstmöglich durchfahren…

Along the road

Hamnøya bei Sonne – weil es so schön war

Letzter Tag auf den Lofoten. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, was wir damit anfangen wollen. Somit teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Zwei von uns gehen wandern, die anderen machen einen Ausflug mit dem Auto.
Wir fahren gemeinsam nach Haukland an den Strand. Hier ist es richtig voll, nicht nur an der Straße ist alles zugeparkt, sondern es sind auch wirklich viele Menschen am Strand. Sogar zum Baden! Es ist zwar heute wirklich warm (bestimmt mal die 20° geknackt) und die Füße schmerzen nicht wieder vor Kälte bei der ersten Berührung mit dem Meerwasser, aber so richtige Badetemperaturen hat es dann irgendwie doch noch nicht. Direkt beim Strand startet der Wanderweg. Benedikt und ich haben erst mal die Nase voll vom Wandern in Norwegen und fahren mit unserem Mietwagen weiter nach Hamnøy im Süden der Lofoten. Hier waren wir zwar Anfang der Woche schon mal, aber für meinen Geschmack nicht lange genug. Jetzt wo ich mich an den deutschen Verkehr gewöhnt habe, vor allem die Autobahnfahrten zur Arbeit, kommt mir das Gegurke über die Landsträßchen sehr mühsam vor. Man darf in Norwegen höchstens 80km/h fahren (Autobahnen gibt es im nördlichen Teil nicht), oft lassen die schmalen Straßen ohne Mittelstreifen – dafür aber mit viel Gegenverkehr (= Wohnmobile) – die Geschwindigkeit gar nicht zu. Unserer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit liegt somit bei etwa 60km/h über 1000km gemittelt. Kein Wunder, dass wir immer so lange unterwegs sind. Wie dem auch sei. Am Nachmittag erreichen wir das süße Örtchen Hamnøy. Ich habe ein paar Stunden Zeit um Fotos von verschiedenen Standorten – mit und ohne Filter – aufzunehmen (heute bei strahlendem Sonnenschein).

Die Zeit vergeht im Flug und dann wird es Zeit die anderen von der Wanderung abzuholen. Wir bleiben noch eine gute Stunde in Haukland am Strand, der zur späteren Stunde auch deutlich leerer ist. Hier gibt es enorm viele Muscheln und so vertreibe ich mir den Abend damit besonders schöne Exemplare zu finden.

Kvalvika – unser Weg zu der gar nicht so einsamen Bucht

Gestern haben wir uns spontan überlegt einen Abstecher an den Sandstrand in Kvalvika zu machen. Laut Internet ist es eine Strecke von 2km zwischen Parkplatz und Strand mit maximal 100 Höhenmetern unterschied. Eine leichte Wanderung. Darauf hatten wir uns dann auch einstellt.
Von unserer Wohnung ist es knapp 50min Fahrt dorthin. Dieses Mal mit mir als Fahrerin. Unser Mietwagen, ein Opel Insignia mit Allradantrieb und Automatikgetriebe, ist ein ganzes Stück größer als mein eigenes Auto und zunächst bin ich etwas skeptisch. Vor allem auch weil ich noch nie mit Automatik gefahren bin. Aber mit Parksensoren, Rückfahrkamera und eindeutig mehr PS geht dann doch alles recht einfach. Richtig spitze ist, dass man den Fahrersitz auf zwei Positionen speichern kann. So müssen wir nur noch einen Knopf drück und schon hat er die richtige Position. Auf Dauer könnte ich mich wohl ganz gut an Automatik gewöhnen, aber am Anfang ist es schon noch neu und erfordert etwas Konzentration, dass ich das linke Bein wirklich nicht brauche.
Nun zurück zu unserem Ausflug. Als wir in Kvalvika an der Landstraße ankommen, steht hier alles voll mit Autos. Bei den Recherchen haben wir herausgefunden, dass für alle Autos an der Straße Strafzettel verzeilt werden. Das wollen wir in Norwegen ganz sicher nicht riskieren, bei den hohen Preisen für alles! Also fahren wir so lange weiter, bis wir einen Parkplatz finden. Dieser befindet sich am Ausgangspunkt eines anderen Wanderweges, der ebenfalls zu dem Strand führt. Neben uns parkt ein Pärchen, das bereits wieder zurück gewandert ist. Wir fragen sie nach dem Weg. Die Aussage: 5km, 2,5h und ansonsten einfach ohne viel Höhenunterschied. Zwar weiter als geplant, aber Essen und Trinken reichen auch für den Extraweg, also gehen wir los. Schon auf den ersten Metern versinken wir im Matsch. Die Schuhe sind erdig und außen nass (innen nicht, dank Goretex Membran. Wer in Norwegen unterwegs sein will sollte an eines nicht sparen: die Ausrüstung darf gerne teuer sein, aber man wird sich hier über jede Funktion freuen!). Der Weg hat keine ersichtliche Markierung, wir laufen auf einem Trampelpfad entlang, bis er zu einer Gabelung führt. Der eine Pfad geht runter zum See, der andere führt weiter oben entlang. Wir tippen auf den oberen Weg, da wir auf lange Sicht ja eh wieder höher gehen müssen, doch das war keine gute Entscheidung. Erst merken wir nichts von unserem Fehler. Dann laufen wir zwischen kleinen Bäumen durch, anschließend geht es durch hohes Gras und wir sehen den Boden nicht mehr. Am ungeschützten Berghang mit gemeinen Schlaglöchern und Felsen entlang des Weges hört hier eigentlich der Spaß schon auf. Es ist sau anstrengend und wir keineswegs besser. Irgendwann haben wir schon über die Hälfte des Berges erreicht, vor uns lagen Geröllberge oder ganz glatte Abhänge. Beides total schlecht zu passieren. Wir wollen jetzt eigentlich nur noch runter zu dem Weg, der am See vorbei führt. Mittlerweile sehen wir diesen sogar. Nur gibt es keinen Weg dorthin. Also entscheiden wir uns für das Klettern in den Geröllbergen und hoffen, dass an diesem Tag kein weiterer Fels abrutscht. Auf allen Vieren und mit gegenseitiger Hilfe schaffen wir es auch unverletzt (abgesehen von Kratzern an der nackten Haut und Ausschlägen von den Gräsern). In einem der Geröllhaufen strinkt es plötzlich und wir entdecken ein Schaf, das in einen Spalt zwischen den Steinbrocken gerutscht sein muss und jetzt feststeckt. Es hat sich noch bewegt, aber da wir selbst kaum wussten, wie wir voran kommen sollen, mussten wir es seinem Schicksal überlassen und konnten ihm nicht helfen.
Ein wenig später haben wir den richtigen Weg erreicht. Eigentlich hat es uns allen dann schon genügt, aber den Strand wollten wir auch gerne sehen. Also sind wir weiter gegangen. Nach deutlich über zwei Stunden haben wir den weißen Sand auch endlich erreicht.

Für einen derart schwer zugänglichen Strand ist es ziemlich voll. Nicht vergleichbar mit den Mittelmeerstränden, aber mit anderen Lofotenstränden, die man direkt neben der Straße sieht und total einfach erreichen kann. Manche Leute kommen sogar mit vollem Backpack hierhin und zelten und grillen am Strand. In meinen Augen total verrückt. Ich bin schon mit meinem Tagesrucksack überfordert und die haben so einen riesen Ballast auf den Schultern beim Klettern!
Nun dürfte auch allen klar sein, wieso der Strand Kvalvika heißt: es ist einfach eine Qual dort überhaupt hinzukommen!! Am Abend gehen wir wieder zurück. Diesmal aber den ursprünglich geplanten 2km-Weg. Dieser geht sich irgendwie auch einfacher, aber als “leicht” würde ich ihn im Leben nicht bezeichnen. Dagegen war unsere Wanderung in den Schweizer Voralpen im Vergleich ja ein Kinderspaziergang! Wir kommen an der Landstraße raus, direkt bei dem überfüllten Parkplatz und der mittlerweile nicht mehr so zugeparkten Straße raus und müssen nun den ganzen Weg zum Auto zurücklaufen. Wenigstens aber auf asphaltiertem Weg, hier geht es sich so viel einfacher… Als wir endlich losfahren, ist es schon fast 21Uhr. Der Supermarkt hat bis 22Uhr auf, also planen wir schon im Auto was wir noch brauchen und fallen dann wie Tiere auf den Laden ein. Jeder flitzt zu den entsprechenden Regalen und schmeißt es in den Einkaufswagen. Morgen ist Sonntag und entsprechend müssen wir für zwei Tage Essen besorgen. Nun schnell zur Wohnung und als allererstes die Pizzen in den Ofen: wir haben alle Kohldampf. Und so wurde aus unserem Strandspaziergang mal wieder eine ausgewachsene Wanderung. Wir haben es schon drauf mit dem Anti-Mainstream-Tourismus 😀

Wanderung auf den Tjeldbergtinden

Nachdem wir die letzten Tage alles nur mit dem Auto “erkundet haben, steht heute eine echte Wanderung auf dem Programm. Es gilt den Tjeldbergtinden zu erklimmen. Von unserer Wohnung aus ist es etwa eine Stunde Anfahrt mit dem Auto. Das Auto stellen wir an einem Parkplatz am unteren Ende des Wanderwegs ab. Dann geht es zu Fuß weiter. Der erste Kilometer läuft sich gut. Es geht auf einem schotterigen Feldweg bergauf. Danach wird der Weg enger, steiler und der Untergrund besteht aus Erde und großen Felsbrocken. In Norwegen wird dies als mittelschwere Wanderung bezeichnet. Es geht an die Kondition, viel Wegsicherung ist nicht vorhanden, aber es ist doch irgendwie machbar. Hier muss man genau schauen, wo man hintritt und sich teilweise auch mit den Händen an den Steinen oder Bäumen festhalten, um weiterzukommen. Es wird schnell anstrengend. Insgesamt müssen 500 Höhenmeter erklimmt werden. Vor allem das letzte Stück ist übel. Wir sehen ein Seil in einer Felsspalte hängen. Eigentlich habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich es wohl nicht bis nach oben schaffen werde. Der schwere (wenn auch stark geleerte) Kamerarucksack zieht nach unten und macht es schwer das Gleichgewicht zu halten.
Eigentlich würde es sich besser ohne Gepäck wandern, nur das fällt mir schwer. Schließlich geht es mir um die Aussicht (und die Fotos davon) und nicht um den anstrengenden Weg hoch. Zum Glück finden wir dann doch noch einen einfacheren Weg und ich schaffe es auf den Gipfel. Hier liegt ein Logbuch, in das man sich mit Tag und Name eintragen kann. Die Aussicht vom Tjeldbergtinden ist sehr gut. Wir haben optimales Wetter, knapp unter 20° und überwiegend blauen Himmel. Unter uns liegt zur einen Seite die Stadt Svolvaer, zur anderen das Meer und ansonsten sind Berge, Seen und Fjorde zu sehen.

Nach einer Mittagspause mit Bremsen, fliegenden Ameisen und anderen kleinen Plagegeistern, sowie ausreichend vielen Fotos machen wir uns an den Abstieg.
Auf dem Rückweg finden wir noch einen verlassenen Strand, an dem wir mal die Wassertemperatur ausprobieren. Fazit: das Meer ist schweinekalt, sogar für die Füße.

Es geht in den Süden der Lofoten – bis nach Å

Heute Morgen pünktlich um 10 Uhr klopft es an der Tür. Unser Vermieter und ein potenzieller Käufer der Wohnung bzw. des Hauses möchten herein. Der Interessent will die Immobilie besichtigen und deren Räume vermessen. Etwas ungewöhnlich, aber für die Dauer unseres Aufenthaltes wird uns die Wohnung wohl noch sicher sein 😉

Da wir immer noch durcheinander sind, was die Helligkeit und Tageszeiten anbelangt, fangen wir die Tage hier einfach später an. Am sehr späten Vormittag schaffen wir es aus dem Haus. Heute steht der Süden der Lofoten auf dem Programm.
Bisher war der Bereich am schönsten! Wenn immer es uns gefällt, halten wir in der nächstgelegenen Parkbucht und steigen aus. So kommen wir zwar nicht schnell vorwärts, aber dafür genießen wir die Natur in unserem eigenen Tempo. Das Wetter klart auf. Unser Vermieter meint wir wären gerade zur rechten Zeit gekommen, denn die letzten zwei Wochen habe es nur geregnet und jetzt zum Wochenende ist gutes Wetter angesagt. Yay!

Besonders Hamnøy gefällt mir extrem gut und ich könnte hier den ganzen Tag fotografieren. Aus Rücksicht auf die Gruppe fasse ich mich kurz und wir fahren zum Mittagessen nach Reine. Zum ersten Mal ist es draußen halbwegs warm und wir können – in Jacken – draußen essen. Die Sonne knallt und ich bin höchst zufrieden mit der Aussicht. Ursprünglich wollten wir hier auch auf den Reinebringen wandern. Von dem Gipfel hat man eine mega Aussicht auf die Berge und das Meer, sowie die kleinen Orte am Wasser – ein hervorragendes Postkartenmotiv, doch der Wanderweg ist nicht nur schwer, sondern auch schlecht in Schuss und es wird dringend davon abgeraten hier hochzukrackseln. Durch die Touristenmassen hat der Berg gelitten und rutscht immer mehr ab. Wir beschließen, dass es zu gefährlich ist und planen stattdessen eine andere Wanderung für morgen.

Hamnøy

Entlang der E10 kommen wir an diversen Fischgestellen vorbei. An manchen hängen noch die Fischköpfe, die meisten sind aber schon wieder geleert. Die Lofoten sind sehr bekannt für den Stockfisch, der hier monatelang zum Trocknen hängt und vor sich hin riecht. Den Stockfisch haben wir ja bereits gestern probiert…

Einfach weil es am Ende der (einzigen) Straße liegt, fahren wir auch mal nach Å. Wir lästern schon rum, dass es so weit draußen ist und schon nur noch einen derart kurzen Namen abgekriegt hat, einfach nur ein Buchstabe.
Insgesamt ist die südliche Hälfte der Lofoten landschaftlich abwechslungsreicher, aber auch merklich voller. Wie immer gibt es viele deutsche Touristen, aber auch etliche französische, italiensiche, belgische, polnische, tschechische, schwedische und finnische Autos und Wohnmobile begegnen uns. Ein paar ganz sportliche Touristen sind mit Fahrrädern, Fahrrädern mit Anhängern und Gepäck oder zu Fuß mit Backpack unterwegs. Bei Wind und Bergen sicher alles andere als angenehm. Da haben wir es in unserem 4×4 Kombi schon komfortabler.
Vor allem über den Allradantrieb sind wir froh, als wir dem Tipp des Vermieters nachgehen und auf einen Aussichtspunkt in Gravdal, ganz in der Nähe unserer Wohnung, fahren. Laut seiner Beschreibung können wir den Weg bis ganz zum Ende fahren. Es geht immer steiler bergauf, durch Schlaglöcher und um Kurven, geblendet von der tiefstehenden Nachtsonne. Anschließend müssen wir den letzten Kilometer zu Fuß weiter gehen – geradewegs über die Schafkoppel auf den Gipfel. Eine sehr einfache Wanderung mit 360° Aussicht über die Region. Schöner Ausklang für unseren zweiten Lofotentag!

Wir erkunden die Mitte der Lofoten

Seit wir in Nordnorwegen angekommen sind, ist das Wetter sehr regnerisch. Zudem hängt uns die Anreise noch ein wenig nach und in Summe führt das zu einem sehr ruhigen Start in den Tag.

In der Ferienwohnung haben wir leider keine dichten Vorhänge und so ist es die ganze Nacht hell. Um 7 Uhr morgens meint mein Körper es wäre Zeit wach zu sein. Wir haben irgendwie gar kein Zeitgefühl mehr…

Irgendwann gegen Mittag beschließen wir doch mal aufzubrechen und besichtigen den Strand in Unstad. Hier finden wir etliche Surfer, die trotz der kühlen Temperaturen mit Neoprenanzug ins Meer paddeln. Ich mache Fotos und fühle mich wie in Island. Es ist windig und kalt. Der Himmel ist grau und im Wasser liegen Steine, um die die Wellen schöne Formen machen – könnten. Doch dann fängt es wieder an zu regnen und ich packe den Kamerakram lieber mal ein.
Wir ziehen uns zurück in die Wohnung und trauen uns erst am Abend wieder raus. Wird ja eh nicht dunkel, daher ist es quasi egal zu welcher Zeit wir was machen. Diesmal fahren wir weiter runter nach Vareid und Flakstad. Zum ersten Mal auf den Lofoten zeigt sich die Sonne, abends um 21 Uhr.

Vareid waterfront - Lofoten

In Flakstad essen wir getrockneten Stockfisch am Strand. Die Vorstellung war toll, der Fisch schmeckt halt immer noch nach Fisch… immerhin kann ich sagen, dass ich ihn probiert habe 😉

Unsere zweitägige Anreise nach Nordnorwegen

Norwegen ist ein Land, das mich immer wieder anzieht. Gerade bin ich zum sechzenten Mal hier und muss sagen alles fühlt sich so vertraut an. Bei jedem Supermarkt sehe ich Lebensmittel, die ich schon längst wieder vergessen hatte, aber jedes Mal in Norwegen gegessen habe.

Diesen Sommer ist es jedoch etwas besonderes. Wir sind nicht in den Süden des Landes geflogen, sondern bereisen den aller nördlichsten Teil. Von Deutschland aus kommt man mäßig schnell ans Ziel. Zuerst ging es am Montag Morgen um 7Uhr mit dem Flugzeug nach Oslo. Um pünktlich am Flughafen zu sein, mussten wir dazu ja auch nur um 3:30Uhr aufstehen…
Gegen 9Uhr haben wir Oslo erreicht. Eigentlich hat das Gepäck schon Aufkleber nach Tromsø bekommen, aber wir müssen die Sachen trotzdem vom Gepäckband abholen, durch den Zoll fahren und neu abgeben. Kleiner Zeitverlust, aber es hängt vermutlich damit zusammen, dass Norwegen nicht zur EU gehört.

Trotz dem Extraprogramm sitzen wir um 10Uhr im Zug zur Innenstadt. Die Sonne scheint, das Wetter sieht besser aus als zu Hause. Es ist warm, aber nicht heiß und somit optimal zum Besichtigen der Stadt. Da ich schon so oft in Oslo war, habe ich eine Route für die anderen rausgesucht, die die wichtigsten Touristenpunkte der Stadt verbindet. Wir grasen also den Stadtteil Barcode, die Oper, die Akersfestung, Tjuvholmen, das Schloss, den Frognerpark und die Karl Johans Einkaufsmeile zu Fuß ab. 20000 Schritte später sind wir wieder Bahnhof. Die Füße und Schultern machen sich bemerkbar. Schnell noch zu Starbucks, die ersten Mitbringsel besorgen. Dann geht es wieder zum Flughafen, wo wir um 22Uhr mit SAS weiterfliegen. Früher war der Service hier besser. Jetzt gibt es auch bei SAS kein Essen mehr inklusive und trinken kann man nur ein Glas stilles Wasser, Tee oder Kaffee. Alles andere kostet extra. Schade.

Nachtflug in Norwegen

Unser Nachtflug ist taghell, die Wolken unter uns sind von der tief stehenden Sonne angeleuchtet. Zwischendurch tauchen weiße Berge auf. Dann geht es runter, die Wolken werden grau und unter ihnen regnet es bei 10°C.
Wir erreichen Tromsø irgendwann um Mitternacht. Mit dem Taxi werden wir in einem übertrieben hohen Tempo durch die Stadt gefahren, bis zu unserem Hotel. Wir haben ein Hotel der Clarion Kette gebucht. Das kommt einem zwar im ersten Moment teuer vor (ca. 100€/DZ/Nacht), dafür hat man jedoch eine sehr zentrale Lage und ultra viel Essen inklusive. Wenn man möchte, kann man hier ohne Aufpreis frühstücken, den ganzen Tag Kaffee trinken, nachmittags Waffeln essen und ein warmes Abendessen bekommen. Man braucht quasi draußen höchstens einmal extra zahlen und somit ist es eigentlich die beste Wahl überhaupt, wenn man bedenkt, dass eine Mahlzeit im Restaurant pro Person im Normalfall mindestens bei 20-25€ liegt…

Aussicht vom Hotel in Tromsø mit passender Fensterbeschriftung

Die Nacht ist kurz, denn am nächsten Morgen holen wir unseren Mietwagen ab. Am Flughafen. Hört sich alles sehr umständlich an, war aber die billigste Möglichkeit für uns den Mietwagen erst am zweiten Tag zu buchen. Mit 4 Koffern fanden wir einen Kombi angemessen. Ausstattung haben wir eigentlich keine gebucht, aber irgendwie ist dann doch allerlei Firlefanz drin. Der Kofferraum geht per Fernbedienung auf, Sitze lassen sich elektronisch verstellen, Panoramadach, Automatikgetriebe, Multifunktionslenkrad, Spurhalteassistent (für was eigentlich?), Tempomat, Navi, Bluetooth, Ledersitze und so weiter und so fort. Eigentlich ziemlich cool, nur sind die Kopfstützen so bequem wie mit Leder überzogenen Steinen. Kein Wunder, dass das Auto ein Leergewicht von knapp 2,5Tonnen hat. Unser Fahrer ist hellauf begeistert von der Straßenlage des Opel Insignias und beim Beschleunigen merkt man, dass der Motor ordentlich Power hat. Leider ist nach gefühlt einer Sekunde die Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht. Auf deutschen Autobahnen könnte man das mal so richtig auskosten, hier gibt es jedoch nur die eine Landstraße. Und über diese Landstraße fahren wir den ganzen Tag, vorbei an vielen Fjorden und noch viel mehr Bergen. Die Aussicht lässt uns regelmäßig staunen. Einziges Problem sind fehlende Rastplätze. Teilweise gibt es stundenlange Abschnitte ohne ein einziges WC.

Unser Mietwagen

Erste Pause mit netter Aussicht

Wir machen nur eine kurze Mittagspause im Restaurant und kommen abends um 21Uhr in unserer kleinen AirBnB Wohnung mitten auf den Lofoten an.

In unserer Vorstellung fänden wir es passend die zweitägige, anstrengende Anreise mit einem norwegischen Bier abzuschließen, doch im Supermarkt wird dieser Plan vom Verkäufer durchkreuzt. Nach 20Uhr wird in Norwegen kein Alkohol mehr verkauft. Ziemlich doof. Den Sinn dahinter verstehen wir auch nicht, aber das ist im Ausland nicht zum ersten Mal passiert…

Es gäbe auch andere Varianten zur Anreise auf die Lofoten:

  • Komplett mit dem Flugzeug (400€ Aufpreis)
  • Nach Bodø via Oslo fliegen und dann mit der Fähre auf die Lofoten (zu unseren Flügen hätte es aber erst eine Fähre am nächsten Tag gegeben)
  • Komplett mit dem Auto ab Deutschland

Keiner der Wege ist wirklich angenehm und schnell, wer aber auf die Lofoten will muss durch die zweitägige Anreise durch.

Ressourcen auf Reisen

Für meine Reiseplanung verwende ich immer die gleichen Ressourcen. Sie haben sich über Jahre bewährt und deshalb möchte ich sie euch gerne weiterempfehlen!

 

Finanzen

 

DKB – die beste Kreditkarte auf Reisen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man im Ausland bezahlen kann. Für mich hat es sich bewährt das Geld immer erst im Reiseland selbst abzuheben (hier sind die Umrechnungsgebühren am günstigsten) bzw. direkt mit Karte zu zahlen. Vor allem im außereuropäischen Ausland benötigt man zum Bezahlen eine Kreditkarte. Je nach Bank kann die Kontoführungs- sowie Kreditkartengebühr sehr teuer sein. Davon hatte ich jedoch die Nase voll und bin nun schon seit ein paar Jahren zufriedene Kundin der DKB1. Für eine Reisetante wie mich geht es kaum besser: es gibt keine Kontoführungsgebühren und die weltweit funktionierende VISA Karte gibt es kostenfrei dazu. Getestet habe ich die Karte auch schon in mehreren Ländern auf vier verschiedenen Kontinenten und es gab nie Probleme damit. Selbst das Geldabheben ist kostenfrei und zwar weltweit! Man braucht sich also keine Gedanken mehr zu machen, welchen Geldautomat man nimmt.

 

Unterkünfte

 

Booking.com

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist jedes Mal aufs Neue eine kleine Herausforderung. Ich bevorzuge preiswerte Hotels in einer guten Lage, mit eigenem Zimmer und Badezimmer. Kostenfreies WLAN und Frühstück sind Bonuspunkte. Damit ich alle verfügbaren Unterkünfte schnell auf diese Merkmale hin vergleichen kann, verwende ich immer www.booking.com. Hier sind die Merkmale immer an der gleichen Stelle positioniert. Würde man die Webseite jedes Hotels einzeln aufrufen, müsste man sich immer wieder mühsam durchsuchen, wo man die gewünschten Anforderungen findet, wenn man denn die Sprache überhaupt versteht. Außerdem erhält man nach einigen Buchungen den Genius-Status und somit noch gesonderte Rabatte und Vorteile, wie zum Beispiel einen früheren Check-In oder späteren Check-Out.

15€ für die erste Übernachtung geschenkt
Gerade gibt es eine Aktion von booking.com für die erste Übernachtung. Alles was du dafür tun musst, ist über diesen Link zu buchen. Nach deinem Aufenthalt in dem gebuchten Hotel, werden dir 15€ für die nächste Buchung gutgeschrieben.



Booking.com

Airbnb

Falls ich aus irgendwelchen Gründen dort noch nicht fündig werde, habe ich seit Kurzem airbnb entdeckt. Hier können Privatleute ihre Unterkünfte anbieten. Die Unterkünfte variieren von einem Zimmer in einer geteilten Wohnung bis hin zu einem eigenen Haus. Es ist gut möglich auch recht kurzfristig hier noch eine zentral gelegene Unterkunft zu einem günstigeren Preis zu finden.

 

Flugsuche

 

Skyscanner

Wenn ich nach Flügen suche, verwende ich meistens www.skyscanner.de (außer ich weiß schon genau mit welcher Airline ich fliegen möchte). Hier werden nicht nur Direktflüge gefunden, sondern auch Flüge mit Zwischenlandungen oder Fluglinienkombinationen. So kann man sich einen guten Überblick verschaffen, welche Routen und Wochentage in Frage kommen und welchen Flughafen man vielleicht auch als Stopover einbauen könnte. Falls die Preise noch höher sind, als man bezahlen möchte, kann man sich auch einen Preisalarm aktivieren – so erhält man eine E-Mail wenn die Flugpreise gefallen sind und kann dann buchen.

 

1 – hierbei handelt es sich um einen Werbelink. Wenn du über den Link ein Konto eröffnest, erhalte ich dafür eine kleine Provision.

Kurztrip nach Hamburg

Ein neuer Feiertag, ein neuer Brückentag: also auch eine neue Reise. Die Zeit muss schließlich genutzt werden.

Für diese vier Tage steht Hamburg auf dem Programm. Zwar war ich hier schon mehrfach, aber nie mit Spiegelreflexkamera. Das heißt hier gibt es noch Fotomotive, die auf mich warten. 

Der ganze Ausflug war eine sehr kurzfristige Sache, deshalb waren auch keine tollen (bezahlbaren) Hotels mehr frei, ebenso Zugtickets. Daher dachte ich wir könnten ja mal den Flixbus testen. Hier muss man nicht umsteigen, das hörte sich lukrativ an. Im Nachhinein finde ich die Bahn auf langen Fahrten doch angenehmer und auch die Reise mit dem Postbus nach Dresden letztes Jahr war entspannter. Beim Postbus werden längere Pausen gemacht, ansonsten ist der Komfort im Fernbus recht ähnlich. Es gibt WLAN und eine Steckdose, somit kann man sich die Zeit am Handy vertreiben…

Mit dem Wetter haben wir nicht so viel Glück. Am ersten Abend schüttet es wie aus Eimern. Daher drehn wir eben direkt nach der Alsterumrundung wieder um. Für Freitag sieht das Wetter vielversprechend aus. Es soll leicht bewölkt sein. Froher Dinge laufen wir los zur Speicherstadt. Erster Regenschauer. Das habe ich mir anders vorgestellt. Wir warten unter einem Hausvorsprung, bis es aufhört. Dann gehen wir weiter. 

Seit kurzem ist die Elbphilharmonie fertig und für Besucher geöffnet. Die Tickets kosten nichts, entsprechend viel Andrang herrscht dort. Doch die Schlangen werden schnell kleiner und nach wenigen Minuten stehen wir auch schon auf der langen Rolltreppe, auf dem Weg zur Aussichtsplattform. Diese liegt über dem  gemauerten Sockel und führt 360° herum. An den interessanten Seiten staut es sich, ansonsten ist die Aussichtsplattform sehr für Fotografen geeignet. Man darf sogar ein Stativ mitnehmen und mit viel Geduld, an einem windstillen Tag, könnte man von hier oben ganz gut fotografieren. Wir haben aber richtig starke Sturmböen zwischendurch, da kann man ernsthafte Fotos vergessen.

Als nächstes geht es zu den Landungsbrücken. Von hier aus erhoffe ich mir eine gute Sicht auf die Elbphilharmonie, aber natürlich kommt auch hier etwas dazwischen: eine Baustelle. Nächste Idee: anderes Ufer. Nur wie kommt man da hin? Meine Fotorecherche hat keine tollen Fotos vom anderen Ufer gezeigt: kommt man dort hin? Wir probieren es einfach aus: durch den alten Elbtunnel laufen wir zum anderen Ufer. Hier gibt es tatsächlich eine Aussichtsplattform. Mist, hier versauen drei Poller die Sicht. Aber eine Wiese in der Nähe scheint einen unverbauten Blick zu ermöglichen. Nur noch einen Schlenker um einen Wasserarm und schon sind wir da. Ganz ohne andere Touristen, der Umweg ist zu weit. Hier stehen wir und bereiten die Fotos vor, einsam auf der Wiese, abseits von allem und aus den “leichten Wolken“ kommt ein dicker Regenschauer herunter. Keine Chance zum Kamera wegpacken oder sich selbst unterzustellen. Also schmeißen wir schnell die Regenhülle des Rucksacks über Kamera und Filter und lassen den Rest passieren. Der neue Kamerarucksack ist gegen leichten Regen von sich aus geschützt. Insofern ist dort auch glücklicherweise noch alles trocken. Nur wir sind von hinten nass. Die Fotos von der Elbphilharmonie sind nichts geworden, weil die Windböen zu stark an der Kamera gewackelt haben. Ständig neue Hindernisse. Wir gehen zurück zum Elbtunnel. Bis wir ankommen hat der Sturm uns fast komplett getrocknet. Trotzdem wird es Zeit für eine lange Kaffeepause bei Starbucks. Die Füße danken uns. Nachdem die Kleidung gewechselt ist (deutsche Sommerabende: lange Hose und 1-2 Jacken) und wir uns mit Abendessen gestärkt haben, geht es wieder los. Mein Blaue Stunde Motiv ist erneut die Speicherstadt. Das gleiche denken sich auch andere Fotografen und so belagern wir die ganze Brücke. Die meisten haben eine Begleitung ohne Fotointeresse dabei, die auf die unterschiedlichsten Arten wartet. Eine Frau hat sich eine Flasche Wein mitgebracht und trinkt sich den Abend schön. Gar keine so schlechte Idee. Wenigstens klappen die Fotos hier und ich habe das erste Motiv im Kasten! Da die Dämmerung hier lange hält, gehen wir auch noch weiter zu den Hause Magellanterrassen.

Nun reicht s für einen Tag. Der Schrittzähler steht bei 36000 Schritten und knapp 25km. Wir fallen ins Bett und freuen uns, dass die Füße jetzt nichts mehr tun müssen.

Die Fotos von Hamburg findet ihr übrigens in der Rubrik Fotos/Europa/Deutschland.

Wasserbombenshooting – so geht es

Ich probiere gerne mal neue Motive aus. Da kam mir ein ein Wasserbombenshooting gerade recht. Vor allem bei heißem Wetter ist es eine super Abkühlung.
Mittlerweile habe ich schon zwei derartige Shootings durchgeführt. Das erste bei Nacht, das zweite bei Tag. Es geht also beides, jedoch kann ich Nachtaufnahmen mehr empfehlen. Nachts macht es nicht so viel aus, wenn man ein bisschen wackelt, weil der Blitz alles gut einfriert. Tagsüber hatte ich größere Probleme still zu halten und mein Kopf ist auf manchen Aufnahmen verwackelt.

Aus Reflex macht man immer die Augen zu, wenn eine Wasserbombe runterfällt, daher habe ich den gleichen Trick, wie beim Holishooting angewendet. Immer zwei Bilder in der gleichen Position machen: zuerst mit geöffneten Augen ohne Wasserbombe, dann mit geschlossenen Augen und mit Wasserbombe. Später am PC müssen die Augen dann in das Wasserbombenbild retuschiert werden.

Wenn es nicht gleich funktioniert: nicht direkt aufgeben. Wir mussten auch ein bisschen experimentieren, bis die Wasserbomben geplatzt sind und die Kamera wirklich zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst hat (hier lohnt sich eine Kamera, die schnell speichert. Hier merkt man das Alter meiner 7D: wir hatten immer Wartezeiten zwischen dem Augen-Offen-Bild und dem Wasserbomben-Bild, bis Kamera und Blitz für eine neue Aufnahme bereit waren).

Das braucht man:

  • einen dunklen Vorhang für einen neutralen Hintergrund

    Ich verwende folgendes System. Es ist recht günstig und gut zu transportieren. Für meine Zwecke reicht es vollkommen aus, da ich nur selten “Studiobilder” mache. Der Vorhang ist mega lang und breit und eignet sich auch für Shootings mit mehreren Personen.

  • Kamera, Stativ, Blitz
  • Lichtschranke, welche Kamera und Blitz auslöst (in unserem Fall selbstgebaut, die gibt es aber auch fertig zu kaufen)
  • wirklich volle Wasserbomben (sonst platzen sie nicht)
  • Reißzwecken, die auf dem Kopf platziert werden, damit die Wasserbomben direkt beim Aufprall platzen
  • Helfer, die die Wasserbomben aufhängen und fallen lassen
  • Handtuch und ein Set trockene Wechselklamotten
  • dunkles Oberteil: sonst wird es schnell durchsichtig

Hier könnt ihr euch das zum Making Of ansehen:



Weitere Shootings

Seid ihr interessiert an weiteren kreativen Shootings? Dann schaut doch auch bei meiner Anleitung für Holishootings vorbei.

Schweiz – das fremde Nachbarland

Bei Schweiz dachte ich früher immer an Berge, hohe Preise und eine ganz furchtbar schlecht zu verstehende Sprache. Irgendwie hat es mich einfach nicht gereizt hier mal hinzureisen. Bisher. Doch da es ja nicht weit weg ist und sich somit super anbietet auch mal über ein verlängertes Wochenende vorbeizuschauen, dachte ich mir das setzen wir dieses Jahr in die Tat um. 

Also stellte sich die Frage, wo es schön ist und was man dort so tun kann. Meistebs bereite ich mich über 500px auf eine Reise vor, indem ich mir Reisefotos von anderen Fotografen anschaue. So bin ich schließlich auf den Vierwaldstätter See gekommen. Rund um den See gibt es viele Berge mit Wanderwegen und tollen Aussichten. Also stand Luzern schnell fest. Ist auch super einfach mit dem Zug zu erreichen. Von Tür zu Tür in fünf Stunden.

Die Schweiz ist wirklich teuer und es ist quasi unmöglich meine 30€/Nacht Regel einzuhalten. Zumindest bei Hotels, aber da gibt es ja auch noch Airbnb. Schon viel von gehört, aber nie selbst ausprobiert. Schnell ist ein Zimmer gefunden. 8 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, direkt in der Altstadt. Super Lage. Gebucht. Ein bisschen komisch finde ich es ja schon “privat“ unterzukommen und sehr komfortabel ist es auch nicht. Das mag aber am Host liegen. Von Chinesen geführt, ist eben der Geschmack und die Einrichtung etwas anders, als im typisch deutschen Haus. Hauptsache sauber. Meistens sind wir eh immer unterwegs, da ist das Zimmer zweitrangig. Nur der Lift ist furchtbar. So winzig, dass wir zu zweit gerade so reinpassen… und über eine Treppe gibt es angeblich keinen Zugang. 

Jetzt aber zu der Stadt an sich. Luzern liegt am Vierwaldstätter See und ist an sich ein sehr schnuckeliger Ort. Auf der Karte erscheint alles so weitläufig, aber zu Fuß sind wir in aller Kürze alles abgelaufen.

Schon am ersten Nachmittag sehen wir alle Sehenswürdigkeiten von unserer Liste…

Aussicht auf Luzern

Aussicht auf Luzern

Am frühen Abend gönnen wir uns ein Käsefondue. Wenigstens einmal wollen wir den schweizer Käse dort essen, wo er herkommt. 200g Käse mit Brot, 5 kleinen Kartoffeln und Pommes + 2 Softdrinks für 50€ (inklusive 10% Rabatt durch airbnb). War lecker, aber muss auch nicht ständig sein. Viel billiger wird es wahrscheinlich auch nicht in einem anderen Restaurant. Man kann quasi sagen alles kostet hier doppelt so viel wie zu Hause.

Mit Hilfe von meinem neuesten Fotobuch zum Thema “Wettterfotografie“, habe ich mir genau vorbereitet, wo und wann die Sonne auf und unter geht und wie ich meine Motive am besten fotografieren kann. So stand die Kapellbrücke zum Sonnenuntergang auf dem Programm. Was ich als Sonnen-Planungsanfängee natürlich nicht bedacht hatte, waren die Häuser und Berge. Klar war der Winkel der Sonne richtig, als sie untergegangen ist, aber man hat sie lange vorhee schon nicht mehr gesehen, weil die Häuser im Weg waren. So viel dazu. Also wurde schnell umdisponiert und die Brücke eben von der anderen Seite fotografiert.

Ich sehe ja immer so professionell aus. Deshalb werde ich des Öfteren auf Fotothemen angesprochen und einige Menschen wollen auch, dass ich Fotos von ihnen mache. Generell ja kein Problem, aber wenn ich meine Fotos schon so genau geplant habe, möchte ich sie auch gerne zu der passenden Uhrzeit aufnehmen und nicht mitten in einem HDR Panorama unterbrechen. Deshalb übernimmt Benedikt dann oft die Fotos für die anderen. Er steht ja eh nur daneben. Gestern wurden wir dann auch wieder angesprochen. Auf Englisch. Den Kerl hat man kaum verstanden. Es kam nur die Botschaft an, dass er mit seiner Freundin Bilder haben will und zwar so viele wie möglich. Tja, passt eben gar nicht so in das HDR Panorama. Also habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt und Benedikt ist mitgegangen. Hätte ja keiner ahnen können, dass der Herr seiner Freundin genau in dem Moment einen Heiratsantrag machen wird. Naja. Wollen wir für die frisch Verlobten mal hoffen, dass wenigstens ein Foto was geworden ist. Benedikt war nämlich auch zwischendurch so platt, dass er seine Aufgabe vergessen hat… anschließend ist das PaarZimmer schön essen gegangen und wir haben Nachtfotos rund um die Kapellbrücke gemacht.

Kapellbrücke

Kapellbrücke

Fronalpstock – heute geht es hoch hinaus

Für mich heißt Reisen vor allem auch Fototräume zu realisieren. Das hat nicht oft mit Erholung zu tun. Und manchmal fordert es einen starken Willen. Zum Beispiel morgens um 5Uhr wenn der Wecker klingelt, damit man pünktlich zum Sonnenaufgang on Location ist. 

Ein neuer Versuch mit meinen Berechnungen. Diesmal erfolgreich! Die Sonne erscheinr ziemlich genau so im Motiv, wie ich geplant hatte. Nur ein bisschen später (die Berge versperren erst noch die Sicht…).

Ich bin nicht mal die einzige Verrückte unterwegs. Ein paar andere Fotografen haben sich ebenfalls zeitig aus dem Bett gequält und machen auch fleißig ihre Fotos. Einer hat sogar zwei Stative, zwei 5DSRs und zwei Filtersets gleichzeitig im Einsatz. Total kirre. Alleine schon der Wert von geschätzten 10.000€ an Equipment, das er da so vor sich stehen hat.. wer hat, der hat. 

Sonnenaufgang Kapellbrücke

Sonnenaufgang Kapellbrücke

Nach einem Supermarktfrühstück, bestehend aus belegte Brötchen und einem leckeren Starbucks Coffee geht es zum Bahnhof. Wir machen einen Ausflug auf den Berg. Vielleicht war s nicht so förderlich alles in einen Tag zu packen. Das frühe Aufstehen lässt uns dappig werden. Da hätte ich fast meine einzige Jacke im Zug hängen lassen (auf dem Berg ist s kälter). Habs dann aber noch gemerkt und bin wieder reingerannt. Benedikt konnte die Schaffnerin überzeugen ein paar Sekunden zu warten und wollte mich eigentlich auch davon abbringen die Jacke zurückzuholen. Aber es ist alles gut ausgegangen. Meine geliebte Fleecejacke ist wieder bei mir. Weiter ging es mit fem Bus zur Talstation und dann mit einer Standseilbahn nach Stoos und zwei Sesselliften hoch auf den Gipfel. Irgendwie hat die Verkäuferin mir falsche Tickets verkauft und dann lag da noch eine Tageskarte auf dem Boden herum. Jedenfalls sind wir so etwa 35€ billiger als der Normalpreis befördert worden. Krass. Trotzdem war der Ausflug (Zug, Bus, Lift) mit 64€ p.P. noch sehr teuer. Schade eigentlich, denn sonst könnten wir das durchaus öfter mal machen.

Aussicht vom Fronalpstock auf Vierwaldstätter See

Aussicht vom Fronalpstock auf Vierwaldstätter See

Unser Plan war komplett hochzufahren und dann bis zur Standseilbahn zurück zu laufen. Das sollten laut Wanderkarte ca. 600 Höhenmeter und eineinhalb Stunden Zeit sein. Naja, wir haben hier und dort Abstecher und Fotos gemacht und dann ist Benedikt auch noch umgeknickt. Kurzum, wir haben ein Vielfaches der Zeit gebraucht und sind dann auch nur die Strecke vom zweiten Sessellift gelaufen. Etwa 2/3 der Strecke. Da wir eh noch Muskelkater von den gestrigen, treppenreichen Erkundungen der Stadt hatten, hat uns der Abstieg bis dorthin auch gereicht. Allgemein ist der Wanderweg gut und mit ein bisschen Kondition und Zeit, wäre auch der Aufstieg machbar gewesen. Wir hatten jedoch Zeitdruck, da der letzte Lift um 16Uhr fährt und wir diesen nicht verpassen wollten. Alles in allem war es ein schöner Ausflug. 

Letzter Tag in Asien

Heute ist unser letzter Tag in Asien. Er beginnt mit einem umfangreichen Frühstücksbuffet. Hier zeigen sich dann doch die 5 Sterne. Besonders lecker finde ich den Soursop-Saft. Wieso heißt die Frucht eigentlich Soursop wenn sie piep süß schmeckt?

Es ist ein super Sonnentag, also ziehe ich zuerst mit der Kamera los, um noch den Strand mit richtig blauem Himmel zu fotografieren. Doch was ist nur mit den Linsen los? Alles total benebelt. Ich vermute, dass es ihnen genauso wenig gefällt wie mir, vom eisgekühlten Zimmer raus in die feucht tropische Luft zu wechseln. Hoffentlich geht die Feuchtigkeit wieder aus den Linsen raus wenn wir zurück in Deutschland sind!

Also dann doch an den Pool. Der ist überhaupt nicht mehr kalt. Man kann einfach so reingehen und friert kein bisschen. Wirklich abkühlen tut er nicht. Schade.

Wir waren wohl ein bisschen zu lange draußen, denn als wir gegen 17Uhr aufs Zimmer gehen sind wir leuchtend rot. Klasse, gleich noch ein bisschen was für Hautkrebs getan. Ich habe die Vermutung, dass die Sonne näher am Äquator stärker brennt als bei uns oben. Wie gut, dass wir morgen heim reisen und es dann erst mal wieder vorbei ist mit der Sonne. Da kann sich die Haut besser erholen. Vor der Schifffahrt zurück nach Singapur graut es mir am meisten, drückt mir die Daumen, dass dieses Mal keiner Seekrank wird. Abends steigen wir dann in den Flieger nach Dubai (8h) und dort in den nächsten nach Frankfurt (7h). Wird ein langer Tag und eine noch längere Nacht. Das war Asien 2017. Bis zum nächsten Urlaub!

Die Hotelanlage mit Palmen und blauem Himmel